Punkt auf ihrer "Löffel-Liste": 99-Jährige Niederländerin will unbedingt einmal ins Gefängnis
Stacheldraht auf der Mauer der Justizvollzugsanstalt in Ravensburg. Hier soll der mutmaßliche Täter von Berlin vom 30. Juni bis zum 1. August in Abschiebehaft gesessen haben.
Stacheldraht auf der Mauer der Justizvollzugsanstalt in Ravensburg. | Bild: Felix Kästle (dpa)
Nijmegen Zuid
01.03.2017 14:25
Wer will schon freiwillig ins Gefängnis? Zum Beispiel eine 99-jährige Niederländerin. Wenigstens einmal im Leben wollte sie hinter schwedischen Gardinen sitzen. Jetzt ging ihr Wunsch in Erfüllung - ohne, dass sie dafür straffällig werden musste.
Einmal den Eifelturm sehen.
Einmal einen Marathon laufen
Einmal das Siegtor für meine Lieblings-Fußballmannschaft schießen.
Haben Sie auch eine „Löffel-Liste“? Eine Liste also, auf die Dinge kommen, die man bis zum Ende seines Lebens unbedingt erlebt haben möchte - bevor man den „Löffel“ abgibt.

Wenn man irgendwann wie eine 99-jährige Niederländerin lange auf der Erde gelebt hat, hat man hoffentlich schon einen Großteil seiner „Löffel-Liste“ abgearbeitet. Die rüstige Dame hatte allerdings einen Punkt auf ihrer Liste, den sie einfach nicht erfüllen konnte. Sie wollte einmal im Gefängnis sein. „Warum das auf ihrer Liste stand, wissen wir nicht“, sagte ein Beamter des niederländischen Gefängnisses in Nijmegen Zuid der englischen Tageszeitung „Independent“.

Was für Optionen hatte diese Dame also nun? Sollte sie das Gesetz brechen um diesen Punkt endlich abzustreichen?

Letztlich half die Nichte der 99-Jährigen und stellte Kontakt zu eben dem Gefängnis in Nijmegen Zuid her. Die Beamten halfen der Dame dann gerne – ausnahmsweise auch mal, ohne dass sie zuvor straffällig geworden war.



„Heute Vormittag haben wir Annie [der Name der 99-Jährigen
– Anm. d. Red.
] eine sehr schöne Tag beschert und ihr einen ihrer letzten Wünsche in Erfüllung gehen lassen können,“ schrieben die Beamten unter einen Facebook-Post, der die 99-Jährige strahlend mit Handschellen in einer Gefängniszelle zeigt. Weil Bürgerinnen und Bürger eigentlich nicht „einfach mal so“ in einer Zelle einsitzen können, nutze einer der Beamten dafür seine Pause um der Niederländerin den Wunsch zu erfüllen.

Das Posting der Polizeistation ging nachfolgend in den sozialen Medien viral und wurde von mehreren Medien weltweit aufgegriffen.
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