Seine Leidenschaft bringt Wolfgang Schötz hoch hinaus
Die idealen Wetterbedingungen, das fantastische Wetter und nicht zuletzt der sportliche Erfolg: "Ich habe mir einen großen Traum erfüllt, Leistungssegelflüge in Namibia durchzuführen", sagt Wolfgang Schötz. Bild: Wolfgang Schötz
Die idealen Wetterbedingungen, das fantastische Wetter und nicht zuletzt der sportliche Erfolg: "Ich habe mir einen großen Traum erfüllt, Leistungssegelflüge in Namibia durchzuführen", sagt Wolfgang Schötz. Bild: Wolfgang Schötz
Bad Dürrheim
09.02.2018 18:06
Der gebürtiger Dürrheimer Wolfgang Schötz ist erfolgreicher Segelflieger. Nun hat er sich einen großen Traum erfüllt.

Wenn Wolfgang Schötz an seinen letzten großen Segelflug denkt, kommt er ins Schwärmen: "Das war in Namibia und ein sensationelles Erlebnis." Schon mit 14 Jahren hat der gebürtige Bad Dürrheimer seine Segelflug-Ausbildung begonnen. Heute, 38 Jahre später, hat er mehr als 3000 Stunden Flugerfahrung und ist in diesem Sport international erfolgreich. Ende vergangenen Jahres erfüllte er sich einen Traum: In der weltweiten Streckensegelflugwertung "OLC Champion" kam er auf Platz zehn.

"Ich betreibe in unterschiedlichen Dimensionen Sport, bin in der Luft, komme in verschiedene Regionen", Wolfgang Schötz kann lange aufzählen, was er am Fliegen schätzt. Sein ganzes Leben schon begleitet ihn der Sport, der für ihn immer schon mehr war, als ein Hobby: Sein Vater ist Segel- und Motorflieger. Doch auch als Schötz mit 17 Jahren an seinem ersten regionalen Segelflug-Wettbewerb auf dem Farrenberg in Mössingen (Landkreis Tübingen) teilnahm, machte er auf Anhieb den ersten Platz. Immer weitere Platzierungen bei Segelflugwettbewerben folgten, erst auf regionaler, dann auf nationaler und internationaler Ebene. Seit zehn Jahren konzentriert sich Schötz nun auf den Streckensegelflug in Deutschland, dem Alpenraum und Zentral-Spanien.

Ende vergangenen Jahres machte er sich dann auf nach Namibia, das unter Segelfliegern geschätzt wird für seine idealen Wetterbedingungen. "Das wollte ich einmal erleben. Also war ich drei Wochen dort und machte einen Flug nach dem anderen", sagt er und lacht. 105 Stunden war er insgesamt in der Luft, flog mehr als 12 240 Kilometer. Zwei Mal erreichte er den ersten Tagesplatz in der weltweiten Streckensegelflugwertung OLC. Bei dieser werden die Flüge über Logger – also Geräte in den Flugzeugen, die Position und Höhe der Maschine registrieren –aufgezeichnet und in ein Internet-Portal hochgeladen. Zum Schluss kam er in der internationalen Bewertung auf Platz zehn.

Dafür musste Schötz eine möglichst große Strecke von 1000 bis 1200 Kilometer mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit zurücklegen. Und: Er musste am gleichen Flugplatz landen, auf dem er gestartet war. Gute Vorbereitung war also viel wert: Wetteranalysen, Karten wälzen. "Und früh aufstehen", sagt Schötz. Doch das hat sich gelohnt. Einmal natürlich wegen des sportlichen Erfolgs. "Und Namibia von oben – das ist fantastisch."

Netter Nebeneffekt: "Namibia hat mir einen Zeitsprung verschafft", sagt Schötz. Denn zwischen November und April ist eigentlich Saisonpause bei den Fliegern. Mit seiner Leidenschaft beschäftigt sich der 52-Jährige aber natürlich auch jetzt. "Im Winter bereiten wir das Flugzeug auf die Saison vor."

 

Zur Person

Wolfgang Schötz ist 1965 in Bad Dürrheim geboren. Schon mit 14 Jahren machte er seine Segelflug-Ausbildung. Mittlerweile lebt er in Benolpe bei Krombach, ist aber nach wie vor eng verbunden mit der Region: Er ist Mitglied der Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar, sein Heimatflugplatz ist nach wie vor Donaueschingen. Schötz ist ausgebildet im Segel- und Motorflug sowie im Segel- und Motorkunstflug.

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