Kunstwerk auf dem Villinger Latschariplatz löst sich auf
Es sind weniger die Passanten, eher wohl die Kehrmaschine. Das Kunstwerk von Mareike Drobny auf dem Villinger Latschariplatz löst sich bereits ab.
Es sind weniger die Passanten, eher wohl die Kehrmaschine. Das Kunstwerk von Mareike Drobny auf dem Villinger Latschariplatz löst sich bereits ab. | Bild: Jochen Hahne
Villingen-Schwenningen
17.05.2017 11:11
Viele hielten es ursprünglich für einen Maischerz, doch es ist eine Bodengrafik zur 1200-Jahrfeier von Villingen, Schwenningen und Tannheim. Nun sind bereits nach 14 Tagen die ersten Schäden erkennbar. Mit Abstimmung!

Zuerst hielten es viele für einen Maischerz, doch dann stellte es sich als Kunst heraus: Mareike Drobny hatte Anfang des Monats gelbe Linien auf den Latschari-Platz geklebt. Sie stellten die mit GPS-Sendern aufgenommene Bewegungsprofile von Tannheimern, Villingern und Schwenningern dar, die nun als Bodengrafik sichtbar wurden. Doch Kunst ist vergänglich – und diese besonders. Die ersten Folien lösen sich nun ab, sie halten auf dem Pflaster nicht. Das ist natürlich nicht im Sinne des Auftraggebers, denn die Stadt wollte die Bodengrafik anlässlich der 1200 Jahrfeier der drei Stadtbezirke bis Herbst zeigen. Daher begutachtete Galerieleiter Wendelin Renn gestern das Malheur, um danach mit der Künstlerin in Kontakt zu treten und "gemeinsam mit ihr nach Lösungsvorschlägen zu suchen".

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Fakt ist: Ein Teil der Folien klebt auf dem unregelmäßigen Kopfsteinpflaster bereits nach rund zwei Wochen nicht mehr. Dafür könnte die Kehrmaschine verantwortlich sein, die nach Renns Beobachtung mindestens einmal über das Kunstwerk fegte. Drobny selbst habe sich jedenfalls intensiv auf das Villinger Projekt vorbereitet, sich mit dem Material genau beschäftigt und sogar mit Herstellern Kontakt aufgenommen. Dass nun nach solch einer kurzen Zeit die ersten Schäden auftreten, wundert den Galerieleiter selbst ein bisschen. Und er weiß auch, dass es Wasser auf den Mühlen der Kritiker ist, die das Kunstwerk ohnehin für überflüssig oder Firlefanz halten und die dafür aufgebrachten rund 50 000 Euro lieber in die Sanierung von Straßen gesteckt hätten. Doch es sei eben nicht so, dass die Summe, die zwischen 40- und 50 000 Euro liege, endgültig abgerechnet wurde noch nicht, nur für diese Bodengrafik geflossen seien.

Es sei nur ein Teil der Arbeit gewesen, in Schwenningen zieren die Bewegungsprofile Plakatwände und in Tannheim wurde eine Skulptur aufgestellt. Außerdem reiste die Künstlerin mehrfach in die Doppelstadt, unter anderem für einen Workshop, und stellte auch die GPS-Sender.



Auch die unter anderem bereits im Gemeinderat vorgetragene Kritik, dass das Kunstwerk zu wenig erklärt werde, versucht Renn auf Anfrage zu parieren. Drei Tafeln seien extra in den Schaufenstern der Sparkasse platziert, nur leider sehen es zu wenige Besucher. Eine Tafel, die direkt am Kunstwerk hätte aufgestellt werden können, sei organisatorisch kaum machbar gewesen, da sie, so das Argument Renns, die Genehmigung mehrerer Ämter erfordert hätte.

 

Mehrere Künstler

Drei Künstler präsentieren anlässlich der 1200-Jahrfeier ihre Werke. Neben Drobny ist es Philipp Goldbach, der an drei Rathaus-Fassaden die lateinischen Ortsnamen anbrachte, sowie Daniel Roth, der sich mit Schwarzwälder Mythen beschäftigt.

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