Zwei Sieger-Entwürfe für die Radolfzeller Mole
Mit den zwei Siegermodellen in der Hand: Geschäftsführer Norbert Reuter von der Bodensee-Hafen-Gesellschaft und Oberbürgermeister Martin Staab. Bild: Georg Becker
Mit den zwei Siegermodellen in der Hand: Geschäftsführer Norbert Reuter von der Bodensee-Hafen-Gesellschaft und Oberbürgermeister Martin Staab. | Bild: Becker, Georg
Radolfzell
09.02.2018 18:30
Der Wettbewerb der Bodensee-Hafengesellschaft für ein neues Gastronomiegebäude ist noch nicht ganz entschieden.

Wenn der Mensch in Radolfzell erst einmal an die Mole gelangt ist, soll er mit einer Gastronomie beglückt werden, die das ganz Jahr für ihn da ist. Dieses Ziel war bei der Bürgerwerkstatt 2012 formuliert worden, jetzt wollen es Stadt und die Bodensee-Hafengesellschaft als Eigentümer des Grundstücks umsetzen. Die Ausgangsposition formuliert OB Martin Staab: "Dort kommt man in der Stadt an, dort wollen wir eine attraktive und zeitgemäße Architektur entwickeln."

Norbert Reuter als Geschäftsführer der Bodensee-Hafengesellschaft hat vor allem die Wirtschaftlichkeit im Blick: "Radolfzell entwickelt sich und wird attraktiver und wir wollen an dieser Entwicklung teilhaben." Die schönen Grundstücke am See nützten wenig, wenn Kosten und Ertrag nicht im Einklang stünden. Deshalb bräuchte es ein hochwertiges Gebäude an der Mole, in dem eine Gastronomie auch das ganze Jahr betrieben werden könne. Knapp zwei Millionen Euro will die Gesellschaft in den Bau investieren.

Der Siegerentwurf des Radolfzeller Architekten Matthias Eck für die Hafenmole-Gastronomie in Richtung Münster gesehen. Bild: Büro Eck
Der Siegerentwurf des Radolfzeller Architekten Matthias Eck für die Hafenmole-Gastronomie in Richtung Münster gesehen. Bild: Matthias Eck

Die Bodensee-Hafengesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Konstanz, sie haben fünf Architekturbüros in Konstanz und Radolfzell mit dem Einreichen eines Entwurfs beauftragt. Eine Jury mit Vertretern der Stadt Radolfzell und der Bodensee-Hafengesellschaft haben die eingereichten Arbeiten bewertet und alle für qualitativ gut befunden. Zwei sind auf Rang eins gesetzt worden: Der Radolfzeller Architekt Matthias Eck hat das freistehende Gebäude mit einem Aussichtsdeck auf dem Flachdach entworfen, das Büro Schaudt aus Konstanz will mit seinem Entwurf eines Holzständergebäudes mit Satteldach an alte Speicherhallen erinnern.

Nun sollen beide Büros ihre Entwürfe überarbeiten, dann werde entschieden, welcher Entwurf für das neue Gebäude genommen wird. Geschäftsführer Reuter räumt ein, dass dies auch eine Geschmacksfrage sei. Das verlockende Aussichtsdeck auf dem Flachdach wäre für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht erreichbar: "Das ist heute schwer zur vermitteln." Beim anderen Entwurf wirke das Gebäude durch das Satteldach viel größer und könnte prägender sein. Bauherr Reuter ist mit dem Wettbewerb zufrieden: "Wir haben zwei sehr gute Entwürfe, die Entscheidung werden wir von der Machbarkeit abhängig machen."

Der Siegerentwurf des Konstanzer Architekturbüros Schaudt für die Gastronomie auf der Mole in Radolfzell in Richtung Höri gesehen. Bild: Architekten Schaudt
Der Siegerentwurf des Konstanzer Architekturbüros Schaudt für die Gastronomie auf der Mole in Radolfzell in Richtung Höri gesehen. Bild: Architekturbüro Schaudt

Mitte März soll feststehen, welches Büro als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgeht. Reuter: "Mit diesem Entwurf gehen wir dann auf Pächtersuche." Die aktuellen Pachtverträge auf der Mole laufen Ende des Jahres aus. Der Baubeginn ist Anfang nächsten Jahres geplant.

Mole-Wettbewerb

Alle Arbeiten des Architektenwettewebs Mole-Gastronomie in Radolfzell sind im Österreichischen Schlösschen im Untergeschoss im Untergeschoss öffentlich ausgestellt. Die Arbeiten sind noch bis zum 23. Februar während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen. Das Projekt der Bodensee-Hafengesellschaft soll mit einem projektbezogenen Bebauungsplan umgesetzt werden. Aufgabe des Wettbewerbs war die Neuplanung einer Ganzjahresgastronomie mit Biergarten auf der Mole in Radolfzell mit Flächen für einen Ticketschalter der Bodensee-Schiffahrtsbetriebe und ein öffentliches WC.

 

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