Biogasanlage interessiert viele
Geduldig beantwortet Philipp Ewald alle Fragen der interessierten Besucher bei der Besichtigung des Palmhofs. Bild: Lutz Rademacher
Geduldig beantwortet Philipp Ewald alle Fragen der interessierten Besucher bei der Besichtigung des Palmhofs. Bild: Lutz Rademacher
Rege Diskussionen gab es bei der Besichtigung des Palmhofs. Hier Malte Jucho im Gespräch mit Biogas-Betreiber Philipp Ewald (Zweiter von links). Rechts im Bild Pionier Hubert Ewald. Bild: Lutz Rademacher
Rege Diskussionen gab es bei der Besichtigung des Palmhofs. Hier Malte Jucho im Gespräch mit Biogas-Betreiber Philipp Ewald (Zweiter von links). Rechts im Bild Pionier Hubert Ewald. Bild: Lutz Rademacher
Geduldig beantwortet Philipp Ewald alle Fragen der interessierten Besucher bei der Besichtigung des Palmhofs. Hier im Blockheizkraftwerk. Bild: Lutz Rademacher
Geduldig beantwortet Philipp Ewald alle Fragen der interessierten Besucher bei der Besichtigung des Palmhofs. Hier im Blockheizkraftwerk. Bild: Lutz Rademacher
Donaueschingen
11.08.2017 19:33
Veranstaltung der Volkshochschule zum Thema Energiewende führt auf den Palmhof.

Bräunlingen (lrd) "Uns Landwirte sieht man immer nur mit dem Güllefass herumfahren", sagt Hubert Ewald vom Palmhof ironisch. Gerne lässt sich der Pionier in Sachen Biogas über die Schulter gucken, und stimmte sofort einer Anfrage der Volkshochschule Baar und des Fachverbandes Biogas nach einer Veranstaltung zum Thema "Energiewende gelingt mit Biogas" zu.

Sohn Philipp Ewald, inzwischen Fachmann für Biogas, und Wegbegleiter Otto Körner vom Fachverband führten 20 Interessierte durch ein professionelles landwirtschaftliches Unternehmen mit zukunftsweisenden Weichenstellungen in Richtung Energiewende. Der Familienbetrieb in zwei Generationen bewirtschaftet 210 Hektar Land und hat 140 Milchkühe. Neben den beiden Ehepaaren arbeiten ein Auszubildender und drei Minijobber.

Außer der Milchwirtschaft ist die 2001 zur Verwertung von Dreschreststoff gebaute Biogasanlage zum wichtigsten Standbein des Hofs geworden. Bis 2014 wurde hier eine Million Euro investiert, 2014 mit einem Ausbau auf den heutigen Standard weitere zwei Millionen. Ohne Subventionen, wie Philip Ewald betont. Die Anlage erzeugt vier Millionen Kilowatt Strom, die ins Netz eingespeist werden und beheizt mit der Abwärme der mit dem Biogas betriebenen Heizkraftwerke 14 Bräunlinger Betriebe im nahegelegenen Industriegebiet. Wenn im Zuge der Energiewende Atommeiler und Kohlekraftwerke wegfallen, ist man mit Wind-, Solar- und Wasserkraftwerken zusehends extremen Schwankungen ausgesetzt. Mit Biogasanlagen, wie auf dem Palmhof, lassen sich solche Schwankungen ausgleichen. Wird wenig Strom benötigt, lässt sich die Anlage zeitweise ausschalten, das erzeugte Biogas kann gespeichert werden. Durch das Einlagern von Biomasse kann man die Erzeugung von Biogas steuern, sodass sie im Winter in etwa das Doppelte an Strom produziert wie im Winter.

So deckt man den Bedarf besser ab und kann bessere Preise erzielen. Um die Stromerzeugung noch unabhängiger zu machen, folgen im Herbst weitere Investitionen. Hinzu kommen: Wärmespeicher, weiteres Blockheizkraftwerk und Speicher zur Güllelagerung.

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