Mehr Berufspendler im Bodenseekreis
20 084 Bewohner des Bodenseekreises pendeln für die Arbeit in einen anderen Landkreis. Für knapp ein Viertel der Pendler in Baden-Württemberg beträgt die benötigte Zeit zur Arbeit 30 Minuten bis eine Stunde und knapp jeder Zehnte hat sogar einen Arbeitsweg von über einer Stunde.
20 084 Bewohner des Bodenseekreises pendeln für die Arbeit in einen anderen Landkreis. Für knapp ein Viertel der Pendler in Baden-Württemberg beträgt die benötigte Zeit zur Arbeit 30 Minuten bis eine Stunde und knapp jeder Zehnte hat sogar einen Arbeitsweg von über einer Stunde. | Bild: Sebastian Küster
Bodenseekreis
09.02.2018 17:13
Über Kreisgrenzen hinweg hat die Zahl der Berufspendler in den vergangenen Jahren zugenommen. Transportmittel Nummer eins ist dabei laut Forsa-Umfrage das Auto.

In der Bodenseeregion gibt es viele Berufspendler. Über Staatsgrenzen hinweg pendelten nach Angaben der Statistikplattform Bodensee im Jahr 2016 rund 53 900 Menschen zu einem Arbeitsort im Gebiet der internationalen Bodenseeregion. Doch auch über Kreisgrenzen hinweg hat die Zahl der Berufspendler in den vergangenen Jahren zugenommen.

Der Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2016 zeigt, dass 22 379 Beschäftigte, die in einem anderen Landkreis wohnen, täglich zum Arbeiten in den Bodenseekreis fahren. Gleichzeitig fahren 20 084 oder 23,3 Prozent der Bewohner des Bodenseekreises für die Arbeit über die Kreisgrenze in einen anderen Landkreis. 2008 waren es laut einer Mitteilung der AOK erst 17 905 Einpendler. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Viertel. Umgekehrt pendelten 2008 noch 15 163 Personen von hier zu einem Arbeitsplatz außerhalb des Landkreises (plus 32 Prozent). Im Pendleratlas können im Internet Informationen zu den Aus- und Einpendlern abgerufen werden. Ihren Arbeitsort in der Region Bodenseekreis haben diesem zufolge 88 558 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Aufgrund der zunehmenden beruflichen Mobilität hat die AOK eigenen Angaben zufolge eine Forsa-Umfrage in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. „Wir wollten wissen, wie lange die Menschen zur Arbeit unterwegs sind und welche Belastungen sich daraus ergeben“, erklärt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK im Bereich Bodensee-Oberschwaben. Für knapp ein Viertel (24 Prozent) beträgt die benötigte Zeit 30 Minuten bis eine Stunde und knapp jeder Zehnte hat sogar einen Arbeitsweg von über einer Stunde. Transportmittel Nummer eins ist laut Studie das Auto, das gut zwei Drittel der Pendler (67 Prozent) benutzen. Nur etwa jeder Zehnte komme mit dem öffentlichen Nahverkehr oder Regional- und Fernzug zur Arbeit.

„Wir wissen durch frühere Untersuchungen von uns, dass mit der Länge des Anfahrtsweges psychische Beschwerden wie Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit zunehmen und es zu vermehrten Fehltagen kommt“, so Roland Beierl. Aber: „Berufliche Mobilität hat nicht zwingend negative Folgen für Psyche und Körper. Belastungsstörungen treten seltener auf, wenn Pendeln eine freiwillige Entscheidung ist und man es als Teil seines Lebensstils akzeptiert. Dann können Flexibilität bei der Zeiteinteilung, Handlungsspielraum bei der Aufgabenbewältigung und soziale Unterstützung durch Kollegen die längeren Anfahrtswege erträglicher machen.“

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