Stunde der Orgelmusik zur Marktzeit: Reise durch das barocke Europa
Begeisterte mit einer ausgezeichneter Auswahl barocker Orgelkompositionen: Jochen Kiene. Die Noten blätterte Elena Papathanassopoulos. Bild: Werner Müller
Begeisterte mit einer ausgezeichneter Auswahl barocker Orgelkompositionen: Jochen Kiene. Die Noten blätterte Elena Papathanassopoulos. Bild: Werner Müller
St. Georgen
13.08.2017 12:43
Kantor Jochen Kiene spielt zur Marktzeit in der Lorenzkirche in St. Georgen. Das erlebten die Zuhörer...

Die Stunde der Orgelmusik zur Marktzeit hat in St. Georgen viele Freunde gefunden. Keine Frage also, dass Kantor Jochen Kiene die von Helmut Franke ins Leben gerufene Orgelmusik zur Marktzeit fortsetzt und das Publikum mit Kompositionen aus der Epoche des Barock begeistert. Viele der Konzertbesucher kommen zur besinnlichen Stunde in die Lorenzkirche. Die Zuhörer sind sich einig: Jochen Kiene bringt mit seinem Orgelspiel Freude in die Gesichter in der Lorenzkirche.

Kiene wählte dieses Mal Werke aus Deutschland, Italien, England und Frankreich. Imposant eröffnete er mit dem "Praeludium ex E. cum Pedal" von Nicolaus Bruhns. Mit weich empfundenen Klängen, denen die Flöten in gegenseitigem Zuspiel folgten, erlebten die Besucher eine freudig wirkende Komposition. Bei sparsamen Registerwechseln, besonders beim Abstieg in die tiefen Bassregionen, folgten ruhig wirkende Tonfolgen mit wechselndem Klangbild.

Musik der Spätrenaissance und des Frühbarock erlebten die Besucher mit Giorlamo Frescobaldi. Die Komposition "Toccata terza" hatte viel Liebliches an sich. Leise, eher verhalten entwickelte sich die Komposition zu einer interessanten Umsetzung unterschiedlicher Klangfarben. Schwellende Töne erwuchsen zu einem wohl klingenden Schlussakkord italienischer Orgelmusik.

Henry Purcell gilt als einer der bedeutendsten englischen Komponisten des Barock. Feinfühlig setzt Kantor Kiene "A Groud in Gamut" auf dem Orgelprospekt mit leisen Tönen um. Freudig gestimmte Flöten erzeugten ein Klangbild, das in ein fröhlich klingendes Wechselspiel der Klangfarben überging.

Mit Louis-Nicolas Clérambault folgten sieben Sätze der "Suite de deuxieme ton". Das typische Klangbild französischer Orgeln wurde erkannt. Mit großer Sorgfalt, unter möglichst zeitnaher Registrierung der Komposition, entführte Kiene das Publikum in die Welt der französischen Orgelmusik. Mit Dieterich Buxtehude "Praeludium in D" setzte Jochen Kiene einen markanten Schlusspunkt Barocker Orgelmusik. Die Stunde der Orgelmusik zur Marktzeit in St. Georgen: für Musikfreunde einfach ein Genuss.

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