Zunftball verzaubert sein Publikum
Der Shanty-Chor an Bord der MS Katzenzunft wird von Klaus Mühlhauser am Akkordeon begleitet und bringt das Publikum mit eingängigen Liedern der Zunft zum Mitsingen und in Stimmung. <em>Bilder: Günther </em><em>Brender</em>
Der Shanty-Chor an Bord der MS Katzenzunft wird von Klaus Mühlhauser am Akkordeon begleitet und bringt das Publikum mit eingängigen Liedern der Zunft zum Mitsingen und in Stimmung. Bilder: Günther Brender
Die Altnarrenmütter bringen die Halle mit ihrem Auftritt zum Beben und verabschieden sich am Ende bestens gelaunt von ihrem Publikum.
Die Altnarrenmütter bringen die Halle mit ihrem Auftritt zum Beben und verabschieden sich am Ende bestens gelaunt von ihrem Publikum.
Bei der Polonaise durch die Halle kommt Stimmung auf.
Bei der Polonaise durch die Halle kommt Stimmung auf.
Stefanie Bürkle verspricht, am Montag zum Umzug wiederzukommen.
Stefanie Bürkle verspricht, am Montag zum Umzug wiederzukommen.
Die neue Narrenmutter Nikola Hahnke bei der Trauung.
Die neue Narrenmutter Nikola Hahnke bei der Trauung.
Holger Schank forder ein neues Kennzeichen von der Landrätin.
Holger Schank forder ein neues Kennzeichen von der Landrätin.
"Nur faule Ausreden", hielt der Zunftmeister fest und es ging zum Nasenschleifen.
"Nur faule Ausreden", hielt der Zunftmeister fest und es ging zum Nasenschleifen.
Meßkirch
09.02.2018 15:29
Es war ein ganz besonderer Zunftball am Schmotzigen, den die Meßkircher Katzenzunft ihrem Publikum in diesem Jahr bot: Richtig gute, tolle Stimmung verbreiteten die Beiträge und sie ließen das Publikum vor allem nicht in der Rolle der Zuschauer verharren, sondern boten Gelegenheit, zum Mitmachen.

Das fing schon beim Auftritt der Altnarrenmütter an, der sich an die Trauung von Nikola Hahnke mit Bernd Schank zum neuen Narrenelternpaar anschloss. Unter Regie von Martina Mülherr, die wegen einer Erkrankung selbst nicht teilnehmen konnte, brachten die Darstellerinnen die Halle förmlich zum Beben, wie dies von Zunftmeister Martin Birk wohlweislich auch schon angekündigt worden war. Mit feschen Rhythmen und einer super Show übertrug sich die gute Stimmung der Altnarrenmütter im Nu auf's Publikum. Und damit das auch wirklich gelang, ging es im zweiten Teil des Auftritts für einige der Darstellerinnen hinunter in die Halle, zum Tanz auf den Tischen und zwischen den Stuhlreihen. Da hielt es auch das frisch vermählte Narrenelternpaar schon lange nicht mehr auf seinen Sitzen und gemeinsam wurde fröhlich auf der Bühne getanzt.

"Let's Dance with us", lautete so dann sinnigerweise auch der Titel dieses Beitrags und hinweisen wollten die Altnarrenmütter mit ihren Kostümierungen dabei auf die vielen sportlichen Vereinsangebote in der Katzenstadt, wie Ursel Fritschi in ihrer Ansage erläuterte. Demgemäß hielt sie fest: "Niemand bleibt Zuhaus allein, für alle gibt es ein Verein." Denn wer keine Lust auf Sport hat, der gehe halt zum Singen oder zum Musizieren. Daraufhin sprach sie, an Nikola Hahnke, gewandt ein "herzliches Willkommen" und zuvor war der neuen Narrenmutter auch schon während des Auftritts ein Geschenk der Altnarrenmütter überreicht worden.

