Politik auf Pappe: Der Plakatwahlkampf für die Bundestagswahl beginnt
Kontraste nicht nur bei den Inhalten: Die Wahlplakate der Parteien zeigen deutliche Unterschiede. | Bild: DPA, CDU, FDP SPD, Die Grüne
Konstanz
12.08.2017 14:32
Viele sind genervt, wenn die Parteien die Innenstädte zum Schlusspurt des Wahlkampfs in einen Schilderwald verwandeln. Aber so manches Wahlplakat lohnt einen zweiten Blick. Wir haben ein Auge auf die aktuellen Werbebotschaften geworfen. Und die witzigsten Plakate der vergangenen Jahre zusammengestellt.
Im Südwesten beginnt in diesem Tagen klar erkennbar der Bundestagswahlkampf. Etwa sechs Wochen vor der Wahl starten die Parteien in der Regel mit den Plakatierungen. Wie der baden-württembergische Gemeindetag erklärte, entscheiden die Kommunen selbst, ab wann sie das Plakatieren erlauben. Eine einheitliche zeitliche Vorgabe gibt es nicht. In vielen Orten dürfte es am Samstag losgehen. Doch schon davor sorgten einige der Bildmotive für Aufsehen.

Während die CDU ankündigt, statt Angela Merkel erst einmal die Themen Arbeit, Familie und Sicherheit bildlich in Szene zu setzen, zeigt ein aktuelles Wahlplakat der AfD Parteichefin Frauke Petry in Großaufnahme. Im Arm hält Petry ihr neugeborenes Kind. Eine Bildauswahl, die auf Kritik stößt, vornehmlich aus dem linken Lager. Die Linke selbst wiederum inszeniert sich über buntgedruckte Schlagworte wie Frieden und Respekt und dazu passende Slogans. Eine andere Bildsprache wählt die SPD. Die Sozialdemokraten inszenieren sich mithilfe von Fotos, die Szenen aus dem typisch deutschen Alltag abbilden sollen - etwa ein genervtes Kind beim Hausaufgaben machen. "Bildung darf nichts kosten - außer etwas Anstrengung" lautet der Spruch daneben.


Wahlplakate der Spitzenkandidaten der Parteien Bündnis 90/Die Grünen (Katrin Göring-Eckardt) und FDP (Christian Lindner) in Berlin. Wahlplakate für die Bundestagswahl von CDU mit Spitzenkandidatin und Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD mit Spitzenkandidat Martin Schulz hängen in Berlin. Ein Bild der Alternative für Deutschland (AfD), auf dem die Politiker Merkel (l-r) und Maas als Sauron und Gollum aus dem Buch «Herr der Ringe» dargestellt werden, wird  in Stuttgart am Pragsattel auf einer Großdisplay angezeigt.
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Auf im wahrsten Sinne des Wortes plakative Aussagen setzen auch Die Grünen. "Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima" ist einer der Sätze, mit dem die Partei - in vom Internet inspiriertem Schriftdesign - auf sich aufmerksam macht. Beim ersten flüchtigen Blick auf die Plakatmotive der FDP wiederum könnte man glatt meinen, dass man es mit Werbung für Herrenmode zu tun hat. In zeitloser Schwarz-Weiß-Optik mutiert Parteichef Christian Lindner hier zum Vorzeigemodel.

Das mag überrraschen. Im Vergleich zu den Wahlplakaten aus den vorherigen Bundes- und Landtagswahlen mutet die Werbung der deutschen Parteien trotzdem erstaunlich zahm an. Tatsächlich haben die Schilderwälder in Wahlzeiten schon weit kuriosere Austriebe zu Tage gelegt: Von Ziegenböcken über Laptopnutzer mit Bauarbeiterhandschuhen bis hin zu erotischem Bildmaterial.

Eine Auswahl kurioser Wahlplakte der vergangenen Jahre:


 
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