Im Alb-Bot‘ Stoht‘s: Das geschah in der Region vor 25, 50, 75 und 100 Jahren
Kreis Waldshut
22.08.2017 19:00
Vor 75 Jahren werden Richtlinien für das Sammeln von Bucheckern zur Ölgewinnung ausgegeben.

Vor 25 Jahren

St. Blasien – Wie wird ein Schwarzwälder aus St. Blasien Feldsanitäter bei der britischen Armee? Oliver Lobschat, der gerade sein Abitur am Kolleg gemacht hatte, gelang dies vor 25 Jahren. Denn der junge Deutsche hat auch einen britischen Pass. Als seine Mutter kurzzeitig in England weilte, kam Oliver Lobschat im Jahr 1974 in Wimbledon zur Welt, weshalb Mutter Wilma zusätzlich einen britischen Pass für ihren deutschen Sohn beantragte. Seinen Wunsch, Feldsanitäter zu werden, begründete er mit seiner Wertschätzung für alles Britische und der Möglichkeit, mit der Armee überall in der Welt eingesetzt werden zu können. Seine Aufnahmeprüfung für die Feldsanitäter bestand Oliver Lobschat mit Auszeichnung. Im August 1992 begann er seine Grundausbildung als Feldsanitäter in Lichfield in Mittelengland, ist im Alb-Bote von 1992 zu lesen.

Waldshut – „Fritz Fischer aus der Albrecht-Rudolf-Straße 3 ist kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres gestorben“, berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 18. August 1992. „Man nannte ihn den ,Disco-Opa’, einen Beinamen, den er seiner Leidenschaft für den Tanz und seiner Vorliebe für Rock- und Pop-Musik verdankte. Fast bis zuletzt war Fritz Fischer so etwas wie ein ständiger Ehrengast bei öffentlichen Rockkonzerten und Tanzveranstaltungen. Er wurde damit zu einer bekannten Figur in Waldshut und Umgebung. Fischer stammte aus Freiburg, kam in den 1930er Jahren nach Waldshut und wurde Justizangestellter beim Landgericht. Der während des Krieges geschlossenen Ehe entstammte ein Sohn, der als Naturwissenschaftler in München tätig wurde“, heißt es weiter im Bericht des Alb-Bote von 1992.

Vor 50 Jahren

Waldshut – „Nur noch bis zum Herbst 1970 wird die Gehörlosenschule in Waldshut sein“, dies berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 9. August 1967. Weiter heißt es dort: „Sie übersiedelt dann in einen Neubau in Stegen bei Freiburg, mit dessen Errichtung 1969 begonnen werden soll. Diese Nachricht erfuhr man aus einem Rundfunk-Interview mit Schulleiter Karl Zoller. Die Schule wird in Stegen ihren dritten und wohl endgültigen Sitz erhalten, nachdem sie zuvor im Schloss Hohenlupfen in Stühlingen und seit Herbst 1945 in der ehemaligen Polizeikaserne oberhalb des alten Friedhofs untergebracht war.“ – Heute beherbergt das Gebäude das Jobcenter des Landratsamts Waldshut.

Vor 75 Jahren

Kreis Waldshut – „Im Herbst 1942 ist mit einer erheblichen Bucheckernernte zu rechnen“, berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 15. August 1942. „Das Ernährungsministerium wird daher im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen und Schulen Richtlinien über das Sammeln und die Verwertung von Bucheckern für die Ölgewinnung veranlassen. Die Einzelheiten werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.“ – Wie stets in Kriegs- oder Notzeiten wurde im Herbst 1942 aus Bucheckern in Ölmühlen Speiseöl gewonnen. Die Rotbuche produziert Bucheckern, wenn sie zwischen 40 und 80 Jahre alt ist. Viele Früchte gibt es nach heißen und trockenen Sommern im September. Das Einsammeln der herabgefallenen kleinen braunen Kerne ist mühsam, meist müssen sie außerdem aus ihrer leicht stacheligen Hülle entfernt werden.

Vor 100 Jahren

Ühlingen – „Im Schaufenster von Kaufmann Brutsche ist ein Foto zum Andenken an das abgenommene Geläute als Kriegserinnerungsbild ausgestellt“, berichtete der Alb-Bote am 9. August 1917. „Die Grundlage bildet eine Aufnahme von den beim Abtransport mit Blumen und Kränzen umgebenen Glocken. Zu beiden Seiten derselben sind neben Widmungen, religiösen und vaterländischen Wahlsprüchen Eichenzweige eingezeichnet als Sinnbild von Kraft und Stärke. Links ist ein Geschütz mit Munition skizziert, weil zu diesem Zwecke das Material der Glocken verwendet wird.“

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