Zum Kreisel in Singen: "Sind vom Ergebnis der Verkehrsschau enttäuscht"
Wolfgang<sup></sup> Werkmeister
Wolfgang Werkmeister
Singen
09.02.2018 13:34
Weiterhin große Diskussion um Kreisel an gefährlicher Kreuzung in Singen-Beuren. Ortsvorsteher Wolfgang Werkmeister bezieht im SÜDKURIER-Interview Stellung.

Herr Werkmeister, was sagen Sie zum Verlauf der Verkehrsschau?

Bei dieser Verkehrsschau haben Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, des Landratsamt Konstanz, der Polizeidirektion Konstanz, der Abteilung Sicherheit und Ordnung, der Stadtverwaltung Singen, sowie ich als Ortsvorsteher des Stadtteils Beuren teilgenommen. Es wurden verschiedene Möglichkeiten angesprochen, um diese Kreuzung für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen. Alle Vor- und Nachteile der einzelnen Vorschläge wurden diskutiert, angefangen vom Bau des seit langer Zeit geforderten Kreisels, einer Ampelanlage, eines stationären Blitzers, bis hin zur Sperrung der Ein-und Ausfahrt von und nach Beuren an dieser Stelle. Eine Einladung an Vertreter der Initiative wäre mit Sicherheit gerechtfertigt gewesen.

Wie bewerten Sie das Ergebnis der Verkehrsschau?

Vom Ergebnis der Verkehrsschau bin ich enttäuscht, da von Seiten der Polizeidirektion diese Kreuzung nach wie vor als „keinen Unfallschwerpunkt“ eingestuft wird. Mit dieser Begründung wurden übrigens die Anträge des Ortschaftsrates zum Bau eines Kreisels in den vergangenen 20 Jahren abgelehnt. Laut Statistik sind von 2003 bis heute elf Unfälle geschehen, alles schwerere Unfälle mit etlichen Schwer-und Schwerstverletzten, drei Menschen haben bisher an dieser Kreuzung ihr Leben verloren. Außerdem fand ich auch die Behauptung, diese Kreuzung sei übersichtlich, absolut verkehrt, denn an diesem sonnigen Oktobertag herrschten keine „normalen“ Bedingungen. Die Vegetation und der Pflanzenwuchs sehen unter dem Jahr ganz anders aus. Bei dem tödlichen Unfall im Oktober 2017 war die Sicht beispielsweise durch dichten Nebel stark behindert.

Wie geht es weiter, was wollen Sie unternehmen, um eine gute Lösung zu bekommen?

Oberbürgermeister Bernd Häusler hat den Bau eines Kreisverkehrs erneut beim Regierungspräsidium beantragt. Zudem ist von der Stadt Singen geplant, entlang der Kirchstraße und der Kreisstraße nach Steißlingen, bis hin zum bestehenden Radweg, einen Fuß-und Radweg zu bauen. Aber Knackpunkt ist nach wie vor die Kreuzung Umgehungstraße. Hier müssen wir mit der Forderung zum Bau eines Kreisels weiter am Ball bleiben und auch die Vertreter der umliegenden Gemeinden Volkertshausen, Aach, Eigeltingen und Steißlingen noch stärker mit einbinden.

Können Ihrer Meinung nach auch kleinere Sofortmaßnahmen für Verbesserungen sorgen?

kleineren Sofortmaßnahmen, die schnell umsetzbar sind, zählen meiner Meinung nach eine neue Beschilderung an dieser Kreuzung. So sollten auf der Umgehungsstraße L 189 zusätzliche Verkehrszeichen „Vorsicht, gefährliche Kreuzung“ sowie „Vorsicht, Fußgänger und Radfahrer kreuzen“ angebracht werden. Außerdem sollte auf die Geschwindigkeitsreduktion „Tempo 70“ aus Richtung Volkertshausen früher aufmerksam gemacht werden. Grundsätzlich befürworte ich diese Maßnahmen, jedoch sind diese nicht die Lösung für das eigentliche Problem und somit kein Ersatz für den Kreisel an dieser Stelle.

Fragen: Albert Bittlingmaier

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