Naturwissenschaftliche Räume sollen modernisiert werden
Friedrichshafen
07.02.2018 17:20
Die Gemeinderatsfraktionen sehen Handlungsbedarf bei der Ausstattung von naturwissenschaftlichen Schulräumen.

Die naturwissenschaftlichen Räume an den weiterführenden Schulen sind veraltet und müssen dringend erneuert werden. Zu diesem Ergebnis kamen die Freien Wähler und forderten daher in ihrem Antrag zum Doppelhaushalt 2018/2019 eine sukzessive Modernisierung der Räume. Vor allem die beiden Gymnasien und die Realschule Ailingen seien betroffen.

Hermann Dollak, Schulleiter des Graf-Zeppelin-Gymnasiums, bestätigt dies auf Anfrage des SÜDKURIER. "Bildungspläne und Technik haben sich verändert. Daher ist es schon lange unser Ziel, dass bei der Ausstattung der naturwissenschaftlichen Räume etwas in Gang kommt." Vieles sei veraltet, manche Ausstattung schon 40 Jahre alt. "Von der Unterstufe bis zu den Abschlussklassen gibt es heute mehr praktischen Unterricht in diesen Fächern – daher die Dringlichkeit", betont er.

"Gerade in der Stadt Friedrichshafen, in der der Zugang zu Technik und Industrie 4.0 eine Selbstverständlichkeit darstellen sollte, müssen auch die entsprechenden Möglichkeiten in den Schulen zur Verfügung gestellt werden und auf dem neusten Stand sein", heißt es im Antrag der Freien Wähler. Sie beantragten ausreichend Haushaltsmittel, um jährlich ein bis zwei Räume sanieren zu können. Der Kultur- und Sozialausschuss hatte sich dafür ausgesprochen, 2018 eine Bedarfsermittlung und Priorisierung vorzunehmen. Im Jahr 2019 sollen Planungsmittel in Höhe von 145 000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt werden.

Das ging Achim Brotzer (CDU) noch nicht weit genug. Er hob in der Gemeinderatssitzung die Bedeutung der Mint-Fächer hervor, wollte 2018 und 2019 jeweils 500 000 Euro in den Haushalt einstellen und mit einem Sperrvermerk versehen. "Das wäre als Zeichen wichtig", sagte Brotzer und erntete dafür Applaus aus dem Publikum. Vergleiche man die genannten Schulen mit den beruflichen Gymnasien, dann sei augenfällig, dass Handlungsbedarf bestehe. Oberbürgermeister Andreas Brand reagierte verärgert auf die Kritik. "Wir tun viel für die Schulen. Wir sehen die Notwendigkeit, müssen die Maßnahmen aber zeitlich priorisieren und die Schulen sind sicherlich in keinem schlechten Zustand."

Dass die beruflichen Schulen bei den Naturwissenschaften besser ausgerüstet sind, das "sieht man ganz deutlich", sagt auch Dollak. "Da müssen wir nachziehen." Daher sei er froh, dass das Thema nun in Angriff genommen werde.

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