Expeditionsbus bietet Schülern Raum für Experimente
Wie man im Eigenheim nachhaltig handeln kann, das erklären Thomas Ellmer (rechts) und Karin Kolbe (links) hier der Neuntklässlerin Lilian Abdi. Das Expeditionsmobil zum Thema Nachhaltigkeit war zu Gast an der Hebelschule in Singen. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Wie man im Eigenheim nachhaltig handeln kann, das erklären Thomas Ellmer (rechts) und Karin Kolbe (links) hier der Neuntklässlerin Lilian Abdi. Das Expeditionsmobil zum Thema Nachhaltigkeit war zu Gast an der Hebelschule in Singen. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Singen
07.12.2017 12:01
Auf dem Schulhof der Johann-Peter-Hebelschule steht es: das Expeditionsmobil der Landesstiftung Baden-Württemberg. Hier dürfen die Schüler Sachen ausprobieren und erfahren Wissenswertes zu den Themen Nachhaltigkeit und Energiewende.

Bereits im Jahr 1713 hat der Kameralist Hans Carl von Carlowitz (1674 bis 1714) in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica" oder "haußwirthliche Nachricht und naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht" zum ersten Mal den Begriff "Nachhaltigkeit" verwendet. Mit dem Thema "Nachhaltigkeit" ist auch das Expeditionsmobil der Landesstiftung seit 2010 unterwegs und informiert unter anderem in Schulen über die Thematik, die heute in allen Medien präsent ist.

"Unsere Fachlehrerin Steffi Erben hat sich darum gekümmert, dass das Expeditionsmobil zu uns an die Schule kommt", sagt Konrektor Marc Laporte-Hoffmann. Rund 70 Acht- und Neuntklässler erfahren zunächst von der Diplombiologin Karin Kolbe einiges über die Grundlagen von Nachhaltigkeit und Energiewende, bevor sie ins Fahrzeug kommen. "Wie würdet Ihr abstimmen, wenn in Eurer Sichtweite eine Windkraftanlage gebaut werden sollte"?, fragte sie die Schülerinnen und Schüler. Damit Baden-Württemberg das gesteckte Ziel, bis 2020 zehn Prozent des Stroms aus Windkraft zu erzeugen, erreichen würde, müsse man noch 1000 Windkraftanlagen im Land bauen, so Kolbe. Doch die Widerstände sind in der Bevölkerung bekanntlich groß. Im Expeditonsmobil erfahren die Schüler, wie laut Windräder sind. Klappen-Exponate zum Thema Windkraft regen aber auch zu Diskussionen an.

Auch über die Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel befragte Karin Kolbe die Schüler. Wenn sie die Wahl hätten, eine Reise mit dem Zug, dem Auto oder dem Flugzeug zu machen, tendierte eine große Mehrheit zum Flugzeug. Sie erläuterte aber auch die Zusammenhänge zwischen dem Neukauf von Handys und den Auswirkungen von Elektroschrott, der ins Ausland exportiert wird: "Ihr solltet Euch grundsätzlich mal die Frage stellen, was brauche ich wirklich und gibt es Alternativen." Beispielsweise nicht gleich ein neues Handy kaufen, weil das Display einen Sprung hat, sondern dieses zu reparieren, riet Kolbe den Schülern. Ganz schön viel Strom sparen könne man auch schon durch das Abstellen des Stand-By-Betriebs an der Steckerleiste.

Im Expeditionsmobil können die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen Dinge ausprobieren. So erreichen sie beim Exponat zur Ladeenergie durch eigenes Kurbeln, dass es eine Knallgasreaktion gibt. 20 Mitmach-Exponate sind im Bus aufgebaut. So können bis zu sechs Mitspieler beim "Netzspiel" erforschen, wie fragil das Stromnetz werden kann, wenn alle gleichzeitig Strom abrufen, während ein Mitspieler den Strom für alle erkurbeln muss. Clips und Filme zu Umwelt- und Klimaschutz sind im Nachhaltigkeitskino im Obergeschoss zu sehen.

 

Nachhaltiger Einsatz fürs Umweltbewusstsein

  • Idee: Das Programm der Baden-Württemberg-Stiftung möchte den Nachhaltigkeitsgedanken im Alltag verankern und zum Dialog anregen. Das Fahrzeug tourt mit Fachpersonal seit 2010 durch die Lande, seit Oktober 2013 unter dem Schwerpunkt "Energiewende".
  • Erfolg: Die Expedition N ist bereits mehrfach prämiert worden. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 wurde sie vom Rat für nachhaltige Entwicklung mit dem Siegel "Werkstatt N" und 2011 von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort" ausgezeichnet.
  • Konsequent: Das energieeffiziente Expeditionsmobil erfüllt durch schadstoffreduzierende Technologien die strengen Anforderungen der Euro 6-Norm. Damit ist es auch und gerade im Sinne seiner Zielsetzung ein umweltfreundliches Instrument, um landesweit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger, sowohl in großen Städten als auch in kleinen Ortschaften, zu erreichen. Ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens zeichnet sich das Expeditionsmobil nicht nur durch einen außergewöhnlich geringen Schadstoffausstoß und Spritverbrauch aus, sondern tourt zudem klimaneutral durch alle Regionen des Bundeslands.

Weitere Informationen: www.expeditionN.de

 

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