Land unter beim Narrenfrühschoppen
Durbechef Tobias Heckler (rechts) bedankte sich bei Karl Springindschmitten (links) und Leonhard Stadler für "Büttenreden, die Geschichte schrieben". Sie wollen jetzt in den närrischen Ruhestand gehen. Die beiden waren Mitbegründer des Sauldorfer Narrenfrühschoppens und begeisterten über 30 Jahre lang mit ihren Vorträgen das närrische Publikum.
Durbechef Tobias Heckler (rechts) bedankte sich bei Karl Springindschmitten (links) und Leonhard Stadler für "Büttenreden, die Geschichte schrieben". Sie wollen jetzt in den närrischen Ruhestand gehen. Die beiden waren Mitbegründer des Sauldorfer Narrenfrühschoppens und begeisterten über 30 Jahre lang mit ihren Vorträgen das närrische Publikum. | Bild: Winfried Klein
Sauldorf
08.02.2018 16:03
Zwei Urgesteine des Narrenfrühschoppens sind beim Narrenfrühschoppen in Sauldorf in den Ruhestand gegangen. Leonhard Stadler und Karl Springindschmitten waren Mitbegründer des Narrenfrühschoppens und begeisterten über 30 Jahre lang mit "Büttenreden, die Geschichte schrieben" das Publikum.

Zahlreiche Fische, Meerjungfrauen, Frösche, Biber, Quallen und noch so manches andere Wassergetier hat sich am Schmotziga nach dem traditionellen Wecken im Sauldorfer Gasthaus Adler zum Narrenfrühschoppen des Narrenvereins Durbestecher eingefunden. Sie hatten sich entsprechend des Mottos "Sauldorf auf Tauchstation – wir erkunden die Unterwasserwelt" gewandet.

Aber nicht nur Wassertiere, sondern auch eine Meerjungfrau und sogar ein Abkömmling des Meeresgottes Poseidon, Herrscher der Sauldorfer Baggerseen, gaben sich in der voll besetzten Gaststube ein Stelldichein.

Die Stimmung war sofort auf dem Höhepunkt, als Meerjungfrau Uschi (Durbechef Tobias Heckler) nach potenten Männern Ausschau hielt und eifrig blaue Pillen zum Schlucken und blaues Wasser und trübe Brühe aus den Sauldorfer Baggerseen unter den anwesenden Männern verteilte. Dabei nahm er so manches örtliche Missgeschick gereimt ins Visier und den einen oder anderen Sauldorfer gehörig auf die närrische Schippe.

Ein Goldfischquartett, bestehend aus Gerold Bammert mit Akkordeon, Franz Faschian, Andrea Matheis und Beate Blum, besang nach der Rock-Pop-Melodie von Leonard Cohens "Halleluja" seine Reise ablach-abwärts, nachdem ihr heimischer Fischteich bei einem Starkregen übergelaufen war. Die Zuschauer lauschten vergnügt, was das Quartett so alles auf seiner Reise erleben konnte. So hätten sie zum Beispiel beim Entenrennen in Wasser den Bürgermeister zum Sieger gemacht, indem sie seine Ente mit der Nummer 8 besonders schnell in das Ziel beförderten.

Dann machte ein Schweizer Feuerwehrmann Meldung, dass draußen ein Auto abgesoffen sei, bei dem die Bremslichter immer noch leuchteten. Er konnte sich das Phänomen nur so erklären, dass irgendjemand im Saal nur einen Schuh anhaben könne. Und er belehrte Bürgermeister Sigrist, dass über die närrische Zeit ein Teilort nicht Sauldorf-Wasser, sondern Wasser-Sauldorf heiße.

Als schließlich der Abkömmling des Meeresgottes Poseidon, Karl Springindschmitten, als Herrscher der Sauldorfer Baggerseen in "Siggis Unterwasserkneipe" in die Bütt stieg und verkündete, dass so manchem das Bier bis zum Halse stehe, und den einen oder anderen Sauldorfer auf seinen Dreispitz nahm, wurden die Lachmuskeln der närrischen Schar beansprucht.

Zwei Urgesteine der Fastnacht wurden von Tobias Heckler in den närrischen Ruhestand verabschiedet: Leonhard Stadler und Karl Springindschmitten waren Mitbegründer des Sauldorfer Narrenfrühschoppens und begeisterten über 30 Jahre lang mit "Büttenreden, die Geschichte schrieben" das Publikum.

Leonhard Stadler warb im Publikum noch für seine neue Initiative "Mee(h)r Jungfrauen für Sauldorf", da der Schultes sich zwar für Wolf, Luchs oder Biber einsetze, ihn dagegen das Aussterben der Meerjungfrauen an den Baggerseen überhaupt nicht interessiere.

Im Anschluss zog die Narrenschar zum Kindergarten Sankt Sebastian, um dort die Kinder zu befreien. Danach wurde mithilfe der Zimmermannsgilde das Rathaus gestürmt.

Ihre Meinung ist uns wichtig