Serie Oldtimer-Liebhaber (1): Rudi Hofmann nennt ganze 18 Zwei- und Vierräder sein Eigen
Im Jahr 1993 restauriert Rudi Hofmann in seiner Garage die alte Triumph, Baujahr 1950. Seither hat ihn das Oldtimer-Virus gepackt.
Im Jahr 1993 restauriert Rudi Hofmann in seiner Garage die alte Triumph, Baujahr 1950. Seither hat ihn das Oldtimer-Virus gepackt. | Bild: privat
Viel Zeit und Arbeit hat Rudi Hofmann in seinen roten Flitzer (Baujahr 1982, Renault Alpine A310) investiert, sodass er wieder einwandfrei fährt.
Viel Zeit und Arbeit hat Rudi Hofmann in seinen roten Flitzer (Baujahr 1982, Renault Alpine A310) investiert, sodass er wieder einwandfrei fährt. | Bild: Sandhya Hasswani
Den Renault Dauphine aus dem Jahr 1960 muss Rudi Hofmann zunächst mit einer Kurbel anspringen lassen. Das Auto hat nur drei Gänge, fährt eher gemütlich und das Innere ist nobel ausgepolstert.
Den Renault Dauphine aus dem Jahr 1960 muss Rudi Hofmann zunächst mit einer Kurbel anspringen lassen. Das Auto hat nur drei Gänge, fährt eher gemütlich und das Innere ist nobel ausgepolstert. | Bild: Sandhya Hasswani
Rickenbach
13.09.2017 19:00
Liebhaber von Oldtimern investieren viel Zeit und Arbeit in ihre Schmuckstücke. Heute: Rudi Hofmann aus Hütten. Der 54-Jährige hat in den 1990ern seine Leidenschaft für Oldtimer entdeckt und ist auch einer der Initiatoren des Oldtimer-Treffens in Hütten.

Der Motor grölt tief, wenn Rudi Hofmann in seinem roten Flitzer um die Ecke biegt. Dann gibt er Gas und der Renault Alpine A 310 (BJ 1982) fliegt über die Landstraße. Es ist ein Fahrgefühl, das heute Seinesgleichen sucht: Die Armatur sieht aus wie vor 34 Jahren, das Innere ist mit rotem Samt ausgekleidet, man sitzt tief und die 150 PS gehen einem direkt unter die Haut. Nobel und mit mondäner Gemütlichkeit gestaltet sich hingegen eine Fahrt in dem Renault Dauphine (BJ 1960). Den muss Rudi erst einmal mit einer Kurbel zum Laufen bringen. Was zwischen den blitzenden Chromfelgen und polierten Motorhauben nicht auffällt, sind die vielen Stunden Zeit, die Rudi Hofmann in seine Lieblinge investiert. Schnell gewinnt man den Eindruck: „Wer so ein Auto fährt, hat’s dicke“.

Dabei fing alles mit einem einfachen Moped in den 1970er Jahren an. Auf dem elterlichen Hof hatte jede Maschine seine eigene Aufgabe, und Rudi Hofmann lernte schon in seiner Jugend die Traktoren und Zweiräder wieder herzurichten. Später machte er eine Lehre als Automechaniker, was naheliegend war. „Als Mitte der 80er Jahre manche Autotypen nicht mehr hergestellt wurden, blieben meist nur zwei Optionen: Verschrotten oder selber schrauben“, erinnert sich Rudi Hofmann. In den 1990er Jahren packte ihn dann das Oldtimer-Virus. „Gute Bekannte vermachten mir ein altes Motorrad“, erinnert er sich. „Genauer gesagt, eine Triumph, Baujahr 1950, mit 250 Kubik. Die zerlegte ich komplett, lackierte die Teile und bereitete sie auf.

“ Von da an sammelten sich auf dem Hof alte Motoren, Ersatzteile, Omas Wagen und so manche Schätze, wie der Renault Dauphine und der Alpine A 310. Sie erst einmal zum Laufen zu bringen, macht ihm fast genauso viel Spaß, wie eine nostalgische Ausfahrt.

„Heute könnte ich diese treuen Gefährten nicht hergeben, auch wenn sie für die Straße viel zu schade sind“, erklärt der 54-jährige Oldtimer-Fan aus Hütten. „Mit jedem Jahr wächst die Leidenschaft und natürlich hängen Erinnerungen an die Jugendzeit daran, als solche Autos noch normal waren“, erklärt er. Seit 1996 organisiert Rudi Hofmann mit seinem Jugendfreund Georg Metzger und einigen Kumpels das Oldtimer-Treffen in Hütten. Mit seiner Frau besucht er auch andere Treffen und lässt die Motoren nur zu solch besonderen Anlässen anspringen. „Der Platz fehlt eigentlich“, sagt Rudi Hofmann. „Und meiner Frau mute ich ziemlich viel mit diesem Hobby zu. Aber sie steht trotzdem dahinter“, zwinkert der Gentleman. Verständlich, denn alte Liebe rostet bekanntlich nicht.

Zur Person

Rudi Hofmann, 54, ist seit über 30 Jahren begeisterter Oldtimer-Fan. Er wuchs in Hütten auf, wo er noch heute mit seiner Frau Ulrike lebt; Gemeinsam haben sie zwei erwachsene Kinder. Auf dem elterlichen Hof bastelt Rudi Hofmann in jeder freien Minute an seinen Fahrzeugen. Mittlerweile zählt seine Sammlung 18 Zwei- und Vierräder, die alle älter sind als 30 Jahre. 1996 initiierte Rudi Hofmann mit seinen Freunden in Hütten das Oldtimer-Treffen. „Das Träumen hört bei diesem Hobby nie auf“, sagt er.

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