Vier gute Gründe: 2018 lohnt es sich, mal wieder ein Museum in Konstanz zu besuchen
<strong>Vielgesichtig:</strong> „Charakterköpfe – Bodenseegeschichte in Portraits, Miniaturen und frühen Fotografien“ – wer war Josepha von Hebenstreit, hier in einem Bild eines unbekannten Künstlers? Antworten nicht nur darauf gibt das Rosgartenmuseum von 28. Juni bis 30. Dezember.
Vielgesichtig: „Charakterköpfe – Bodenseegeschichte in Portraits, Miniaturen und frühen Fotografien“ – wer war Josepha von Hebenstreit, hier in einem Bild eines unbekannten Künstlers? Antworten nicht nur darauf gibt das Rosgartenmuseum von 28. Juni bis 30. Dezember. | Bild: ANNETTE WEISKE/Städtische Museen Konstanz
<strong>Faszinierend:</strong> "Ab in die Federn – wie Vögel sich schmücken, tarnen und fliegen“ – hier sind Federn des Argusfasans zu sehen. Es ist nur ein kleiner Teil der Sammlung von Heiko Hörster aus Kreuzlingen, zu sehen im Bodensee-Naturmuseum (im Sea Life) von 17. März ein ganzes Jahr lang.
Faszinierend: "Ab in die Federn – wie Vögel sich schmücken, tarnen und fliegen“ – hier sind Federn des Argusfasans zu sehen. Es ist nur ein kleiner Teil der Sammlung von Heiko Hörster aus Kreuzlingen, zu sehen im Bodensee-Naturmuseum (im Sea Life) von 17. März ein ganzes Jahr lang. | Bild: Städtische Museen Konstanz
<strong>Politisch:</strong> „Masaryk und Hus: Der erste tschechoslowakische Präsident und sein Vorbild“ – hier ist Tomas Garrigue Masaryk zu sehen, der wie der in Konstanz verbrannte Jan Hus ein wichtiger Teil der Geschichte unseres Nachbarlandes ist. Darum geht es im Hus-Haus von 2. Mai bis 31. Oktober.
Politisch: „Masaryk und Hus: Der erste tschechoslowakische Präsident und sein Vorbild“ – hier ist Tomas Garrigue Masaryk zu sehen, der wie der in Konstanz verbrannte Jan Hus ein wichtiger Teil der Geschichte unseres Nachbarlandes ist. Darum geht es im Hus-Haus von 2. Mai bis 31. Oktober. | Bild: Städtische Museen Konstanz
<strong>Prominent:</strong> „Das gezeichnete Leben. Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes“ – die Zeichnungen aus der Sammlung des Bankiers Brandes (1839-1907) wurden der Stadt Konstanz vermacht. Meisterwerke wie dieses von Adolph Menzel sind von 15. September bis 18. November zu sehen.
Prominent: „Das gezeichnete Leben. Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes“ – die Zeichnungen aus der Sammlung des Bankiers Brandes (1839-1907) wurden der Stadt Konstanz vermacht. Meisterwerke wie dieses von Adolph Menzel sind von 15. September bis 18. November zu sehen. | Bild: Städtische Museen Konstanz
Konstanz
26.01.2018 22:29
Wunderwerke der Natur und Künstler von Weltrang: Die Konstanzer Museen haben 2018 ein umfangreiches Programm. Vor allem die Wessenberg-Galerie bietet mehrere spannende Ausstellungen. Hier kommen die wichtigsten Tipps.
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Lust auf einen Museumsbesuch, Interesse an überraschenden Entdeckungen oder Neugier auf die Geschichte von Stadt und Region? Da können die Museen der Stadt Konstanz in diesem Jahr gleich siebenfach weiterhelfen. Denn sieben Sonderausstellungen sind in den vier Häusern (Rosgartenmuseum, Wessenberg-Galerie, Bodensee-Naturmuseum und Hus-Haus) in diesem Jahr zu sehen. Das Angebot reicht von faszinierenden und spektakulär präsentierten Vogelfedern im Hus-Haus über eine regionalgeschichtliche Portrait-Ausstellung im Rosgartenmuseum bis zu den Superstars der Kunstgeschichte, von denen die Stadt Konstanz wertvolle Zeichnungen besitzt, die nicht einmal jedes Jahrzehnt zu sehen sind.

1. Namen von Weltrang in der Wessenberg-Galerie

Besonders interessant fällt in diesem Jahr das Angebot in der oft unterschätzten Wessenberg-Galerie aus. Mit der Eröffnung des Kulturzentrums am Münster 1998 machte sie vor 20 Jahren einen Neustart. Und aus dem Anlass des runden Geburtstags schaut Chefin Barbara Stark vor allem nach innen. Denn in den Depots der Galerie ruhen wertvolle Werke, die zum Teil nach Jahrzehnten wieder erstmals ausgestellt werden. Dass die Ausstellung mit den spektakulärsten Namen – unter ihnen Dürer und Menzel, Rembrandt und Tiepolo – erst im Herbst läuft, hat einen bezeichnenden Grund: Die Räume der Galerie sind nicht klimatisiert. Im Sommer, so Barbara Stark, ist die Luft viel zu feucht für derart wertvolle Kunstwerke.

