Villinger empört über teure Kunstwerke
40- bis 50.000 Euro soll die Kunstaktion von Mareike Drobny kosten. Die Summe deckt die Kosten für das Bewegungsprofil in Villingen, die Plakatwände in Schwenningen, eine Sitzskulptur in Tannheim, Reisekosten sowie das Bereitstellen der GPS-Geräte. Die Drobny-Werke sind Teil der übergeordneten Kunstaktion zum Stadtjubiläum. 150.000 Euro stellt die Stadt für insgesamt drei Projekte bereit.
40- bis 50.000 Euro soll die Kunstaktion von Mareike Drobny kosten. Die Summe deckt die Kosten für das Bewegungsprofil in Villingen, die Plakatwände in Schwenningen, eine Sitzskulptur in Tannheim, Reisekosten sowie das Bereitstellen der GPS-Geräte. Die Drobny-Werke sind Teil der übergeordneten Kunstaktion zum Stadtjubiläum. 150.000 Euro stellt die Stadt für insgesamt drei Projekte bereit. | Bild: Fröhlich/Städtische Galerie VS/Simon/dpa/Montage SK
Villingen-Schwenningen
19.05.2017 16:15
Das Klebestreifen-Kunstwerk in Villingen sorgt für viel Diskussionsstoff. Vor allem die Kosten zwischen 40- und 50.000 Euro für die mehrteilige Kunstaktion werden kritisiert. Video-Reporter Florentin Stemmer hat sich vor Ort umgehört!

Villingen-Schwenningen – Kunst polarisiert, das ist kein Geheimnis. Dem einen gefällt‘s, dem anderen nicht. Dazwischen gibt es häufig nichts. Und so gehen auch die Meinungen zum Klebestreifen-Kunstwerk von Mareike Drobny in Villingen weit auseinander. Die Künstlerin hatte Anfang Mai Bewegungsprofile von Menschen mit gelbem Klebeband auf dem Latschari-Platz fixiert. Ein Maischerz, dachten viele Passanten zuerst. Seither wird viel diskutiert, vor allem über die Kosten der Aktion, die mindestens 40.000 Euro betragen sollen.



Wie bereits berichtet, sorgten auch fehlende Hinweisschilder und erste Auflösungserscheinungen der gelben Streifen für Diskussionsstoff. Der SÜDKURIER wollte daher wissen, was die Leser grundsätzlich vom gelben Kunstwerk halten. Bei einer Abstimmung auf unserer Internetseite zeichnet sich ein deutliches Stimmungsbild ab. Rund 80 Prozent der rund 400 Teilnehmer sagen: „Gefällt mir nicht.“ Nur rund zwölf Prozent der Stimmen entfallen bislang auf die „Gefällt mir gut“-Option. Knapp acht Prozent der Teilnehmer haben keine Meinung.

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Noch deutlicher fällt die Kritik in den Kommentaren in sozialen Netzwerken aus. Eine Frau macht ihrem Ärger auf der SÜDKURIER Facebook-Seite Luft: „50.000 Euro, ich fasse es nicht! Schulen müssen saniert werden und Kindergärtenplätze werden benötigt.“ Mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da.

Ein Mann schreibt: „Ein Kunstwerk für 40.000 Euro?! Jetzt weiß ich, weshalb wir kein Geld für die Sanierung der Schulen und der Straßen haben.“ In einem weiteren Kommentar stellt ein Nutzer eine überspitzte Rechnung auf: „100 Meter Klebeband, 14,20 Euro. Aufwandskosten, 200 Euro. Der Stadt sagen, das 40.000 Euro zu teuer waren, unbezahlbar.“ „Die Stadt hat das Band aus Gold geholt“, kommentiert ein weiterer Schreiber. „Gelbgold, wie es scheint. Sieht total billig aus“, lautet die Antwort auf diese Steilvorlage. „Ich kann diesem Kunstwerk genau so wenig abgewinnen, wie dem verrosteten Stahlträger auf dem Schwarzwald-Baar Klinikum“, äußert sich ein Kritiker. Ein Leser ist sich sogar sicher, das Kunstwerk sei ein Fall für die Fernsehsendung von Comedian Mario Barth. Darin werden besonders markante Fälle von Steuerverschwendung thematisiert.

Eine positive Stimme findet man in einem anderen Facebook-Forum: „Kunst ist Geschmackssache. Die Idee gefällt mir sogar.“ In ihrem Beitrag kritisiert die Frau auch die „Nörgler“, die jeden Versuch einer Stadtverschönerung madig reden würden. Eine Frau steht ihr zu Seite und fügt an: „Für Kunst und Kultur wird schon genug Geld gestrichen. Das finde ich schade.“

Nicht ganz so einseitig wie im sozialen Netzwerk sind die Meinungen der befragten Personen bei einer Straßenumfrage vor der SÜDKURIER-Videokamera. Beim Aussehen halten sich Befürworter und Gegner sogar die Waage. Angesprochen auf die Kosten, kippt das Verhältnis wieder in die ablehnende Richtung. Viele der Befragten verstehen nicht, dass ein Kunstprojekt so teuer ist. Sie sind der Meinung, das Geld hätte eher in Schulen, Kindergärten und Straßen investiert werden sollen.

Das Video können Sie sich hier anschauen:


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