Eine Maschine der US-Fluglinie United Airlines bei der Landung.
Immer noch beliebter als Trump: So spottet das Netz über United Airlines
Bild: Mel Evans/Illustration
Netzwelt
11.04.2017 12:12
Das Video eines Passagiers, der mit Gewalt aus einem Flugzeug gezogen wurde, verbreitete sich in kurzer Zeit viral im Netz - und brachte der Fluggesellschaft "United Airline" nicht nur Unverständnis, sondern auch viel Spott ein.
Entrüstung im Netz und Boykottaufrufe gegen United Airlines: Die Fluggesellschaft hatte einen Flug von Chicago nach Louisville (Kentucky) überbucht und bat Passagiere, den Flieger wieder zu verlassen, wie unter anderem die Zeitung „Chicago Tribune“ berichtete. Dabei wurde ein Passagier mit Gewalt aus dem überfüllten Flieger gebracht. Aufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich am Montag in den sozialen Netzwerken und gehörten zu den meist diskutierten Themen auf Twitter, Facebook und Google.

Vor allem beim Kurznachrichtendienst war auch schnell ein passender Hashtag gefunden: Unter #NewUnitedMottos sammelte sich der Spott der Nutzer.

Eine Auswahl:


Manche Nutzer schlugen einen eigenwilligen Kleidungsstil vor.
Andere empfahlen der Airline, doch eine neue Kategorie an Bord einzuführen.
 
Übersetzung: Kommen Sie als Arzt an Bord und steigen Sie als Patient wieder aus…
 
Übersetzung: Wenn wir schon nicht unsere Konkurrenten schlagen können, dann wenigstens unsere Fluggäste.
 
Übersetzung: Wir werden Sie andereweitig unterbringen.

Ein solches PR-Desaster natürlich der Albtraum für jeden Kundendienst. Wie sich Twitter-Nutzer den Kundenservice der Fluggesellschaft vorstellen, zeigt diese Nutzerin.
Übersetzung: United Airlines bietet jedem Kunden ein Geschenk an, wenn er mit ihnen fliegt – wie aufmerksam.
 
Übersetzung: United Airlines: Wenigstens haben wir keine Schlangen an Bord.

Fans der amerikanischen Kult-Serie “The Walking Dead” werden diesen Witz verstehen…
Wie hätte Indiana Jones wohl reagiert? Wer sich an den dritten Teil der Filmreihe erinnert, kann es sich denken…
 
Genauso kann man sich wohl denken, wie Leslie Nielsen im Film “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ die Situation gehandhabt hätte.  

Übersetzung: Immer noch beliebter als Trump.


Vier Freiwilligen, die eine Nacht länger in Chicago bleiben würden, habe die Fluggesellschaft eine kostenlose Hotelübernachtung sowie 400 Dollar Prämie geboten. Später habe United das Prämienangebot sogar auf 800 Dollar verdoppelt. Da sich aber keiner gemeldet habe, seien Passagiere per Zufall von einem Computer ausgewählt worden. Der dann gewaltsam hinausgezogene Passagier ging nicht auf das Angebot ein, mit der Begründung, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten.
 

Rechte von Passagieren bei Überbuchungen

Bleiben Passagiere bei einem überbuchten Flug unfreiwillig am Boden, muss die Airline nach EU-Recht den Flugpreis zurückerstatten oder einen Ersatzflug finden.

Außerdem haben Reisende wegen der Nichtbeförderung Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro, je nach Flugdistanz. Viele Airlines bieten darüber hinaus unabhängig von der Buchungsklasse eine Gegenleistung an, wenn sich Passagiere freiwillig melden und auf ihren Platz im Flieger verzichten. Bei Problemen mit der Airline können sich Reisende an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden.

Dort können Reisende etwa online eine Beschwerde aufgeben. Die söp nimmt dann Kontakt zur Fluggesellschaft auf und holt eine Stellungnahme ein, um den Sachverhalt zu klären und rechtlich zu prüfen. Schließlich unterbreitet sie einen Schlichtungsvorschlag.
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