Rock am See als mehrtägiges Event? So diskutieren unsere User über die Zukunft des Festivals
Rock am See 2015
Rock am See 2015 | Bild: Plessing
Konstanz
24.08.2016 15:32
Steigende Eintrittspreise, steigende Konkurrenz: Der Festival-Dino Rock am See blickt einer schwierigen Zukunft entgegen. Trotz eines viel gelobten Line-Ups kamen zur 30. Auflage nur 15.000 von möglichen 25.000 Besuchern ins Bodenseestadion. Auf Facebook diskutierten unsere User eifrig über Ursachen und neue Konzepte.
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Es ist nicht einfach aus dem Gedächtnis alle Festivals-und festivalähnliche Veranstaltungen im Sommer und Herbst 2016 in der Konzilstadt und näherer Umgebung zusammenzurechnen. Wir haben uns dennoch die Mühe gemacht und kommen auf sage und schreibe 16, darunter drei eintägige im Bodenseestadion (Fresh, Gute Zeit und Rock am See). Das dürfte ein neuer Rekord sein. 

Das Angebot für Musikbegeisterte ist also reichhaltig. Das bedeutet im Umkehrschluss für die Anbieter aber auch einen harten Konkurrenzkampf um die attraktivsten Künstler. Hinzu kommt eine Entwicklung, die die Ticketpreise immer weiter steigen lässt: Musiker verdienen ihren Lebensunterhalt in Zeiten von allgegenwärtiger Verfügbarkeit von Musik via Youtube, Spotify, MP3-Downloads zu einem großen Teil über Live-Auftritte. Die goldenen Zeiten der Schallplatte und CD, mit deren Verkauf sich gut Leben ließ, sind vorbei. 

Trotz dieser Entwicklung konnte die diesjährige 30. Auflage von Rock am See im Bodenseestadion viele überzeugen. Mit Muse aus Großbritannien hat Veranstalter Dieter Bös eine Band verpflichtet, die seit einigen Jahren in der Champions-League der Musikbranche spielt. Auch die rotzig-frechen Libertines mit Frontmann und Skandalnudel Pete Doherty darf man getrost zu den A-Klasse-Bands zählen, von den Punkurgesteinen von Bad Religion ganz zu schweigen. 

Dennoch schlug sich das nicht in den Besucherzahlen nieder.
Viele Kommentatoren auf Facebook vermissen Superstars wie Green Day (zuletzt 2012), Metallica (2003) oder Rammstein (1997), die in früheren Jahren das Stadion füllen konnten und generationenübergreifend Besucher anziehen. Einen weiteren Grund für rückläufige Besucherzahlen vermuten unsere User in den hohen Ticketpreisen (82 Euro), die im Vergleich zu mehrtägigen Festivals mit weitaus mehr Bands (wie zum Beispiel das Southside für knapp 200 Euro) nicht mithalten können. Tatsächlich hat das dreitägige Southside in Neuhausen ob Eck in den vergangenen 15 Jahren stetig mehr Besucher angezogen. 2014 waren es etwa 60.000.

Rock am See als mehrtägiges Festival?

Eins ist sicher: Die Ticketpreise werden zukünftig eher noch steigen, da eben auch die Gagen der Bands und die Anforderungen an die Security und Organisation gleichzeitig nach oben gehen. Einige User liebäugeln deshalb mit einer Ausweitung des Rock-am-See-Festivals auf zwei oder drei Tage. So schreibt User John Löser auf Facebook: "Verlegt es an nen anderen Ort, bzw. sucht eine Campingmöglichkeit für viele Besucher, macht aus dem einen Tag 2 oder 3 Tage - dann darf da gerne noch was auf den Ticketpreis drauf gerechnet werden, 80-90€ für einen Tag sehen viele Menschen, inklusive mir, nicht ein." 

Tatsächlich hat Dieter Bös vom Veranstalter Koko & DTK schon in einem SÜDKURIER-Interview von 2014 an eine Erweiterung des Festivals gedacht. Bisher ist aber nichts daraus geworden. 
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Was die Kritik an den Preisen angeht, gibt es aber auch andere Stimmen. So schreibt User Christoph Riehmann: "Also wenn man sich überlegt, dass man teilweise schon für eine Band/Konzert 50-80 Euros hinlegt, finde ich das auch für ein Eintages-Festival mit mehreren Bands nicht zu teuer. In Zürich beispielsweise hat man für Coldplay alleine satte 130.-Sfr hingeblättert. Und in Deutschland steigen die Eintrittspreise auch!"

Wie sich die Festivallandschaft in und um Konstanz entwickeln wird, steht in den Sternen. Fest steht nur, dass die Zukunft spannend werden dürfte. Rock am See soll übrigens kommendes Jahr am 2. September über die Bühne gehen, verriet uns Festivalchef Dieter Bös. 



 
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