Absage an Halbstundentakt: Aargauer Kantonsregierung sieht keinen Bedarf
Laufenburg/CH, Stein
01.02.2018 19:36
Der Kanton Aargau sieht keinen Bedarf für einen Halbstundentakt auf der S-Bahn-Strecke zwischen Stein und Laufenburg/CH. Darüber ist Roland Agustoni, GLP-Großrat, empört. Er will kämpfen und hofft auf Unterstützung.

Laufenburg/CH (twe) Die Aargauer Kantonsregierung will den mehrfach versprochenen Halbstundentakt auf der S-Bahn-Strecke zwischen Stein und Laufenburg/CH nicht umsetzen. "Katastrophal" sei das, sagt Roland Agustoni aus Rheinfelden, der für die Grün-Liberale Partei im Kantonsparlament sitzt. Bitter bilanziert er: "Im Fricktal wird der letzte Bahnwagen einfach abgehängt und stehen gelassen."

Begründet wird der Verzicht auf den Halbstundentakt von der Regierung mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mit knapp 800 Reisenden pro Tag habe der Streckenabschnitt "ein Nachfragevolumen, das für einen Ausbau zum Halbstundentakt momentan nicht gerechtfertigt ist", hält die Regierung fest. Das sei eine billige Argumentation, findet GLP-Großrat Agustoni. Denn: "Wenn das Angebot wie heute schlecht ist, ist doch klar, dass es niemand nutzt", sagt er. Man habe das Geld, das eigentlich für den Ausbau auf den Halbstundentakt vorgesehen war, wohl für anderes ausgegeben, mutmasst Agustoni. "Jetzt hat man kein Geld mehr und sucht verzweifelt nach Erklärungen." Wenig abgewinnen kann Agustoni auch dem Abschnitt, in dem der Regierungsrat ausführt, er fordere für den Bahnausbauschritt 2030/35 den 15-Minuten-Takt von Basel bis Rheinfelden. "Hört denn das Fricktal bereits bei Rheinfelden auf?", fragt Agustoni lakonisch, um gleich selbst zu antworten: "Nein, selbstverständlich nicht.

" Selbstverständlich ist für Agustoni indes etwas anderes: "Dass der 15-Minuten-Takt gar nie kommen wird." Denn die 300 Millionen Franken, die für das dritte Gleis zwischen Pratteln und Rheinfelden nötig sind, "werden nie bewilligt". Und noch etwas ärgert Agustoni: "Da spricht der Kanton immer vom Sisslerfeld und wie wichtig dieses Industriegebiet ist. Aber in die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr will er, abgesehen von ein paar zusätzlichen Bussen, nichts investieren." Das gehe nicht auf. "Natürlich kann man den 30-Minuten-Takt nicht gratis haben.

Es braucht in Stein wohl eine zusätzliche Arbeitskraft", so Agustoni. Aber das sei gut investiertes Geld. Zumal: "Die Linie Stein–Laufenburg ist heute noch die einzige, die im Stundentakt bedient wird." Er will denn auch für die Überweisung der Motion kämpfen. Er weiß indes: "Allein habe ich keine Chance. Es kann nur gelingen, wenn sich die Großratskollegen aus dem Fricktal in ihren Fraktionen für die Überweisung starkmachen."

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