Videointerview vor dem Stockacher Narrengericht: Strobl über Narren und den Berliner Kindergarten
Der baden-würrttembergische Innenminister Thomas Strobl bei der Begrüßung durch das Narrengericht.
Der baden-würrttembergische Innenminister Thomas Strobl bei der Begrüßung durch das Narrengericht. | Bild: Ramona Löffler
Auf der Bühne des Bürgerhauses Adler Post: Das Stockacher Narrengericht begrüßt den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (Mitte, in blau).
Auf der Bühne des Bürgerhauses Adler Post: Das Stockacher Narrengericht begrüßt den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (Mitte, in blau). | Bild: Ramona Löffler
Thomas Strobl am Rednerpult.
Thomas Strobl am Rednerpult. | Bild: Stephan Freißmann
Drei entscheidende Rollen vor dem Narrengericht (von links): Kläger Thomas Warndorf, Beklagter Thomas Strobl, Fürsprech Michael Nadig.
Drei entscheidende Rollen vor dem Narrengericht (von links): Kläger Thomas Warndorf, Beklagter Thomas Strobl, Fürsprech Michael Nadig. | Bild: Stephan Freißmann
Der Beklagte Thomas Strobl betritt den Saal im Stockacher Bürgerhaus Adler Post.
Der Beklagte Thomas Strobl betritt den Saal im Stockacher Bürgerhaus Adler Post. | Bild: Stephan Freißmann
Stockach
09.02.2018 08:04
Der Beklagte des Stockacher Narrengerichts ist in der Stadt. Beim Empfang im Bürgerhaus Adler Post sagte er, die Anklage sei haltlos, und setzte sein Vertrauen zum Beispiel in Fürsprech Michael Nadig. Auch im Videointerview mit SÜDKURIER Online nahm er kein Blatt vor den Mund.

Nun ist er da – der Beklagte des Stockacher Narrengerichts, der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU), hat sich beim morgendlichen Empfang im Bürgerhaus Adler Post den geladenen närrischen Gästen präsentiert. Dabei zeigte er sich einmal mehr davon überzeugt, bei der Verhandlung am Abend freigesprochen zu werden.

 

 

Alle Anklagepunkte seien haltlos, so Strobl auf der Bühne. Zudem werde ihn sein "charmanter" und "brillant aussehender" Fürsprech Michael Nadig raushauen. Der Angesprochene nahm diese Lobrede genießend entgegen, Kläger Thomas Warndorf verursachte sie hingegen hörbare Schmerzen. Als letzten Joker, so Strobl, werde er auf die Mitleidskarte setzen: Er sei als armer Schwabe, biederer Protestant, Mitglied der CDU, mit der niemand koalieren wollte, und Minister in Stuttgart, der das Wehklagen des VfB ertragen müsse, in Stockach, und schloss in Anspielung auf John F. Kennedy: "Ich bin kein Stuttgarter, ich bin ein Stockacher."

 

 



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Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz hatte im Vorfeld Gründe aufgezählt, warum das Gericht milde mit Strobl umgehen werde. So sei der Beklagte schon Stockacher Laufnarr, mit solchen gehe das Gericht gnädig um. Und das Ende der Koalitionsverhandlungen in Berlin würde für Freude bei roten wie schwarzen Gerichtsnarren sorgen. Zudem sei der Kläger, der dieses Jahr zum 14. Mal diese Rolle spielt, "müde und erschöpft", so Stolz.

Doch davon wollte vor allem Narrenrichter Jürgen Koterzyna nichts wissen. Nach seinem letzten Jahr als Kläger wolle Warndorf sicher nicht mit einem Freispruch verabschiedet werden. Angesichts der Äußerungen, die er im SÜDKURIER-Interview im Vorfeld getan hatte, fragte Koterzyna, ob Strobl den Unterschied zwischen mutig und fahrlässig kenne. Wenn jemand das Gericht als blau und die Anklage als Verschwörung bezeichne, dann helfe da auch keine Laufnarrenkappe.

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