Kreis Konstanz in Sorge wegen der drohenden Bienenpest
Bienen auf der Wabe: Imker im Kreis Konstanz sind gewarnt, nachdem im Schweizer Grenzgebiet in einem Bienenstand die amerikanische Faulbrut festgestellt wurde.
Bienen auf der Wabe: Imker im Kreis Konstanz sind gewarnt, nachdem im Schweizer Grenzgebiet in einem Bienenstand die amerikanische Faulbrut festgestellt wurde. | Bild: Sprich
Konstanz
13.09.2017 19:03
Diagnose: amerikanische Faulbrut. Im Kanton Schaffhausen, nahe der deutschen Grenze, ist die eine gefährliche Bienenkrankheit ausgebrochen. Nun werden auch im Landkreis Konstanz Bienenbestände getestet.

In diesem Fall droht die Gefahr aus der Schweiz: Nachdem in einem Bienenstand in Ramsen (Kanton Schaffhausen) die amerikanische Faulbrut ausgebrochen ist, sind auch Behörden und Imker im benachbarten Landkreis Konstanz alarmiert. Denn gegen die Bienenpest genannte Bakterieninfektion der Bienenbrut ist kein Kraut gewachsen. Ab einem bestimmten Umfang des Befalls müssen die Bienenvölker getötet und mitsamt der Behausung verbrannt werden, wie der Vorsitzende des Imkervereins Konstanz, Martin Schröpel, erläuterte. Das Kreisveterinäramt wendet den von den Schweizer Behörden um den Standort Ramsen gezogenen Sperrzonen-Radius von zwei Kilometern auch auf deutscher Seite an. Damit gilt der Sperrbezirk nun in Teilen der Ortschaft Arlen und der Gemeinde Gailingen. Bienenvölker in dieser Sperrzone müssen amtstierärztlich untersucht werden. Nach Angaben von Veterinäramtsleiter Matthias Gellert wurde bisher ein Bienenstand mit vier Völkern untersucht. Dabei ergaben sich fürs Erste keine Auffälligkeiten. Das Ergebnis der Laboruntersuchung liegt noch nicht vor.

Die Tierseuche übertragen Bienen durch die Nahrungsaufnahme. Die Krankheit kann und darf in Deutschland nicht therapiert werden. Sie befällt Bienenlarven und zerstört sie komplett. Am Ende bleibe nur eine übelriechende Substanz übrig, erläuterte Imker Martin Schröpel. Der Bienenhalter, der auch Bienenseuchenbeauftragter des Landratsamts ist, zeigte sich besorgt. Er verwies darauf, dass die Sporen der Bakterien sehr widerstandsfähig sind und Jahrzehnte in unbewohnten Bienenkästen überdauern können. Ein Problem sieht Schröpel in ungemeldeten Bienenhaltungen: "Wenn wir nicht alle Bestände kennen, ist die Bekämpfung schwer.

" Das Veterinäramt fordert auch die Hobbyimker auf, die nicht einem Verein angeschlossen sind, ihre Bienenbestände zu melden. Die amerikanische Faulbrut ist zwar für Bienen ansteckend, aber nicht auf den Menschen übertragbar. Und der Verzehr des Honigs sei für Menschen unbedenklich, so das Veterinäramt in einer Mitteilung.

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