Seniorin aus Tuttlingen wird Opfer eines "Enkeltricks"
Immer wieder werden vor allem ältere Menschen Opfer der so genannten Enkeltrickbetrüger. (Symbolbild)
Immer wieder werden vor allem ältere Menschen Opfer der so genannten Enkeltrickbetrüger. (Symbolbild) | Bild: Martin köpfer
Tuttlingen
20.05.2017 13:10
Die Polizei bittet um Hinweise und warnt erneut vor der Betrugsmasche, der vorwiegend Seniorinnen und Senioren zum Opfer fallen

Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden!

So kam es am Mittwochnachmittag in Tuttlingen zu einem Fall des Enkeltrick-Betrugs, bei welchem die Täter von einer Seniorin aus dem Tuttlinger Koppenland einen hohen Geldbetrag bereits im mehr als vierstelligen Bereich erbeuten konnten.

Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf oder auch ein anstehender und kurzfristig äußerst günstiger Immobilienerwerb. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben oder diesen auch per Bargeldtransfer (z.B. Western Union) zu überweisen. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit teils hohe Geldbeträge, wie in diesem aktuellen Fall im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

In diesem aktuellen Fall meldete sich am Mittwochnachmittag, gegen14 Uhr, die vermeintliche Enkelin telefonisch bei der Seniorin aus dem Koppenland und gab vor, aufgrund eines anstehenden und zeitlich dringenden Immobilienkaufs eine größere Bargeldsumme zu benötigen.  Nachdem die Seniorin sich tatsächlich täuschen ließ und ihre Unterstützung zusagte, kündigte die vermeintliche Enkelin an, dass demnächst ein Mitarbeiter des zuständigen Notariats das Geld abholen werde. So kam es dann auch. Allerdings war der Geldabholer kein Notariatsmitarbeiter, sondern ein Mittäter in der Enkeltrick-Betrugsmasche. Die Seniorin wurde so um einen hohen Geldbetrag geprellt.

Polizei bittet um Hinweise



Zu diesem "Geldabholer" bittet die Tuttlinger Kriminalpolizei nun um Hinweise. Nach Beschreibung der Seniorin soll es sich um einen etwa 40 bis 50 Jahre alten Mann mit südländisch dunklem Hauttyp gehandelt haben. Der "normal" große Mann habe eine Brille und einen Anzug beziehungsweise eine Anzugskombination getragen. Er habe kurze dunkle Haare. Personen, die eine so beschriebene Person am Mittwochnachmittag, vermutlich gegen 16 Uhr, im Bereich des Tuttlinger Koppenlandes gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Tuttlingen (07461 941-0) in Verbindung zu setzen.

Von Interesse wäre auch, ob und welches Fahrzeug diese Person benutzt hat.

   
Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick:

   - Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst
     mit Namen vorstellt.

   - Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr 
     Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

   - Wenn möglich, notieren Sie sich die gegebenenfalls im Display 
     ihres Telefons angezeigte Nummer des verdächtigen Anrufers.

   - Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter 
     ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen bisher 
     bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den 
     Sachverhalt bestätigen.

   - Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen 
     Verhältnissen preis.

   - Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

   - Sollten Sie dennoch persönlichen Kontakt zu Personen haben 
     (beispielsweise dem Geldboten), merken Sie sich das Aussehen und
     das Kennzeichen eines eventuell von der Person benutzten 
     Fahrzeuges.

   - Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen
ein 
     Anruf verdächtig vorkommt.

   - Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und
     erstatten Sie unverzüglich Anzeige.

   Weitere Hinweise erhalten Sie in den beigefügten PDF-Broschüren

   - Sicher leben (Ratgeber für Ältere und Junggebliebene)

   - Sicher zu Hause (Ratgeber für Seniorinnen und Senioren)

Auch unter dem folgendem Internet-Link www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/ oder bei jeder Polizeidienststelle können Sie nützliche Informationen zum Schutz vor dieser oder auch anderen Betrugsmaschen bekommen.
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