2. Aus 7000 Kunstwerken haben Experten die besten ausgewählt

Doch auch über den Sommer bietet die Wessenberg-Galerie Kunst von Gewicht. Nach der noch bis 1. April laufenden Ausstellung mit Bildern von Ernst Würtenberger und nach einer einmonatigen Sanierung (bei den Fenstern reicht das Geld nur für einen Anstrich) gibt es ein "Best-of" aus der Sammlung der Galerie. Aus mehr als 7000 Werken haben die Macher der Ausstellung eine Auswahl getroffen, die die Breite dieses Kunstschatzes zeigt und zugleich deutlich macht, wie unterschiedliche Kunst zur gleichen Zeit entstehen konnte. Und damit die Zeitreise, so auch der Titel der Ausstellung, nicht zu anstrengend wird, beschränkt sich die Galerie auf die Zeit von 1900 bis heute.

3. Menschen erzählen Geschichte(n) – im Rosgartenmuseum

Ebenfalls einen Spaziergang bietet das Rosgartenmuseum an, allerdings nicht nur durch die Zeit, sondern auch durch den Raum. Direktor Tobias Engelsing stellt aus privaten Konstanzer Sammlungen, mit Leihgaben aus der Region und einem tiefen Blick in den eigenen Bestand eine Portrait-Ausstellung zusammen. "Charakterköpfe – Bodenseegeschichte in Portraits, Miniaturen und frühen Fotografien" heißt sie. In rund 150 Werken, ausgestellt im Stammhaus in der Rosgartenstraße, ruft sie Personen und Persönlichkeiten in Erinnerung und erzählt deren Geschichten. Adlige, Patrizier, strebsame Bürger und streitbare Demokraten seien zu sehen, so Tobias Engelsing. Zugleich macht die Schau deutlich, wie sich die Kultur der (Selbst)-Darstellung verändert hat. So gibt es auch einige der frühesten Fotografien zu sehen, die im Bodenseeraum überhaupt gemacht wurden. Die in der von Louis Daguerre entwickelten Technik angefertigten Bilder gehören zum Bestand des Rosgartenmuseums – gemacht hat sie einst Johann Baptist Isenring aus St. Gallen, ein Fotografie-Pionier, den das Museum dem Vergessen entreißt.

4. Für Familien und Kinder ideal: Das Bodensee-Naturmuseum gibt's auch ohne Sea Life

Dass die Natur ebenfalls Kunstwerke hervorbringt, das kann man am 17. März im Bodensee-Naturmuseum in einer besonders außergewöhnlichen Ausstellung sehen. In Kreuzlingen sammelt Heiko Hörster das, was er selbst als gefiederte Bilder bezeichnet. Von heimischen wie exotischen Arten sind dabei Exemplare zu sehen, sagt Chefin Martina Kroth. Zur Ergänzung zeigt sie Vogelpräparate aus der biologischen Lehrsammlung der Universität und des Bodensee-Naturmuseums. Das ist gerade für die Kleinen spannend: Für Schulklassen und Kindergarten-Gruppen gibt es besondere Veranstaltungen, Familien und Kindern werden gezielt Führungen angeboten. Der Eintritt ins Museum ist in der Karte fürs Sea Life eingeschlossen, kann aber auch für wenig Geld gesondert bezahlt werden.

Was, wann, wo, wie teuer: Alle über die Konstanzer Museen

  • Das Rosgartenmuseum ist der Heimatgeschichte verpflichtet. Zu sehen gibt es Kunstwerke und Alltagsgegenstände aus der Geschichte der Stadt. Zu den besonderen Stücken gehört ein Stadt-Modell aus dem 19. Jahrhundert und die weltberühmte Richtental-Chronik. In Text und Bilder erzählt darin ein Bürger die Ereignisse beim und rund ums Konzil vor 600 Jahren. 2017 hatte das Rosgartenmuseum 53 962 Besucher (2016: 50 101). Eintritt: drei Euro.
  • Die Wessenberg-Galerie ist das kleine Kunstmuseum der Stadt. Sie zeigt in einigen Räumen des Kulturzentrums am Münster vor allem kleinformatige Arbeiten – denn viel Platz hat die Wessenberg-Galerie nicht. Ihr Name erinnert an Heinrich Ignaz von Wessenberg (1774-1860), der seine Kunstsammlung an die Öffentlichkeit stiftete. Die Wessenberg-Galerie ist wie das Rosgartenmuseum von Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der und bietet ebenfalls viele Veranstaltungen an. Der Eintritt beträgt drei Euro. Im Jahr 2017 kamen 14 521 Gäste (2016:14 294).
  • Im Bodensee-Naturmuseum steht die Umwelt im Vordergrund. Einer Initiative von Bürgern ist es zu verdanken, dass die Stadt Konstanz ihre große naturkundliche Sammlung nicht weggegeben hat. Das Naturmuseum erhielt im Sea Life Center auf Klein Venedig eine neue Heimat, Besucher des Großaquariums kommen am Ende des Rundgangs automatisch dorthin. Das Naturmuseum kann aber auch gesondert besucht werden, der Eintritt beträgt dann nur zwei Euro für Erwachsene. Offen ist es täglich von 10 bis 17 Uhr, Juli und August bis 18 Uhr. 2017 kamen 142 402 Besucher (2016: 166 886).
  • Das Hus-Haus ist ein Stück Tschechien in Konstanz. Es erinnert vor allem an den böhmischen Reformator Jan Hus, der vor 600 Jahren beim Konstanzer Konzil als Ketzer verbrannt wurde und für die Menschen im Nachbarland ein wichtiges Stück Nationalgeschichte darstellt. Das Museum gehört der Hus-Gesellschaft in Prag, die an die dortige Karlsuniversität angegliedert ist. Die städtischen Museen betreiben es im Auftrag der Gesellschaft. Offen ist es im Winterhalbjahr täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Im Jahr 2017 wurden 17 649 Besucher gezählt (2016: 18 852).