Kamingespräch zur regionalen Bildung: Wo den Schulen der Schuh drückt
In der Justus-Liebig-Schule in Waldshut trafen sich Politik und Schule zum Meinungsaustausch (von links): Michael Matt (Schülersprecher Justus-Liebig-Schule), Thomas Gehr (Schulleiter Justus-Liebig-Schule), Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD-Bundestagsabgeordnete), Stefan Fulst-Blei, Gerhard Kleinböck und Daniel Born (alle Arbeitskreis Bildung der SPD-Landtagsfraktion) und Peter Schallmayer (Lehrer und Moderator). Bild: S. Schleinzer-Bilal
In der Justus-Liebig-Schule in Waldshut trafen sich Politik und Schule zum Meinungsaustausch (von links): Michael Matt (Schülersprecher Justus-Liebig-Schule), Thomas Gehr (Schulleiter Justus-Liebig-Schule), Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD-Bundestagsabgeordnete), Stefan Fulst-Blei, Gerhard Kleinböck und Daniel Born (alle Arbeitskreis Bildung der SPD-Landtagsfraktion) und Peter Schallmayer (Lehrer und Moderator). Bild: S. Schleinzer-Bilal
Waldshut-Tiengen
09.02.2018 13:58
Über die regionale Schulentwicklung, die Rolle der beruflichen Schulen, die Integration junger Flüchtlinge und die Digitalisierung diskutierten Mitglieder des Arbeitskreises Bildung der SPD-Landtagsfraktion mit den Schulleitern der beruflichen Schulen im Landkreis Waldshut. Was dabei herausgekommen ist, erfahren Sie hier.

Die regionale Schulentwicklung, die Rolle der beruflichen Schulen, die Integration junger Flüchtlinge und die Digitalisierung waren Thema eines Kamingesprächs in der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut. Dazu trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Bildung der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei, Daniel Born und Gerhard Kleinböck, die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter, die Schulleiter der sechs beruflichen Schulen, Personalrats-, Eltern- und Schülervertreter. „Das ist eine großartige Sache, dieser Austausch zwischen Schule und Politik“, begrüßte Gastgeber und Schulleiter der Justus-Liebig-Schule, Thomas Gehr, die anwesenden Gäste. „Wir nutzen die Gelegenheit mit Ihnen ins Gespräch zu kommen“, bestätigte Stefan Fulst-Blei.

Lehrer Peter Schallmayer, der die Veranstaltung moderierte, erteilte zunächst Schülersprecher Michael Matt das Wort. Wie sehen die Schüler die Situation in den beruflichen Schulen? Was sind ihre Anliegen? „Wir müssen zu viel Stoff in zu kurzer Zeit lernen, die Lehrpläne in Geschichte zum Beispiel sind veraltet, ein echtes Problem sind auch die räumlichen Kapazitäten“, antwortete Matt. In der Tat bestehe bei der Sanierung von Sportstätten und Schulen ein großer Bedarf, bestätigte Rita Schwarzelühr-Sutter.“Wir sollten der Bildung den Stellenwert geben, den sie verdient und Schulen in Situationen versetzen, wo Lernen Spaß macht.“

„Druck aus der Bürgerschaft, eventuell mit einem Brief an den öffentlichen Kreistag“, empfahl Fulst-Blei. "Mit zwei Stunden Mathe von der Werkrealschule zur Fachhochschulreife, das ist schwer“, griff Gehr das Thema des großen Stoffgebiets in zu kurzer Zeit auf. Hier sei die Politik gefragt, die Schule könne nicht alles leisten, so Gehr weiter. "Zwei Stunden reichen nicht, in Mathe, Deutsch und Englisch fehlen Grundkenntnisse. Die Schüler kommen von verschiedenen Schulen und müssen auf ein Niveau gebracht werden", beklagte sich auch die Schulleiterin der Rudolf-Eberle-Schule Bad Säckingen, Erika Breiling, „wir werden keinem Schüler gerecht“. Eine Ursache sehe sie in dem Wegfall der Zugangsvoraussetzungen. Das sei der Politik geschuldet, die die Notenhürden genommen hätte. „Wir können viel leisten, wir brauchen aber mehr Mittel“, fuhr die Schulleiterin fort.

Ähnlich sahen dies auch die anderen Schulleiter. "Die Schüler können wählen, wo sie hinwollen“, sagte Isabella Schlipphack, Schulleiterin der Kaufmännischen Schulen Bad Säckingen. "Ihnen wird etwas suggeriert, was nicht der Fall ist“, kritisierte sie das jetzige Schulsystem „Macht das duale System attraktiv“, forderte wiederum Schulleiter Frank Decker von den Gewerblichen Schulen Waldshut. „Es gibt attraktive Jobs im Handwerk.“ „Unser Rückgrat ist das Handwerk", gab ihm Fulst-Blei recht.

Unterstützung forderten die Schulleiter auch für die Integration von Flüchtlingen. „Wir können vier Stunden extra Deutsch geben, aber das reicht nicht“, erklärte Decker. „Die Lehrer brauchen Unterstützung“, stimmte ihm Gerhard Kleinböck zu. „Vor allen Dingen brauchen wir einen anderen Ansatz. Wir brauchen Ressourcen und andere Strukturen. Wir brauchen mehr Selbstständigkeit in den Schulen“. Fulst-Blei versprach, die Anregungen mit nach Stuttgart mitzunehmen.

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