Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten des Bodensekreises – außer Alice Weidel
Das idyllisch am Ortsrand gelegene Dorfgemeinschaftshaus Baitenhausen ist am Samstag, 16. September, 18 Uhr, wieder Ort intensiver politischer Diskussionen.
Das idyllisch am Ortsrand gelegene Dorfgemeinschaftshaus Baitenhausen ist am Samstag, 16. September, 18 Uhr, wieder Ort intensiver politischer Diskussionen. | Bild: Martin Baur
Meersburg
13.09.2017 19:48
CDU, SPD, Grüne, FPD und Die Linke haben für die Veranstaltung zugesagt, die Wilfried Rupp und Achim Homburger organisieren. Alice Weidel (AfD) kommt trotz früherer Zusage nicht ins Dorfgemeinschaftshaus Meersburg-Baitenhausen, in dem sie Februar 2016 als Landtagskandidatin noch mit den anderen Parteien diskutiert hatte.

Vor der Landtagswahl 2016 und im Vorfeld der Meersburger Bürgermeisterwahl im Januar diesen Jahres hatten die Meersburger Umweltgruppe und die Freien Wähler jeweils Podiumsdiskussionen im Teilort Baitenhausen organisiert und so sollte es auch jetzt, vor der Bundestagswahl sein. Doch der Beschluss des Meersburger Gemeinderates, Veranstaltungen von Parteien und Wählervereinigungen in einer Karenzzeit von drei Monaten vor Wahlen nicht in städtischen Gebäuden zuzulassen, kam Wilfried Rupp (Umweltgruppe) und Achim Homburger (Freie Wähler) dazwischen. Die beiden, die auch die früheren Politrunden im DGH Baitenhausen organisiert hatten, suchten nach einer Lösung. Daraufhin organisieren sie die Podiumsdiskussion, die am kommenden Samstag, 16. September, 18 Uhr, stattfindet, als Privatpersonen. Dabei bleibt es nun auch, nachdem die Kommunalaufsicht inzwischen festgestellt hat, dass der Ratsbeschluss nicht wirksam ist. "Wir haben ihn anerkannt", sagen Rupp und Homburger. Moderieren wird wieder, wie zur Landtagswahl und zur Bürgermeisterwahl, der Frickinger Altbürgermeister Joachim Böttinger.

Zugesagt haben der Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen (CDU) und die Kandidaten Leon Hahn (SPD), Markus Böhlen (Bündnis 90/Grüne), Christian Steffen-Stiehl (FDP) und Claudia Haydt (Die Linke). Rupp hatte die Bewerber im Wahlkreis Bodensee jener Parteien, die eine Chance haben, in den Bundestag einzuziehen, bereits Anfang des Jahres angeschrieben und alle hatten zugesagt – auch Alice Weidel von der AfD, die das DGH Baitenhausen vom Podium vor der Landtagswahl 2016 kennt. Vor vier Wochen habe er sich nochmals bei allen vergewissert.

"Dann hieß es plötzlich bei Frau Weidel nein", berichten Rupp und Homburger. "Wir sind zwar mit der Bundesspitze der AfD in Kontakt, aber es offenbart sich da eine große innere Zerstrittenheit und man will sich wohl, trotz gegenteiliger Bekundungen, keiner Podiumsdiskussion mit den Kandidaten der anderen Parteien stellen." So Rupp, der aufgrund Weidels Verhalten in diversen Fernsehsendungen davon ausgeht, dass sie nicht erscheint. Auch fruchtete bei der AfD wohl seine Argumentation nicht, dass damals zur Landtagswahl die Grünen und die SPD nicht mit der AfD aufs Baitenhauser Podium wollten, schließlich hätten sie sich überreden lassen und heute würden die anderen Parteien darauf brennen, sich mit Weidel auf offener Bühne argumentativ auseinander zu setzen. "Doch nun kneift Frau Weidel – welch' ein Sinneswandel", sagt Rupp, "ich hoffe, dass die Wähler das auch registrieren."

Im Überblick

Die Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten der Parteien findet statt am kommenden Samstag, 16. September, 18 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus von Meersburg-Baitenhausen. Mit dabei sind Lothar Riebsamen (CDU), Leon Hahn (SPD), Markus Böhlen (Bündnis 90/Grüne), Christian Steffen-Stiehl (FDP) und Claudia Haydt (Die Linke). Trotz Zusage im Januar hat Alice Weidel (AfD) abgesagt.

Als Moderator wird Joachim Böttinger, Altbürgermeister von Frickingen, lediglich thematische Stichworte geben. Diese Runde soll laut Rupp und Homburger etwa zwei Stunden gehen, die anschließende Fragerunde mit dem Publikum ist auf eine Stunde angesetzt. "Wir wollen ein Augenmerk auf die Region richten, aber auch Bundesthemen ansprechen", sagt Rupp und nennt als Beispiele Verkehr am Bodensee, Flüchtlinge und Einwanderungsgesetz, Flughafen FN, Bildung, Energie und Diesel. (mba)

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