Kinderweide: Neuste Pläne für Tourismusprojekt vorgestellt
Die alten, auf dem Gelände der Kinderweide in Königsfeld stehenden Gebäude, müssen dem großen Bauvorhaben eines Landgutes weichen. Dafür muss auch der bei Jugendlichen beliebte "Cool Club" weichen. Bilder: Cornelia Putschbach
Die alten, auf dem Gelände der Kinderweide in Königsfeld stehenden Gebäude, müssen dem großen Bauvorhaben eines Landgutes weichen. Dafür muss auch der bei Jugendlichen beliebte "Cool Club" weichen. Bilder: Cornelia Putschbach
Vom Kernort her soll sich der Blick Richtung Kinderweide massiv verändern. Es soll ein Vier-Sterne-Resort entstehen. Die Fläche hinter der katholischen Kirche wird zu Wohnbaufläche.
Vom Kernort her soll sich der Blick Richtung Kinderweide massiv verändern. Es soll ein Vier-Sterne-Resort entstehen. Die Fläche hinter der katholischen Kirche wird zu Wohnbaufläche.
Königsfeld
09.02.2018 16:49
Das geplante Vier-Sterne-Resort in Königsfeld wird konkreter. Die Fledermäuse in den bestehenden Gebäuden erhalten Ersatzquartier im Rathausspeicher.

Ein neues, hochwertiges Angebot für den Tourismus – das ist das Ziel, das die Gemeinde mit dem seit 2014 in Arbeit befindlichen Resort auf der Kinderweide, erreichen will. Im Gemeinderat wurde nun einstimmig die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen. Dabei wurde der aktuelle Entwurf des Projekts vorgestellt.

Im Vergleich zu vorherigen Varianten wird das Planungsgebiet von bisher 8,09 Hektar auf 9,11 Hektar vergrößert, erläuterte Ortsbaumeister Jürg Scheithauer. Die Erweiterung erfolgt am westlichen Rand. Das Gebiet soll im Wesentlichen in zwei Zonen aufgeteilt werden, sagte Stefan Kleinsorge von der Land Live Resort Königsfeld GmbH: einen Familienbereich mit Schwimmbad, Abenteuerspielplatz und Kletterwald und einen Erholungsbereich mit Wellnessbereich und einem Spa- und Sporthotel. So habe der Gast die Möglichkeit zu wählen. "Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, wo Mehrgenerationenurlaub möglich ist." Aus ökonomischen Gründen wurde die Idee einer Tiefgarage verworfen, sagte Kleinsorge. Stattdessen soll nun ein Parkhaus entstehen. Dazu kommen zwei Restaurants, Cafés und eine Bar. Mit einer gläsernen Produktion mit beispielsweise Chocolaterie, Käserei oder Brauhaus soll das Thema Genuss und Regionalität abgedeckt werden.

Von dem Bauernhof, von dem in der anfänglichen Planung gesprochen wurde, sei nichts mehr zu sehen, bemerkte Gemeinderat Jan-Jürgen Kachler von den Freien Wählern. Die ursprüngliche Idee, den Tonishof auf die Kinderweide zu verlegen, sei nicht umsetzbar, sagte dazu Bürgermeister Fritz Link. Der Denkmalschutz habe dies abgelehnt. Gemeinderätin Birgit Helms von der SPD wollte wissen, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen. Zielgruppe seien zum einen Familien und zum anderen Paare über 50, sogenannte "Best Ager", antwortete Stefan Kleinsorge. Die Höhe der Preise hänge am Ende vom Betreiber ab, wobei aber das Ziel sei, unterschiedliche Preissegmente anzubieten.

Abhängig vom Betreiber sei auch, ob der Wellnessbereich von der Öffentlichkeit genutzt werden kann, antwortete Stefan Kleinsorge auf eine frage von Gemeinderat Gunther Schwarz von den Grünen. Café, Hofladen und Kletterwald werden aber öffentlich nutzbar sein, versprach er.

Eine bedeutende Änderung wird dem Planungsgebiet in Bezug auf mögliche Wohnfläche zuteil, wie Michael Schröder vom Architektur- und Planungsbüro Wick und Partner erläuterte. Bisher sind auf der Kinderweide 2,2 Hektar für Wohnbebauung vorgesehen. Davon werden nun 1,4 Hektar in Sonderbaufläche umgewandelt. Auf den übrigen 0,8 Hektar soll dann Wohnfläche, unter anderem für die Mitarbeiter des Resorts, entstehen. Die wegfallende Wohnfläche werde am nördlichen Rand des Kernorts hinter der katholischen Kirche, ersetzt, sagte Bürgermeister Link.

Den Umweltbericht stellte Alfred Winski vom Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie Winksi vor. So gebe es auf dem Planungsgebiet mehrere Bäume, die erhalten werden müssen. Insgesamt werden 2,6 Hektar Waldfläche beansprucht, für die ein Ausgleich geschaffen werden muss. Dies soll durch die Aufwertung von bestehendem Waldbestand, zum Beispiel im Brücklewald, geschehen. Die bestehenden Gebäude, die abgerissen werden sollen, dienen als Quartier für Fledermäuse. Diese Quartiere müssen ersetzt werden, was im Rathaus geschehen soll. "Im Rathausspeicher sind Fledermausöffnungen vorgesehen", sagte Bürgermeister Link.

Resort Landgut

Das Resort Landgut Kinderweide ist ein Projekt, das seit 2014 in Entwicklung ist. Damit will die Gemeinde Königsfeld ein Angebot von hochwertigen Urlaubsmöglichkeiten im Vier-Sterne-Bereich schaffen. Geplant sind unter anderem eine Hotelanlage mit Restaurants, ein Schwimmbad, mehrere Chalets, ein Waldkletterpark und ein Wellnessbereich. Die Erschließung wird über die L 177 erfolgen. (tol)

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