Das Ende des Turnschuhbaums am Seerhein: Stück für Stück muss die Pappel weichen
Ein Stück Turnschuhbaum im Schnee und im Hintergrund eine Kettensäge.
Ein Stück des beliebten Turnschuhbaums liegt im Schnee. | Bild: Aurelia Scherrer
Konstanz
13.02.2018 09:31
Am Dienstagmorgen haben die Technischen Betriebe Konstanz mit der Fällung des Turnschuhbaums am Winterersteig gegenüber der HTWG begonnen. Aktivisten besetzten vorübergehend den Fällplatz.
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Am Dienstagmorgen war am Seerhein in Konstanz einiges los: Denn nach Wochen der Diskussion rund um den Turnschuhbaum begannen heute die Arbeiten zur Entfernung des bei den Konstanzer Bürgern beliebten Baums. Dazu wurde der Bereich rund um den Turnschuhbaum bereits am frühen Morgen abgesperrt. Wägen mit ausfahrbaren Kränen zum Fällen und Abtransportieren des Baums standen bereit. 

 

 

Einige Äste lagen bereits nach kurzer Zeit auf dem Boden. Stück für Stück verschwanden sie in einem großen, grünen Container.

 

 

Doch schon nach kurzer Zeit standen die Arbeiten still. Der Grund dafür: Eine Bürgerinitiative hat sich um den Kultbaum versammelt. Diese Initiative hatte sich bereits vor wenigen Jahren für den Erhalt der Tägermoos-Pappeln eingesetzt. Mit ihrem Protest wollten sie die Fällarbeiten am Turnschuhbaum verzögern.

 

Für den Turnschuhbaum hatten sie sogar einen Baumsachverständigen engagiert. Er war zu der Erkenntnis gekommen, dass der Baum mit entsprechenden Pflegemaßnahmen erhalten werden kann.

Die Stadt Konstanz bezog sich bei ihrer Einschätzung auf einen eigenen Experten. Der sah die Pappel gefährdet und vor allem die Sicherheit von Passanten. Der Technische und Umweltausschuss traf schlussendlich, nach vielen Diskussionen innerhalb der Stadt und mit den Baumschützern, die Entscheidung zur Fällung. 

Am Dienstag begannen deshalb die Arbeiten am Baum. Mit ausfahrbaren Wägen und Motorsägen wurde die beliebte Pappel nach und nach in Einzelteile zerlegt, nachdem die Gegner des Abrisses sich gegen 11 Uhr zurückzogen.

Nachdem die kleineren Äste an den Seiten beseitigt wurden, ging es schnell an die größeren Teile des Baums. Dafür mussten die Arbeiter mit der Motorsäge in die Höhe fahren. 

Langsam und in kleinen Schritten wurden dann größere Teile des Baums angesägt und nach und nach abgebrochen. Das Knarzen war deutlich zu hören. 

 

 

Der große Baumteil wurde dann langsam in Richtung Boden bugsiert. Mit ihm fand auch das letzte Paar Turnschuhe der Pappel den Weg in Richtung Asphalt. 

 

 

Wenige Stunden später war nurnoch der Stumpf des Baums am Seerhein zurück geblieben. Sonst erinnert  nichts mehr an die Pappel am Seerhein, die noch am Morgen mit lauter Turnschuhen geschmückt war. 

 

Polizeieinsatz wegen hartnäckiger Aktivisten: Den Artikel mit den Hintergründen und Stimmen zur Fällung des Turnschuhbaums finden Sie hier.

Fotos: Aurelia Scherrer/ Claudia Rindt, Videos: Wiebke Wetschera