Küssaberger Familie hilft Erdbeben-Opfern in Ecuador
<p>Ribana und ihr Sohn Jamun packen zusammen mit einem Helferkreis Pakete mit dem Nötigsten für die Menschen im Epi-Zentrum des Erdbebens in Ecuador. Bilder: Privat</p>

Ribana und ihr Sohn Jamun packen zusammen mit einem Helferkreis Pakete mit dem Nötigsten für die Menschen im Epi-Zentrum des Erdbebens in Ecuador. Bilder: Privat

<p>Torsten Bächle leistet als Krankenpfleger zusammen mit anderen Rettungsassistenten medizinische Hilfe und hält sich vor allem im Küstenbereich auf, wo das Erdbeben die Unterkünfte der Menschen wie Kartenhäuser hat einstürzen lassen.</p>

Torsten Bächle leistet als Krankenpfleger zusammen mit anderen Rettungsassistenten medizinische Hilfe und hält sich vor allem im Küstenbereich auf, wo das Erdbeben die Unterkünfte der Menschen wie Kartenhäuser hat einstürzen lassen.

<p>Die Einwohner kleiner Dörfer sind verzweifelt, haben Schilder am Ortseingang aufgehängt auf denen steht: Wir bekommen von niemandem Hilfe. Wir brauchen Essen. Bild:Privat</p>

Die Einwohner kleiner Dörfer sind verzweifelt, haben Schilder am Ortseingang aufgehängt auf denen steht: Wir bekommen von niemandem Hilfe. Wir brauchen Essen. Bild:Privat

WaldshutTiengen
26.04.2016 11:56
Ribana Roder, Torsten Bächle und ihr Sohn Jamun befinden sich gerade auf großer Radtour in Südamerika, als in Ecuador die Erde bebt. Die drei habe das Erdbeben gut überstanden und ihre Radreise unterbrochen, um den Opfern zu helfen. Was sie dabei erleben und wie Sie helfen können, lesen Sie hier.

Küssaberg – Ribana Roder und Torsten Bächle haben sich zusammen mit ihrem Sohn Jamun noch eine schöne Auszeit vorgestellt, bevor sie sich endgültig in Küssaberg niederlassen. Sie sind auf Radtour von Kolumbien nach Argentinien und kamen mitten hinein in das Unglück in Ecuador mit derzeit 650 Toten. Weitere Todesopfer werden nach dem Erdbeben noch vermutet. "Unsere Abenteuerlust ist vorerst verschwunden", ist von den Reisenden zu hören, die nur noch dankbar feststellen: "Wir haben das Erdbeben gut und unverletzt überstanden." Andere Menschen jedoch nicht, die "vor Trümmerhaufen stehen und ihr Hab und Gut verloren haben", wie Torsten Bächle per Handy die Situation beschreibt.

Ribana und er hätten sich deshalb zum Bleiben entschlossen um zu helfen, wo Hilfe möglich ist. "Es fehlt am Nötigsten wie an Medikamenten, Wasser, Milch und Windeln für die Babys", schildert Ribana die Lage. Sie hat ihr eigenes Konto schon dafür verwendet, um ecuadorianischen Familien erste Hilfe in dieser großen Not zukommen zu lassen. Willkommen waren die sofort eingeleiteten Geldüberweisungen von Familie, Freunden und Bekannten aus Deutschland. "Unsere Erlebnissehnsucht erlischt, wenn man diese schrecklichen Bilder des Erdbebens sieht", stellt die junge Mutter fest.

Ihr Lebensgefährte Torsten sei täglich mit anderen Rettungsassistenten im Epi-Zentrum an der Küste unterwegs, um sich als Krankenpfleger einzubringen. "Wir treffen nur noch Schuttmassen an. Die Unterkünfte der Familien sind wie Kartenhäuser eingestürzt. Die Menschen leben mit der Angst der Nachbeben. Die offizielle Hilfe konzentriert sich auf Städte und größere Gemeinden, Dörfer warten vergeblich auf Unterstützung", beschreibt Torsten Bächle das Bild vor Ort. Etliche Siedlungen seien aufgrund der Seuchengefahr schon abgeriegelt. Überall rieche es nach Verwesung. "Die Menschen stehen vor dem nichts. Wir begegnen Verletzten, sehen Tote, sehen Angst und Schrecken in den Gesichtern."

Torsten und Ribana machen deshalb auf die auch von ihnen unterstützte Spendenorganisation einer Hostelbesitzerin in Atacames – einer Schweizerin – aufmerksam und wären, wie sie sagen, dankbar, würden weitere Spenden eingehen, die 1 zu 1 zu den Menschen in Not gelangten. Ribana Roder hat sich mit Frauen zusammengeschlossen, die in Notunterkünften Essen austeilen, Dinge kaufen, die benötigt werden, Spenden annehmen und verpacken, die mit Lastwagen ins Epi-Zentrum gefahren werden. "Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie alle anpacken und gleichzeitig ist es schrecklich, Windeln und Milch für jetzt elternlose Kinder verpacken zu müssen", beschreibt sie ihre Gefühle. Ribana Roder und ihre Familie wären eigentlich am Tag des Erdbebens auf dem Weg zur Küste gewesen. Regen habe sie davon abgehalten. Sie wären mitten hinein ins Epi-Zentrum gefahren. Torsten und Ribana stellen fest: "Unsere Reise ist nicht mehr dieselbe."

Wie Sie helfen können

  • Spenden: Die Bankverbindung für das Hilfsprojekt in Ecuador: Luzerner Kantonalbank, 6210 Sursee, Yolanda Bogli, Konto Ecuador 01-03-530718-00, IBAN CH36 0077 8010 3530 7180 0, SWIFT-Code LUKBCH2260A – Vermerk Erdbeben.
  • Tour: Die Radtour von Ribana Roder und Torsten Bächle von Kolumbien nach Argentinien ist über Facebook (pachamama per rad) oder pachamamaperrad.blogspot.com zu verfolgen.
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