Aufatmen in der Grenzregion: ORF soll bis 2019 weiterhin unverschlüsselt über Antenne zu Empfangen sein
Das Aus für analoges Fernsehen ist beschlossen. Termin ist der 30. Juni 2017.
Das Aus für analoges Fernsehen ist beschlossen. Termin ist der 30. Juni 2017. | Bild: Britta Pedersen
Fernsehen
22.03.2017 14:39
In Österreich ist der Umstieg auf das neue digitale Antennenfersehen DVB-T2 in vollem Gange. In der grenznahen Bodenseeregion profitieren viele Haushalte mit entsprechender Ausrüstung auch vom Signal aus dem Nachbarland. Das soll auch mit der Abschaltung des Vorgängerstandards weiterhin bis mindestens 2019 möglich sein.
Was den Empfang der beliebten öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme aus der Schweiz und Österreich angeht, war die grenznahe Bodenseeregion lange Zeit sehr verwöhnt. Über das analoge Kabelfernsehen wurden alle vier Sender aus dem deutschsprachigen Ausland verbreitet. Mit der Einführung des digitalen Kabelfernsehens reduzierte sich das Angebot nach und nach. Momentan sind nur noch die beiden Schweizer Sender digital aufgeschaltet. ORF1 ist zwar noch analog verfügbar. Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia schaltet das analoge Signal ab Juni dieses Jahres aber komplett ab. Dann ist nur noch der inhaltlich stark abgespeckte Sender ORF2 Europe zu empfangen. Über Satellit sind diese Sender ohnehin verschlüsselt.

Nur über das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) kommen Zuschauer in der Bodenseeregion mit entsprechender Ausrüstung (in der Regel eine Dachantenne) in den Genuss der Angebote aus den Alpenländern. Doch im Zuge der angekündigten Umstellung in Österreich auf den Nachfolgestandard DVB-T2, der die Sender auch hochauflösend (HD) verbreitet, war einige Zeit nicht klar, ob die bisherigen Nutznießer des Angebots auf deutscher Seite bald in die sprichwörtliche Röhre schauen würden. Am 23. Oktober dieses Jahres wird der Empfangsweg DVB-T in Vorarlberg zugunsten des Nachfolgestandards komplett eingestellt.
Problem dabei: Die Übertragung in HD erfolgt aus lizenrechtlichen Gründen nur verschlüsselt und ist ausschließlich österreichischen Haushalten vorbehalten. 

Auf Nachfrage bestätigte die für die Umstellung zuständige "Austrian Broadcasting Services" dem SÜDKURIER, dass auch über DVB-T2 die Sender ORF1 und ORF2 bis vorerst 2019 frei empfangbar in Standardauflösung weiterverbreitet werden. Ob das Signal allerdings für einen störungsfreien Empfang in der Grenzregion ausreichen wird, bleibt abzuwarten, denn DVB-T2 gilt als empfindlicher als sein Vorgänger.

In der Schweiz ist bislang keine Umstellung auf DVB-T2 geplant. Die öffentlich-rechtlichen Programme sollten in der Grenzregion über Antenne also weiterhin frei empfangbar bleiben. 

In Deutschland hat die Umstellung auf DVB-T2  (Hier wird im Gegensatz zu Österreich der neuere Kompressionstandard H.265 verwendet) bereits in Ballungsgebieten begonnen. Ab dem 29. März wird in vielen Gebieten der alte Standard abgeschaltet. In der Bodenseeregion dauert dies voraussichtlich noch bis Herbst 2018. 



 
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