Hirschackergrube: Grenzwerte sind unterschritten
IM August 2016 wurden die Messstellen auf der Hirschackergrube vertieft. Martin Eckert
IM August 2016 wurden die Messstellen auf der Hirschackergrube vertieft. Martin Eckert
Grenzach-Wyhlen
09.02.2018 23:59
Die Sanierung der Hirschackergrube läuft. Eine Altlastenbegleitkommission entscheidet im April.

Grenzach-Wyhlen – Genau 40 Jahre ist es her, dass aus der Hirschackergrube 50 Fässer mit Giftmüll geborgen wurden und der damalige Ministerpräsident Lothar Späth vollmundig erklärte: „Das Zeug muss raus, egal, was es kostet.“ Ob jetzt wirklich alles raus ist, kann niemand sagen. Was man sagen kann: Die Grenzwerte der gefährlichen leichtflüchtige, halogenisierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) sind unterschritten und die Trinkwasserversorgung ist nicht in Gefahr.

Dieses Ergebnis präsentierte Martin Steckermeier den Mitgliedern des Technischen Ausschusses. Steckermeier ist seit Jahren mit der Sanierung der ehemaligen Deponie betraut, in der in den 50er und 60er Jahren bis zu 100 000 Tonnen Chemieabfälle verschiedener Basler Unternehmen landeten. 2009 wurde unter Federführung von Roche eine sogenannte Hotspot-Sanierung vorgenommen, bei der die gefährlichsten Altlasten samt Erdreich entsorgt wurden. Im Anschluss wurde das Grundwasser mit Pumpen und Aktivkohle gereinigt. Seit diese Grundwasserreinigung abgeschaltet wurde – Anfang vergangenen Jahres – wurde mittels fünf Kontrollstellen überprüft, wie weit sich die sogenannte Schadtstofffahne ausbreitet und wie hoch die Konzentration der LKHW ist. Reichten diese Fahnen früher bis zur Trinkwasserzone, konzentrieren sie sich nun auf den Kern der ehemaligen Grube, wie Steckermeier das Ergebnis des Monitorings ausführte. Aber: Seit der Abschaltung der Sanierungsbrunnen beobachten die Kontrolleure eine Verlagerung gen Süden. „Es ist trotzdem noch weit weg von der Kontrollebene nahe der Trinkwasserzone“, so Steckermeier. Und auch die Schadstoffkonzentration läg unterhalb der Grenzwerte. „Man muss sich das wie einen Schwamm vorstellen, der durchspült wird und ab und zu etwas abgibt“, versuchte Steckermeier die hochkomplexe Materie in ein Bild zu packen.

Neben dem Monitoring der LHKW, läuft aktuell noch ein Screening, das alle organischen Stoffe untersucht. „Wir haben zum Beispiel auch Koffein gefunden“, so Streckermeier. Die Auswertung auf Schadstoffe liegt noch nicht vor.

Peter Weber (Freie Wähler) äußerte ein allgemeines Unwohlsein. „Wir wissen einfach nicht, was da noch alles drin ist. Ich habe so mein Problem mit Grenzwerten.“ Es sei tatsächlich nicht auszuschließen, dass da noch weiterer Chemiemüll irgendwo liegt, so Streckermeier. Aber das Grundwasser sei sauber. So wollte auch Heinz Intveen (SPD) die Botschaft verstanden wissen. „Unser Trinkwasser ist sicher, und das ist doch positiv zu sehen.“

Bis März soll die Analyse abgeschlossen sein und im April entscheidet dann die Altlastenbegleitkommission, wie es mit der Hirschackergrube weitergehen wird.

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