Schulverbund Deutenberg: Erste Schüler wandern angeblich ab
Das Gebäude des Schulverbundes am Deutenberg weist zahlreiche Mängel auf. Laut Elternvertreter Tino Berthold überlegen einige Eltern, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken. <sup></sup><em>Bild: Jens Fröhlich</em>
Das Gebäude des Schulverbundes am Deutenberg weist zahlreiche Mängel auf. Laut Elternvertreter Tino Berthold überlegen einige Eltern, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken. Bild: Jens Fröhlich
Villingen-Schwenningen
31.01.2017 09:02
Weitere Diskussionen gibt es um den Schulverbund Deutenberg. Ein Elternvertreter kritisiert Oberbürgermeister Kubon, das Stadtoberhaupt weist die Angriffe zurück. Mit Bildern und Video!

Die Diskussion um den schlechten Gebäudezustand des Schulverbundes am Deutenberg geht weiter. Nun hat der Elternbeiratsvorsitzende Tino Berthold in einem offenen Brief das Verhalten der Stadtverwaltung sowie Oberbürgermeister Rupert Kubon kritisiert. Kubon reagierte darauf gestern mit einer Stellungnahme und wies die Vorwürfe zurück.



» alle Bilder ansehen

In dem Schreiben formuliert der Elternbeiratsvorsitzende Berthold, dass es keinerlei Reaktionen seitens der Stadt zum Thema gegeben habe, keine Nachfragen, keine Stellungnahme. Auslöser der Diskussion war das Fernbleiben eines Vertreters der Stadt bei einer Beiratssitzung am vergangenen Dienstag (wir berichteten). „Ich hatte den Termin für die Sitzung im Weihnachtstress zuerst falsch veröffentlicht“, gibt Berthold zu. Später folgte jedoch die Korrektur per Mail. Pressevertreter und Fraktionsmitglieder von CDU, SPD und den Freien Wählern waren vor Ort. „Die FDP hat sich entschuldigt“, so Berthold. Von der Stadt kam jedoch niemand, obwohl sie die Teilnahme per Email angekündigt habe.



Am meisten geärgert hat Berthold jedoch OB Kubons Aussage „Diese Schule ist nicht besser oder schlechter als die anderen bei uns.“ Dies sei respektlos angesichts der katastrophalen Zustände mit überhitzen Räumen, defekten Jalousien, einem undichten Dach und gelbem Leitungswasser sowie einer fehlenden Brandmeldeanlage. „Ich hätte als Schüler keine Lust gehabt, in diese Schule zu gehen“, macht sich Berthold Luft und schlägt vor: „Das Rathaus zieht mit sofortiger Wirkung in das Schulgebäude um.“

Einige Eltern würden bereits mit dem Gedanken spielen, ihre Kinder an den Schulen in den Nachbarstädten anzumelden. „Mit dem Fahrrad ist man schnell in Bad Dürrheim“, überspitzt Berthold. Rottweil sei mit dem Ringzug gut erreichbar. Zwei Familien hätten diesen Plan bereits umgesetzt.

Man müsse jetzt anfangen über eine Generalsanierung nachzudenken, um diesen Trend zu stoppen, so Berthold. Am Mittwoch entscheidet der Gemeinderat, ob die von CDU-Rätin Renate Breuning geforderten 150 000 Euro für einen neuen Schulboden bewilligt werden. Die Chancen stehen gut. Stimmt der Rat zu, dann ist die Stadt am Zug. Sie muss die Baumaßnahmen planen, ausschreiben und vergeben. Berthold ist zuversichtlich: „Wenn das reibungslos abläuft, dann könnten wir bereits im Sommer den neuen Boden bekommen.“ Ein erster wichtiger Schritt, wie er findet, um den Schulbetrieb im Gebäude des Schulverbundes Deutenberg überhaupt aufrechtzuerhalten.

Oberbürgermeister Rupert Kubon nahm gestern zu den Vorwürfen Stellung: „An der Elternbeiratssitzung hätten selbstverständlich Vertreter der Verwaltung teilgenommen. Leider ist es bei der Terminabstimmung zu einem Missverständnis gekommen, was wir sehr bedauern“, teilte er mit. „Unabhängig davon stehen wir in ständigem Austausch mit der Schulleitung und den geschäftsführenden Rektoren, mit denen alle städtischen Sanierungsmaßnahmen an Schulen abgestimmt wurden und werden.“ Ein transparenter Informationsaustausch sei somit gegeben. Zuglich wies der Oberbürgermeister den Vorwurf zurück, die Stadt habe in den letzten Jahren nichts in das Schulgebäude investiert.

Das Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau habe in Abstimmung mit der Schulleitung in den vergangenen Jahren im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen Investionen in Millionenhöhe getätigt und allein in den vergangen Jahren wichtige Maßnahmen umgesetzt.

Hierzu gehören der Neubau der Mensa in 2008 sowie weitere Maßnahmen, etwa zum Brandschutz, im Volumen von insgesamt über 1,2 Millionen Euro. Darüber hinaus sollen bei der Haushaltsverabschiedung am Mittwoch, 1. Februar, weitere Baumaßnahmen für 466 000 Euro für die Schule beschlossen werden.

Ihre Meinung ist uns wichtig
1 Kommentare