Kornett-Katastrophe
Radolfzeller Baby an der Trompete: Jörg Junghanns. Bild: bec
Radolfzeller Baby an der Trompete: Jörg Junghanns. Bild: bec | Bild: Becker, Georg
Lachende Holzhauer-Musiker, schräg tönender Redakteur am Kornet. Bild: gm
Lachende Holzhauer-Musiker, schräg tönender Redakteur am Kornet. Bild: gm | Bild: Meier, Gerhard
Radolfzell
09.02.2018 13:13
Wie der unmusikalische Redakteur mit dem Kornett der Holzhauermusik kämpft

Ein knappes Jahr später schlägt die Stunde des Kornetts. Bringt er einen Ton raus oder keinen? Am Rosenmontag 2017 waren die Marine-Musiker der MS Holzhauer in der SÜDKURIER-Geschäftsstelle Radolfzell aufgetaucht und hatten ein Geschenk dabei, für das sonst nur Danaer bekannt sind. Statt eines trojanischen Pferdes legten sie aber ein Kornett für den neuen Redakteur auf den Tisch. Mit der Auflage ihres Chefmusikers Jörg Junghanns: "Nächstes Jahr an Fasnacht musst Du unsere Hymne Helele darauf spielen."

So war das an einem sonnigen Vormittag im Februar 2017. Am diesigen Vormittag des Schmutzigen Dunschtig 2018 sind die Musiker der Holzhauer wieder vorbeigekommen. Als "letzte wa(hr)ren Zeller Babys" hatten sie für den Redakteur ein Lätzchen dabei und ein unfehlbares Gehör, ob er denn auf dem Kornett geübt hat. Er hat. Hat nur nichts genützt. Ein Jahr um den Koffer mit dem Kornett schleichen und eine Stunde Nachhilfeunterricht bei der Tochter, die Horn spielt – alles schien umsonst. Luisa kündigte schon an: "Papa, das wird nichts."

O ja, ich fürchte die Holzhauer, wenn sie das Ausprobieren ihres Geschenks einfordern. Das Kornett fühlt sich gut in der Hand an, tatsächlich, es kommt ein Ton heraus. Ein zweiter, dritter, aber alle schräg, zu kurz. Macht nichts. Im Bigband-Sound der Holzhauermusik gehen die glatt unter und Jörg Junghanns hat ein sonniges Gemüt. Der Möchtegern George Harrison wird nicht in die Kapelle aufgenommen, bekommt aber einen Latz umgehängt. Bin ich froh, Narri Narro.

georg.becker@suedkurier.de

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