Als Elton ist er Kult: Alexander Duszat hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet.
Eine TV-Kultfigur im Porträt: Alexander Duszat ist der ewige Praktikant Elton
Bild: dpa
Konstanz
23.04.2017 10:15
Die Fernsehkultfigur erlangte ihren Ruhm als Gehilfe von Stefan Raab.

Es ist kurz nach dem Wechsel vom alten ins neue Jahrtausend, da erobert Stefan Raab mit seinem Format TV Total mit Riesenschritten die deutsche TV-Landschaft. Der extreme Erfolg führt dazu, dass die Sendung fortan viermal pro Woche über die Bildschirme des Landes flimmert. Raab selbst, der sich zuvor mit Vorliebe mit Guerilla-Techniken auf die Straßen stürzte, konzentriert sich nun mehr und mehr auf die reine Moderation.

Doch weil das Publikum vor allem den Anarcho-Humor der Sendung liebte, kommt das Team auf eine geniale Idee: Ein Show-Praktikant muss her, der fortan all die Jobs übernimmt, die dem Meister selbst zu heikel geworden sind. Am 6. Februar 2001 hat dann Alexander Duszat alias Elton seinen ersten Auftritt in der Show und startet in den kommenden beiden Jahrzehnten ein außergewöhnliche Karriere als Sidekick von Stefan Raab – und auch darüber hinaus.

Denn während sein ehemaliger Chef das Moderationsmikrofon vor mehr als einem Jahr an den Nagel gehängt hat, läuft es bei Elton besser aktuell als je zuvor: Elton ist Teil der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ und moderiert Sendungen wie „Die Superpauker“ oder die Kindersendung „1, 2, oder 3“ und auch noch alte Raab-Klassiker wie „Schlag den Star“. Diese Vielfältigkeit brachte dem Moderator, der sich optisch so gut wie gar nicht verändert hat, dieses Jahr sogar eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis ein.

Alexander Duszats Medienkarriere begann auf der anderen Seite des Mikrofons: Nach seinem Realschulabschluss machte er eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker. Etwa zu dieser Zeit verpassten Kumpels ihm aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Elton John den Spitznamen Elton. Nach einem Praktikum bei Delta Radio in Kiel startete Elton ein Volontariat beim regionalen Fernsehsender Hamburg 1. Eine ideale Spielwiese für den Nachwuchsmoderator, der sich in Formaten wie „Elton Street“ so richtig austoben konnte.

Eltons Humor und sein Mut zur Peinlichkeit passten wie die Faust aufs Auge zu TV Total und die Chemie mit seinem späteren Mentor Stefan Raab stimmte von Anfang an. In seinen ersten Einspielern stürzte sich Elton mit einem Megafon bewaffnet in die Kölner Innenstadt und veräppelte Passanten, später wurde er auf die unterschiedlichsten chaotischen Außeneinsätze geschickt. Das Publikum liebte den eigenartig verplanten Praktikanten, sodass Pro Sieben den Brillenträger schon bald in eigenen Formaten wie Elton.tv oder als Moderator von Trash-Sendungen wie Die Alm oder Die Burg einsetzte. Für die Sendung „Elton vs. Simon“ zusammen mit Simon Gosejohann erhielt er dann sogar den Deutschen Comedypreis.

Einen richtigen Schlüsselmoment der Emanzipation findet sich in Eltons Laufbahn nicht. „Es hat sich halt so ergeben. ‚Elton zockt’ wurde zum Abendformat weiterentwickelt, und am Anfang sah man auch, dass ich kein perfekter Moderator bin“, erklärte Elton in einem Interview.

Tatsächlich zeigte sich Elton bei seinen ersten Gehversuchen als Alphatier auf der ganz großen Bühne noch überfordert – seine Sendungen „Elton zockt“ und „Die Millionärswahl“ wurde folgerichtig nach nur wenigen Ausgaben wieder abgesetzt. Auch sein Engagement als Moderator der Außenwette in Markus Lanz „Wetten, dass..?“ stand nicht unter dem besten Stern.

Doch von diesen Rückschlägen und der teils harschen Kritik ließ sich Elton nur bedingt unterkriegen und nahm den Umweg über kleinere Sendungen und Shows für Kinder. „Kinder lachen nur, wenn es wirklich witzig ist, anders als Erwachsene, die auch aus Höflichkeit oder Erbarmen mitlachen. Da muss man echt aufpassen.“

Eltons Karriere verdient aus vielen Gründen Respekt. So hieß es in seiner Nominierten-Vorstellung zum deutschen Fernsehpreis: „Eltons Erfolg ist vielleicht der am härtesten erarbeitete und meist verdiente, seine Karriere sicher eine der ehrlichsten in der deutschen Fernsehgeschichte.“ Das stimmt. Denn normalerweise haben Typen wie er, die auf eine Rolle festgelegt sind, ein Ablaufdatum. Doch der geborene Berliner ruhte sich nicht auf dem Erfolg aus, sondern forcierte neue Experimente. Heute funktioniert der 45-Jährige als eigene Marke und gehört zu Deutschlands vielseitigsten Moderatoren – und das ganz ohne seinen Ziehvater!

Eltons Stimme

Elton war auch immer wieder als Synchronsprecher für Zeichentrickfilme und Computerspiele im Einsatz: erstmals 2005 in "Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel", danach in der "Halo 3" als Figur Chips Dubbo. Im 2008 erschienenen Animationsfilm "Beverly Hills Chihuahua" sprach er den Leguan Chico, in "Donkey Schott" 2009 einen Esel. 2011 lieh er seine Stimme Humpty Dumpty in "Der gestiefelte Kater", und ein Jahr später war er in Janoschs "Komm, wir finden einen Schatz" der listige Hund Kurt. (brg)


Eltons erster Auftrag bei TV Total
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