Der Heiratsantrag, berichtete Nikola Hahnke, habe sie am Abend des Wahlsonntags von Bernd Schank erreicht. "Und nach einem Sondierungsgespräch war die Koalition beschlossen." Bernd Schank wiederum beschrieb, was für ihn den Ausschlag gab, so: Beim vorherigen närrischen Frühschoppen habe ihn seine neue Narrenmutter gefragt, ob man nicht zusammen nach draußen eine rauchen gehen wolle, um so die Gerüchteküche in Gang zu bringen. Da zollte Schank seinen Respekt: "So gschickt hot no keine gsait, dass se Narremutter were will." Ihm sei daher schnell klar gewesen: "Wenn do it zugreifsch, bisch blöd."

Das Happy End gab es in der Stadthalle ausgiebig zu feiern und die Musiker von Da Capo sorgten mit ihrem Auftritt inmitten des Programms wieder einmal dafür, dass sich die Zuschauer von ihren Stühlen erhoben, um im Takt der Hits aktiv zu werden. "Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön", lautete das Motto des Zunftball-Programms und so hatte sich die Bühne während der Umbaupause in das Deck eines Kreuzfahrtschiffs verwandelt. Mit dabei: Shantychor, Ballet und Piraten.

Tamara Birk und Andreas Strobel übernahmen die Ansagen auf Deck mit viel Humor und für die Besucher ging es im Rahmen der Sicherheitseinweisungen an Bord des Luxusliners zunächst einmal in langen Reihen auf eine Polonaise durch den Saal und hinauf auf die Bühne.

Es folgten die viel beklatschten Auftritte der Katzen mit ihrem Tanz (unter Leitung von Martina Lang), der Hänselegilde (unter der Leitung von Sonja Schneider und Michaela Bleile), der Fledermausgilde (unter Leitung von Franzi Schmid und Selina Maier) sowie, gleich mehrfach, der gemeinsame Auftritt von Katzengilde und -rat (unter Leitung von Constanze Kirchmaier und Gernot Fischer) im Katzenchor, der mit seinen eingängigen und schönen Liedern das Publikum zu begeistern wusste, zum Mitsingen und zum Schunkeln brachte.

 

Landrätin soll der "Wolf im Schafspelz" sein und entkommt dennoch ihrer Strafe nicht

„Keine strahlt wie sie“, kündigte Zunftmeister Martin Birk Landrätin Stefanie Bürkle dem Publikum an, die als Delinquentin beim Nasenschleifen auftrat. Mit Raffinesse verteidigte sie sich, allein es half nichts:

Die Anklagepunkte: Ein Wolf im Schafspelz sei sie und verkenne die Natur der Meßkircher. Denn die Badener hätten Kultur und Lebensart und nicht bloß die Kehrwoche, beschuldige sie Zeremonienmeister Holger Schank. Doch das sei ihr als Oberschwäbin nicht bewusst und zudem versuche sie, die badische Seele zu untergraben. Dabei sei Baden doch das Zentrum des Landkreises und deshalb forderte Holger Schank MES statt SIG im Nummernschild. Und der Ankläger fuhr fort: „13 Millionen Euro wollt ihr verprassen.“ Und ihm schwante: Das Geld werde in Straßen vergraben; am Ende gar in eine, die in Richtung Oberschwaben führt. Sprich: Ins Nichts. Stattdessen sollten die Euros doch richtig angelegt und der Geniewinkel aufpoliert werden. Die Oberbeamtin könne sich noch wehren und versuchen, alles unter den Teppich zu kehren, gab ihr Birk daraufhin die Gelegenheit zur Widerrede.

Die Verteidigung: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, erwiderte die Landrätin selbstbewusst. An keinen Ort im Landkreis komme sie so oft wie nach Meßkirch – und das trotz ihrer Katzenallergie. Nicht sie sondern Gerd Motzkus vom SWR habe die Meßkircher stehen gelassen, punktete Bürkle und hielt fest, dass im Schloss doch alle Schätze des Landkreises lägen. Aus Baden tät sie sich nichts machen? Stimmt nicht: Denn zuhause gebe es bei ihr nur badischen Wein im Keller. „Eigene Kennzeichen haben nur kleindenkende Leut“, drehte sie den Spieß um stellte weiter fest: „Keine Stadt der Welt, kriegt soviel Geld.“ Denn wenn Bürgermeister Arne Zwick zu ihr ins Büro kommt, kriege sie ihn nur los, wenn sie ihm Geld verspricht, verriet sie und bekräftigte: „Mein Herz schlägt für Baden.“ (mos)

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