Nach Unfall auf dem Gnadensee: Was Boote auf dem Bodensee dürfen und was nicht
Das gekenterte Motorboot wird in Allensbach an Land gebracht, nachdem ein Rettungsboot des DLRG es von der Unfallstelle ans Ufer schleppte. Bild: DLRG Konstanz/Clemens Menge
Das gekenterte Motorboot wird in Allensbach an Land gebracht, nachdem ein Rettungsboot des DLRG es von der Unfallstelle ans Ufer schleppte. Bild: DLRG Konstanz/Clemens Menge
Allensbach/Reichenau
16.08.2017 14:46
Am Dienstagnachmittag wurde ein kleiner Junge beim Zusammenstoß eines Motorboots mit einem Segelboot zwischen Allensbach und der Insel Reichenau schwer verletzt. Der Leiter der Wasserschutzpolizei Konstanz spricht von "einem der dramatischsten Einsätze" der vergangenen Jahre.

Sonne, leichter Wind, 26 Grad Luft- und 23 Grad Wassertemperatur klingen für Bootsfahrer nach einem tollen Tag auf dem See. Wären an diesem Tag nicht mehr als 30 Feuerwehrleute, 20 Wasserretter, etliche Sanitäter und drei Rettungshubschrauber im Einsatz gewesen.

Auf dem Gnadensee zwischen Allensbach und der Insel Reichenau stößt am Dienstag ein kleines Motorboot mit einem Segelboot zusammen. Ein kleiner Junge wird schwer am Bein verletzt, er saß auf der Bugspitze des Motorboots. "Einen solch dramatischen Unfall hatten wir sehr lange nicht auf dem See", sagt der Leiter der Wasserschutzpolizei Konstanz (Wapo), Hubert Trenkle am Mittwoch.

"Grundsätzlich ist es der richtige Rat, niemanden auf den Bug eines Bootes zu setzen", sagt Stefan Basel, Leiter des Amts für Straßenverkehr und Schifffahrt beim Landratsamt Konstanz. Damit folgt er Empfehlungen von Wapo und DLRG. Widerrechtlich gehandelt hat der 67-jährige Schiffsführer und Großvater des verletzten Jungen nicht. Auf Booten gibt es weder eine Gurtpflicht, noch ein Verbot, sich frei darauf zu bewegen zu dürfen.

Was es dagegen gibt, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen. "Bei 40 Stundenkilometern ist auf dem Bodensee Schluss", sagt Hubert Trenkle von der Wapo. In Uferbereichen liegt das Tempolimit bei zehn Stundenkilometern. "Dort führen wir immer wieder Radarkontrollen durch", ergänzt Trenkle.

Beim Bootsunfall auf dem Gnadensee fuhr der Schiffsführer des Motorboots nach derzeitigem Sachstand in einer 40er-Zone. Die Leistung des Boots wird auf 30 PS beziffert. Auch das ist weder verboten, noch besonders hoch, sagt Stefan Basel vom Schifffahrtsamt: "Das ist sogar eine eher niedrige Leistung." Bis zu 100 PS dürften Boote mit Außenbord-Motoren aktuell auf dem Bodensee haben, was mit den Abgasvorschriften zusammenhänge. Liegt der Motor innen, sind die Grenzen nach oben offen und richten sich nach den Regeln im Straßenverkehr. Stefan Basel: "Ein Auto darf ja auch mit 500 PS auf die Straße, solange es die Abgasnormen erfüllt."

Ihre Meinung ist uns wichtig
0 Kommentare