Villingen-Schwenningen trauert um Alt-Oberbürgermeister Gerhard Gebauer
Gerhard Gebauer ist tot. Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister starb nach langer, schwerer Krankheit. Unser Archivbild zeigt ihn an der Seite seiner Gattin Liselotte.
Gerhard Gebauer ist tot. Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister starb nach langer, schwerer Krankheit. Unser Archivbild zeigt ihn an der Seite seiner Gattin Liselotte. | Bild: Jochen Hahne
Villingen-Schwenningen
04.06.2017 11:30
Der Architekt der Doppelstadt stirbt im Alter von 90 Jahren. Seine Familie umsorgte ihn über Jahre nach schwerer Erkrankung.

Im Oberzentrum ist jetzt nach langer und schwerer Krankheit der Mann gestorben, der vom Chefsessel des Rathauses aus die Verschmelzung der Städte Villingen und Schwenningen maßgeblich forciert hat. Gerhard Gebauer ist tot. Die Nachricht verbreitet sich Pfingstsonntag schnell in den gut informierten Kreisen. Von 1962 bis 1972 leitete er das Rathaus in Schwenningen. 1972 wurde nach heftigen Debatten die Fusion besiegelt. Bis 1994 war er Oberbürgermeister der Doppelstadt.

Gebauers Regieren war geprägt von seiner sozialdemokratischen Grundhaltung. Mit Macht und allen Finessen hatte er sich gegen Kritiker der Zusammenlegung der Städte durchgesetzt. Aber: Er war ein OB, der auf Augenhöhe mit den Menschen war. Es gab keinen Verein im Oberzentrum, bei dem er nicht nach Ende arbeitsreicher Wochen Freitagabend und Samstagabend bei den Hauptversammlungen zu Gast war und dort auch zu den Mitgliedern sprach. Diese Volksnähe war mit ein Punkt, weshalb Gebauer einerseits hohen Respekt und andererseits bis heute auch großes Ansehen in der Bevölkerung genießt.

Im Jahr 2007 wurde ihm gemeinsam mit seiner Frau die Ehrenbürgerschaft von Villingen-Schwenningen verliehen. Unter seiner Regie wurde auch dass familieneigene Rehazentrum hinter dem neuen Schwarzwald-Baar-Klinik erreichtet. Hier wurde Gebauer selbst lange gepflegt. Schon seit fast fünf Jahren ermöglichte es ihm seine Krankheit nicht mehr, in der Öffentlichkeit teilzuhaben.

Gebauer war auch der Oberbürgermeister des Oberzentrums, der politisch am besten vernetzt war. Dutzende von Ehrenämtern füllte er aus, manchmal musste er sich dafür vor Gemeinderäten rechtfertigen. Unter anderem gehörte er 1973 bis 1994 dem Präsidium des Deutschen Städtetages an.

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