Experten nehmen sich der Landshut an: Die Hintergründe und der Zeitplan der Arbeiten
Ein Entwurf der Halle, in der die Landshut künftig in Friedrichshafen ausgestellt werden soll.
Ein Entwurf der Halle, in der die Landshut künftig in Friedrichshafen ausgestellt werden soll. | Bild: Allmann Sattler Wappner Architekten
Die Landshut, die am 23. September in Friedrichshafen eingetroffen ist, wird weiterhin zerlegt in einem Hangar auf dem Flughafengelände gelagert.
Die Landshut, die am 23. September in Friedrichshafen eingetroffen ist, wird weiterhin zerlegt in einem Hangar auf dem Flughafengelände gelagert. | Bild: Karl-Josef Hildenbrand
Friedrichshafen
02.02.2018 18:40
Die sieben Experten für den wissenschaftlichen Beirat des Landshut-Projekts stehen fest. Nach einer konstituierenden Sitzung in den nächsten Wochen kann dieser die Arbeit aufnehmen. Das Dornier-Museum ist außerdem auf der Suche nach einem Projektleiter.

Langsam kommt Bewegung in die Landshut-Ausstellung, die zum Jahrestag der Befreiung von Mogadischu im Oktober 2019 starten soll. "Dieser Termin ist für uns gesetzt", erklärt Joachim Umbach, der das Dornier-Museum in Medienangelegenheiten betreut. Die Restaurierung wird seinen Angaben zufolge etwa ein halbes Jahr dauern.

Mittlerweile ist auch der wissenschaftliche Beirat mit sieben Experten gefunden, der federführend an dem Ausstellungskonzept arbeiten und die Restaurierung der ehemaligen Lufthansa-Maschine begleiten soll. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters begrüßt laut einer Mitteilung des Dornier-Museums die Berufung des Gremiums: „Mit diesem renommiert besetzten Beirat ist nun der Weg für ein wissenschaftlich fundiertes Ausstellungskonzept zur Präsentation der Landshut geebnet.“



Experten im wissenschaftlichen Beirat sind Johannes Hürter vom Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ), Paula Lutum-Lenger vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg, der Rechtsanwalt, Moderator, Journalist und Autor Butz Peters, Dietmar Preißler als Sammlungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der Politologe, Journalist und Autor Martin Rupps, Petra Terhoeven von der Universität Göttingen und Robert Kluge von der Abteilung Luft- und Raumfahrt im Deutschen Museum in München. „Ich bin stolz, dass wir mit diesen Beiratsmitgliedern herausragende Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten für die Begleitung der Ausarbeitung des Ausstellungskonzepts und der inhaltlichen und gestalterischen Umsetzung der Landshut-Ausstellung gewinnen“, erklärt Museumsdirektor David Dornier.

Der Beirat wird sich in den nächsten Wochen zu einer konstituierenden Sitzung treffen und seine Arbeit aufnehmen.

Derzeit sucht das Dornier-Museum sowohl einen wissenschaftlichen Projektleiter als auch einen Museumswissenschaftler. In einer Stellenanzeige, die überregional erschien, soll der neue Projektleiter eine "wissenschaftlich tragfähige Ausstellungskonzeption" erstellen und sich dabei vor allem mit dem wissenschaftlichen Beirat abstimmen. Gesucht wird ein Historiker, der "sehr gute Kenntnisse des nationalen und internationalen Terrorismus mit Schwerpunkt RAF-Terrorismus" hat. Noch laufen nach Angaben von Philipp Lindner, Pressesprecher des Dornier-Museums, die Stellenausschreibungen. Die Personalkosten wird das Staatsministerium für Kultur und Medien (BKM) übernehmen, wie dessen Sprecher Hagen Philipp Wolf bestätigt.

Unklar war bisher, wer die Kosten für den Neubau einer Ausstellungshalle übernimmt. Doch dazu positioniert sich das BKM klar. "Das Auswärtige Amt wird für die Finanzierung des Baus einer Ausstellungshalle Sorge tragen", erläutert Wolf. Konkrete Planungen für die Errichtung dieser Halle lägen derzeit aber noch nicht vor. Die Kosten werden auf bis zu 5 Millionen Euro geschätzt. Weitere 5 Millionen Euro werde voraussichtlich die Erstellung und Umsetzung des Ausstellungskonzepts kosten. Das BKM wird laut Wolf dieses einschließlich der erforderlichen Personalkosten sowie die Remontage und Restaurierung des Flugzeugs betreuen und finanzieren.

Die „Landshut“, die am 23. September in Friedrichshafen eingetroffen ist, wird nun zunächst für einige Zeit zerlegt in einem Hangar auf dem Flughafengelände gelagert. Vor einer Remontage und Restaurierung der Maschine muss das Museumskonzept als Grundlage des weiteren Vorgehens erarbeitet werden. Zum Konzept sagt Wolf: "Das Konzept dient nicht nur dazu, die Landshut als weitgehend authentisches Objekt angemessen zu sichern und in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen, sondern auch als Masterplan, der wesentliche Vorgaben für die Aufbereitung der Maschine, den Umfang und die Gestaltung einer begleitenden Ausstellung sowie für die noch zu errichtende Ausstellungshalle macht." Für die Konzeption müsse eine angemessene Zeit vorgesehen werden, vergleichbar etwa mit der Vorbereitungszeit großer Sonderausstellungen an bestehenden Museen. "Dementsprechend erscheint eine Projektlaufzeit von etwa drei Jahren derzeit realistisch."

Landshut-Talk

Bis zur Eröffnung der Landshut-Ausstellung im Herbst 2019 veranstaltet das Dornier-Museum ein Begleitprogramm. Vier Talkshows sind in diesem Jahr im Museumshangar geplant. Auftakt ist ein Talk mit den Zeitzeugen und Landshut-Geiseln Jürgen Vietor (Co-Pilot), Gabriele von Lutzau, ehemals Dillmann (Stewardess), der Passagierin Diana Müll und dem ehemaligen GSG-9-Mann Aribert Martin am Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr. Bei weiteren Talks werden Gäste aus Politik und Wissenschaft sowie der GSG 9 erwartet. Auch die technischen Herausforderungen von der Zerlegung der Maschine bis hin zur Restaurierung sollen thematisiert werden. Termine sind am 5. Juni, 23. September und 15. November. Eintritt: 10 Euro.

Informationen im Internet: www.die-landshut.de

Ihre Meinung ist uns wichtig