Studenten machen Vorschläge für Aach 2030
Stolz auf die gelungenen Vorschläge  zur Schaffung einer neuen Ortsmitte in Aach ist Bürgermeister Severin Graf mit den Studenten der Fachhochschulen Konstanz und Karlsruhe mit ihren Professoren.
Stolz auf die gelungenen Vorschläge zur Schaffung einer neuen Ortsmitte in Aach ist Bürgermeister Severin Graf mit den Studenten der Fachhochschulen Konstanz und Karlsruhe mit ihren Professoren. | Bild: Jürgen Waschkowitz
Aach
17.11.2015 01:55
Studenten der Fachhochschulen Konstanz und Karlsruhe sehen im Ortsbild von Aach großes, aber noch ungenutztes Potenzial. Ihre Ideen sollen ins Projekt Aach 2030 einfließen.

Recht viel Potential für eine ansprechende Präsentation entdeckten Architekturstudenten bei einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Aach. Und sie machten kreative Vorschläge, dieses Potential zu erhalten und noch zu erweitern. „Eines der wesentlichen Ziele des Sanierungsgebietes „Im Dorf“ in Aach ist die Schaffung einer neuen Ortsmitte im Bereich von Rathaus und Mühlenplatz“, stellte Bürgermeister Severin Graf vor. Dies sei ein längerfristig angelegtes Projekt. Zunächst einmal gelte es Ideen zu sammeln, wie sich dieser Bereich entwickeln könnte.

Bei einem Bürgerworkshop hatten sich die Teilnehmer hierzu schon erste Gedanken gemacht. In einem weiteren Schritt will der Bürgermeister auch Ideen von außerhalb einbeziehen. Deshalb kam jetzt eine Gruppe von 20 Architektur-Studenten aus Konstanz und Karlsruhe nach Aach und machte sich im Rahmen eines Workshops Gedanken über die mögliche Gestaltung einer neuen Ortsmitte.

Es sei ganz wichtig, von externen Personen einen neutralen, fachlich erweiterten und unbelasteten Blickwinkel zu erhalten, betonte Severin Graf. „Und dies ist den Studenten hervorragend, überzeugend und besonders erfrischend und lebendig gelungen“, lobte er die vorgestellten Arbeiten.

Die Studenten hatten in gemischten Gruppen jeweils unter einer selbst ausgewählten Thematik die Ortsmitte und ihre Beziehungen zur Gesamtstadt betrachtet und überarbeitet. Die neuen Themen waren: Aach kommt ans Wasser, Integration Hauptstraße und Leitsystem, Vernetzungen in Aach, Platzfolgen sowie Brücken verbinden.

Wesentliche Erkenntnisse bei der Behandlung und den neuen Vorstellungen waren, dass es in Aach keine klaren Strukturen gibt oder sie zumindest nicht erkennbar seien. Der Wasserlauf Aach ist kaum ins Ortsbild integriert und ausgewiesen, die drei wesentlichen Plätze rund um das Rathaus sind nicht vernetzt und werden zu wenig genutzt. Vorhandene Brücken werden kaum als verbindende Elemente erkannt, architektonische Besonderheiten nicht in Szene gesetzt. Insgesamt werde das vorhandene attraktive Potential zu wenig betont und genutzt.

So könnte die Vernetzung der Plätze durch einfache Markierungen erfolgen, schlagen sie vor. Mit einfachen Mitteln, farblichen Gestaltungen der Geh- und Fahrwege, könnte eine Aus-Bremsung des Verkehrs erreicht werden. Ein Leitsystem für Besucher werte den Ort auf und schaffe Verbindungen zu den Teilbereichen rund um die Ortsmitte.

Ganz wichtig bei allen Überlegungen zur Neugestaltung sei die Einbeziehung des Wasserlaufes der Aach und das Herausheben der verschiedenen Wasserbewegungen, „vom gemächlichen und naturnahen Aachtopf über sprudelnde und tosende Bereiche bis zu den ruhig und beruhigend sanft dahingleitenden Wasserläufen“, wie es die begleitende Professorin der Hochschule Karlsruhe, Kerstin Gothe, beschrieb.

„Wir freuen uns über das tolle Material und die zahlreichen Anregungen“, bedankte sich Bürgermeister Severin Graf. „Wir werden in Verbindung bleiben und berichten, was wir aufnehmen konnten in das vor uns liegende Projekt Aach 2030.“


Erhaltung und Neues

Anstelle der Ausweitung weiterer Baugebiete am Ortsrand, will Aach die räumlichen Potentiale des historischen Ortskerns nutzen. Dort befinden sich mehrere teils leerstehende Gebäude unter Denkmalschutz sowie in unmittelbarer Nähe die öffentlichen Hauptplätze. Die Stadt sucht neue Leitbilder und Zukunftsperspektiven, will aber gleichzeitig Tradition und Werte sichern. Es sollen Ideen für ein lebendiges Ortszentrum mit einer identitätstragenden Mitte entwickelt werden. Gelingen soll ein Spagat von Erhaltung und behutsamer Erneuerung mit attraktiven Impulsen. (jw)
Ihre Meinung ist uns wichtig
0 Kommentare