Eishockey Wild Wings: Es geht nur noch um die Frage nach dem Wie

10.05.2012
„EHC München kämpft ums Überleben.“ Mit dieser Schlagzeile am 18. April fing alles an. Der Artikel in einer Münchner Zeitung entfachte einen Sturm, dessen Ausläufer in Windeseile Schwenningen erreichten.

Lange haben die Fans auf eine Erstliga-Lizenz gehofft, leider vergeblich.  Bild: klein

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Schnell war klar: Würde München den Kampf verlieren, wäre in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ein Platz frei. Eine einmalige Chance für die Wild Wings, die seit langem ans Tor zur DEL klopfen.

Seit diesem Aufmacher sind zwar viele Schlagzeilen produziert, aber noch keine harten Fakten geliefert worden. Die Beiträge widersprachen sich zum Teil. Einmal hatten die Schwenninger die Lizenz schon sicher in der Tasche, dann schienen sie wieder aus dem Rennen, weil mit dem Landshuter Immobilienkaufmann Rainer Beck ein gefährlicher Rivale auftauchte.

Dann war Beck kein Thema mehr, doch die Hoffnung der Münchner auf „Mister X“ als Retter in letzter Sekunde noch nicht gestorben. Die Lage änderte sich schnell, so rasant wie der Puck im schnellsten Mannschaftssport der Welt über das Eis flitzt. Drei Wochen später ist noch nicht klar, was mit der DEL-Lizenz des EHC München geschieht.

Und doch: Langsam lichtet sich der Pulverdampf des medialen Getöses. Der Blick auf das Geschehen wird klarer. Sicher scheint, dass München als DEL-Standort keine Zukunft mehr hat und die Lizenz entweder verkaufen oder an die DEL zurückgeben wird. Sicher scheint auch, dass besagte Lizenz bei den Schwenninger Wild Wings landen wird. Zu weit sind die Verhandlungen schon gediehen, als dass es noch ein Zurück geben könnte. Es stellt sich nur noch die Frage nach dem Wie.

Schon viele Wochen bevor die Gespräche zwischen dem EHC München und den Wild Wings öffentlich wurden, hatten die beiden Parteien im stillen Kämmerlein den Rahmen abgesteckt, wie der Lizenz-Transfer nach Schwenningen vonstatten gehen könnte. Doch mit der Eintrittskarte in die DEL ist auch die Übernahme einer kompletten Firma verbunden. Hier steckt der Teufel im Detail. Zumal der EHC München, so ist zu hören, die vergangene Saison mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen haben soll.

Mit dem Kauf der Lizenz, deren Wert 816 000 Euro beträgt, ist es nicht getan. Vielmehr muss geklärt werden, wer für die Altlasten aufkommt, ob bestehende Verträge mit Spielern und Angestellten des EHC München übernommen werden und vor allem: Ob nicht noch gemeine Fallstricke lauern, die dem Käufer ein böses Erwachen bereiten könnten. Was wäre, wenn die Berufsgenossenschaft oder das Finanzamt in einigen Monaten plötzlich Nachforderungen stellen würden, die im Kaufvertrag nicht geregelt sind?

Vielleicht kommen die Münchner sogar noch auf die Idee, Insolvenz anzumelden, um sich auf einen Schlag aller Schulden zu entledigen. In diesem Fall könnten die Wild Wings die freie Lizenz einfach bei der DEL abholen, da sie im Februar als einziger Zweitligist ihre Bewerbung fristgerecht eingereicht haben. Die Verhandlungspartner müssen sich in manchen Punkten erst noch einig werden, ehe der Deal perfekt ist. Deshalb der zähe Verlauf. Doch die Zeit drängt. Der Lizenzantrag der Klubs muss am 24. Mai bei der DEL in Köln vorliegen.

Schon jetzt wagen wir eine Prognose: Die Wild Wings werden die DEL-Lizenz des EHC München auf jeden Fall übernehmen – ob für den symbolischen Preis von einem Euro oder einer Kaufsumme im sechs- oder siebenstelligen Bereich.

Mehr zum Thema: SERC Wild-Wings

Im SÜDKURIER-Themenpaket zu den Schwenninger Wild Wings finden Sie alle Berichte, Bilder und Videos zum Thema - alle Spiele, alle Spielerwechsel und alle Nachrichten rund um den Eishockey Zweitligisten.

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