Wachsamkeit zahlt sich aus
Blechschilder und Plakate sollen auf die Aktion "Wachsamer Nachbar" aufmerksam machen. Manuela Stengele und Marcel Da Rin (Singener Kriminalprävention) sowie Michael Schrimpf (Referat Prävention beim Konstanzer Polizeipräsidium) und Oberbürgermeister Bernd Häusler (von links) stellen die Initiative vor.
Blechschilder und Plakate sollen auf die Aktion "Wachsamer Nachbar" aufmerksam machen. Manuela Stengele und Marcel Da Rin (Singener Kriminalprävention) sowie Michael Schrimpf (Referat Prävention beim Konstanzer Polizeipräsidium) und Oberbürgermeister Bernd Häusler (von links) stellen die Initiative vor. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Singen
09.02.2018 14:46
Die Singener Kriminalprävention warnt vor Einbrechern und betreibt Aufklärung mit Plakaten und Info-Material. Die Einbruchszahlen gehen allerdings seit längerem deutlich zurück.

Die Singener Kriminalprävention (SKP) hat für die Initiative „Wachsamer Nachbar" 10 000 Euro vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg bekommen. Große Plakate machen bereits auf Bussen auf die Aktion aufmerksam. Schilder und Infomaterial mit Tipps zum Einbruchschutz können bei der SKP angefordert werden.

Eigentlich sind die Einbrüche in Singen enorm zurückgegangen. Jedenfalls die, die bei der Polizei zur Anzeige kommen. Und das ist der Normalfall. Anders ist es bei Laden- oder Fahrraddiebstahl, wo es eine hohe Dunkelziffer gibt. Waren es im Jahr 2014 noch 91 Einbrüche in Singen, so gab es 2017 nur noch 30. „Doch in der Bevölkerung wird das anders wahrgenommen“, sagt der Leiter des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Konstanz, Michael Schrimpf. Das Thema „Wohnungseinbruch“ beschäftige die Menschen, weiß auch OB Bernd Häusler. Natürlich bekommen die Bürger Angst, wenn sie von Einbruchserien in der Zeitung lesen und die Einbrecher sogar nicht davor zurückschrecken, nachts, während die Bewohner schlafen, die Wohnung zu durchsuchen.

Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses in Rottweil auf (nachgestellte Szene). <em>Bild: Silas Stein/dpa</em>
Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses in Rottweil auf (nachgestellte Szene). Bild: Silas Stein/dpa Bild: Silas Stein

Mit dem Betrag von 10 000 Euro, den die SKF vom Innenministerium bekommen hat, wurden auch insgesamt 1000 Blechschilder hergestellt, die die Bürger anfordern und an ihrem Haus anbringen können. „Auf den Bussen haben wir bereits große Plakate aufbringen lassen, und auch für Baustellen gibt es große Banderolen mit dem gleichen Motiv“, so Häusler. „Wir wünschen uns, dass sich Nachbarn zusammentun und ein Auge auf fremde Personen haben, die sich in ihrem Wohngebiet ungewöhnlich verhalten“, ergänzt der Leiter der SKP, Marcel Da Rin.

Die Erfahrung der Polizei hat gezeigt, dass gerade die oberen Stockwerke in Mehrfamilienhäusern gern von potentiellen Einbrechern ausspioniert werden. „Deshalb sei es wichtig, wenn Nachbar wachsam hinschauen“, so Schrimpf. „Wir sind froh, dass sich die Stadt Singen so intensiv mit dem Thema Einbruchschutz beschäftigt. Die Singener Kriminalprävention ist für uns als Polizei das beste Modell und hat Vorbildfunktion für andere Städte“, sagt Schrimpf. Das Land Baden-Württemberg hatte für Einbruchschutz insgesamt 200 000 Euro Fördergelder gegeben. Singen hat mit 10 000 Euro die Maximalförderung bekommen.

Die Polizei macht auch sicherungstechnischen Beratungen. In Singen sind das zwischen 50 und 80 Beratungen im Jahr. Da kann es beispielsweise darum gehen, dem Hausbesitzer aufzuzeigen, wo es Schwachstellen gibt, die für Einbrecher eine leichte Hürde darstellen. Für Maßnahmen zum Einbruchschutz gebe es auch staatliche Förderungen. Falls man einen Einbrecher auf frischer Tat ertappe, solle man nicht die Konfrontation suchen, sondern die Notrufnummer 110 wählen.

Schutz vor Einbrechern

  • Haustüren nicht nur ins Schloss ziehen, sondern abschließen
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren nicht gekippt lassen
  • Einstiegshilfen wie herumliegende Leitern oder große Tonnen beseitigen
  • Ersatzschlüssel beim Nachbarn statt im Schlüsselversteck
  • Anwesenheit vortäuschen durch leeren Briefkasten oder Licht mit Zeitschaltuhren
  • Kontakt: Singener Kriminalprävention, Leitung Marcel Da Rin, Telefon (07731) 8 55 44 oder E-Mail: skp@singen.de (sgr)
  • Infos: www.k-einbruch.de
Ihre Meinung ist uns wichtig
0 Kommentare