Hemdglonker in Radolfzell verläuft ruhig, aber mit recht viel Alkohol
Die Polizei sichert am Mittwoch den Umzugsweg. Den Verlauf des Abends sieht sie positiv, ebenso wie die Veranstalter.
Die Polizei sichert am Mittwoch den Umzugsweg. Den Verlauf des Abends sieht sie positiv, ebenso wie die Veranstalter. | Bild: Gerald Jarausch
Radolfzell
08.02.2018 09:14
Trotz einiger Delikte zieht die Polizei eine positive Bilanz des Radolfzeller Hemdglonkerumzuges. Es kam zu einigen wenigen Auseinandersetzungen – häufig durch Alkohol bedingt – und einer sexuellen Belästigung. Die Polizei bittet um Zeugen. Acht Personen, vier Jugendliche und vier Erwachsene, mussten wegen zu viel Alkohol ins Krankenhaus

Im Vergleich zu den Vorjahren eher ruhig ist die Hemdglonkernacht aus polizeilicher Sicht ausgefallen. Rund 4000 Teilnehmer und Zuschauer, und damit vermutlich weniger als in den Vorjahren, dürften sich im Innenstadtbereich aufgehalten und am närrischen Treiben teilgenommen haben. Dies teilte die Polizei in einer Presseinformation mit. Unterstützt von Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Einsatz und von Diensthundeführern zeigte die Radolfzeller Polizei ständige Präsenz und konnte dadurch sich anbahnende Streitigkeiten bereits frühzeitig beenden.

Dennoch musste festgestellt werden, dass zahlreiche Jugendliche bereits frühzeitig deutlich unter Alkoholeinwirkung standen. Vier Jugendliche und vier Erwachsene mussten deshalb vom Rettungsdienst versorgt und mit Verdacht auf eine Alkoholintoxikation in das Krankenhaus verbracht werden. Fünf Körperverletzungsdelikte, eine Widerstandshandlung gegen Polizeibeamte, eine sexuelle Belästigung und zwei Betäubungsmitteldelikte sind die vorläufige polizeiliche Bilanz der Nacht. Außerdem musste die Polizei mehrere Platzverweise erteilen und sieben Personen, teilweise weil sie die erteilten Platzverweise missachtet haben, oder deutlich unter Alkoholeinwirkung standen, in Gewahrsam nehmen. Aufgenommen wurden ferner zwei Verstöße gegen das Waffengesetz und ein Verstoß gegen das Gaststättengesetz.

Die Polizei teilt einzelne einzelne Sachverhalte mit: Ein 17-Jähriger wurde nach seiner Darstellung gegen 21.30 Uhr im Bereich Marktplatz/Seetorstraße von drei Unbekannten angegriffen und geschlagen. Er erlitt dabei Prellungen. Eine 19-Jährige wurde gegen 21.15 Uhr, in der Höllturm-Passage während des Tanzens von einer unbekannten Frau angegriffen, zu Boden gerissen und mehrfach mit den Füßen getreten. Sie musste anschließend ärztlich versorgt werden. Die unbekannte Angreiferin flüchtete.



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Kurz vor Mitternacht kam es ebenfalls am Marktplatz zu einer Schlägerei, nachdem ein Unbekannter einen 18-Jährigen an seinem Kostüm angefasst hatte. Da er aufgefordert wurde, dies zu unterlassen, ging der Unbekannte mit weiteren Begleitern auf den 18-Jährigen und einen ihm zur Hilfe kommenden weiteren 18-Jährigen los und schlugen mit Fäusten auf die Personen ein, die dabei leicht verletzt wurden. Die Unbekannten flüchteten anschließend in einer aus etwa acht Personen bestehenden Gruppe.

Nahezu zeitgleich wurde ein 17-Jähriger nach seinen Schilderungen am Marktplatz von zwei Unbekannten grundlos geschlagen und stürzte mit Wucht gegen ein Fenster eines Kaufhauses, das dadurch nach innen gedrückt wurde. Gegen 22 Uhr, wurden zwei junge Frauen von einem Unbekannten, der ein neongrünes Bärenkostüm getragen haben dürfte, im Intimbereich angefasst und dadurch sexuell belästigt. Der etwa 40-jährige, 1,70 Meter große Mann trug einen Drei-Tage-Bart und hat einen dunklen Haarkranz. Zu den genannten Sachverhalten werden Zeugen gebeten, sich bei der Polizei Radolfzell, Telefon (07732) 95066-0, zu melden.



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Beim Konsum von Kokain konnten am Donnerstag, gegen 0.15 Uhr, in der Löwengasse von einer Polizeistreife zwei Männer überrascht werden. Sie müssen sich, ebenso wie ein Mann, der im Besitz einer Kleinmenge Marihuana war, wegen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

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