Domenic Weinstein: Fragezeichen vor dem WM-Start
Domenic Weinstein will in drei Wochen bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft in den Niederlanden wieder ganz vorne angreifen. Aktuell ist der 23-jährige Unterbaldinger jedoch gesundheitlich angeschlagen. <em>Bild: dpa</em>
Domenic Weinstein will in drei Wochen bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft in den Niederlanden wieder ganz vorne angreifen. Aktuell ist der 23-jährige Unterbaldinger jedoch gesundheitlich angeschlagen. Bild: dpa | Bild: Jens Büttner
Regionalsport Schwarzwald
06.02.2018 18:32
Unterbaldinger Bahnrad-Spezialist für Saisonhöhepunkt nominiert

Bahnradsport: (daz) Am späten Montagabend veröffentlichte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) 23 Namen von Bahnradsportlern, die ab dem 28. Februar die deutschen Hoffnungen bei der Weltmeisterschaft in Apeldoorn (Niederlande) tragen. Auf der Nominierungsliste ist auch der Unterbaldinger Domenic Weinstein, der am 1. März in der Vierer-Mannschaftsverfolgung und 24 Stunden später in der Einerverfolgung gerne nach den Medaillen greifen möchte. Doch es bleiben Fragezeichen. Wenn die deutsche Delegation bereits in dieser Woche nach Apeldoorn aufbricht, ist Weinstein nicht dabei.

Für den 23-Jährigen vom rad-net Rose Team verliefen die vergangenen Monate nicht wie gewünscht. Seit dem 1. November hat Weinstein kein Rennen mehr auf der Bahn bestritten. Zwischenzeitlich absolvierte er bei der Bundeswehr eine Ausbildung. Im Januar ging es dann ins Straßen-Trainingslager nach Mallorca, wo Weinstein aufgrund von Knieproblemen nicht optimal trainieren konnte. Nun folgte der nächste Rückschlag. „Ich liege krank im Bett, habe eine schwere Erkältung. An Training ist aktuell nicht zu denken.“ Die Nominierung freute den Schwarzwälder, doch eine Träne im Auge bleibt, wenn die Fahrer schon jetzt nach Apeldoorn aufbrechen. „Wir haben mit den Trainern vereinbart, dass ich mich zunächst zu Hause in Unterbaldingen auskurieren soll. Die Zeit läuft aber gegen mich.“

Die Bahn in Apeldoorn ist Weinstein weitgehend unbekannt. „Ich weiß nur, dass sie mit neuem Holz belegt wurde.“ Auch deshalb wird der deutsche Tross zeitig aufbrechen, um sich schnell an die Bedingungen zu gewöhnen. Trainingseinheiten, die Domenic Weinstein fehlen werden. Dennoch geben ihm die Trainer die nötige Zeit, um gesund zu werden, schließlich ist der Unterbaldinger das deutsche Aushängeschild in der Verfolgung. 2016 holte er bei der Weltmeisterschaft Silber. „Ich sollte zunächst zu Hause bleiben, um keine anderen deutschen Fahrer mit der Erkältung anzustecken. Aber klar ist, dass ich natürlich gern so schnell wie möglich nachreisen möchte.“ Für den mehrfachen deutschen Meister ist die Weltmeisterschaft der Höhepunkt der Saison.

Zerschlagen haben sich für Weinstein zuletzt Pläne, bei einem bekannten Straßen-Team einen Vertrag zu unterschreiben und so das Ticket für eine der ganz großen Rundfahrten zu bekommen. „Ich hätte das gern gemacht, aber es gab schon im Herbst, als die Teams zusammengestellt wurden, keine Anfragen. Zwischenzeitlich hörte ich, dass Fahrer im Alter von 23 oder 24 Jahren schon zu alt für diese Mannschaften sind.“ Weinstein wird somit weiterhin mit seinem Team rad-net Rose einige Straßenrennen bestreiten.

Da es aktuell für ihn offenbar keine Chance auf einen Platz in einem Profiteam gibt, konzentriert sich Weinstein nun ganz auf die Bahn. „Zunächst einmal bis 2020. In diesem Jahr sind die Olympischen Spiele in Tokio und die sind natürlich ein tolles Ziel“, sagt der Radsportler. Welch schönes Gefühl Olympische Spiele mit sich bringen, erfuhr der Unterbaldinger vor zwei Jahren in Rio de Janeiro, wo er in der Mannschaftsverfolgung den fünften Platz belegte. Noch ist das für den 23-Jährigen Zukunftsmusik. Die WM in Apeldoorn lockt und dafür muss er schnell wieder gesund werden.

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