Konzept um Irma-Nachfolgebau in Bad Dürrheim: Räte stehen hinter Fällungen
Heute: Die Rehaklinik Irma ging 2013 insolvent, 2014 kaufte es Investor Casim Ucucu. Seit Jahren verfällt das Gebäude, wurde von Vandalen heimgesucht. Bild: Birgit Müller
Heute: Die Rehaklinik Irma ging 2013 insolvent, 2014 kaufte es Investor Casim Ucucu. Seit Jahren verfällt das Gebäude, wurde von Vandalen heimgesucht. Bild: Birgit Müller | Bild: Birgit Müller
Bad Dürrheim
03.08.2017 18:31
Bis zu vier Bäume sollen dem Neubau in Bad Dürrheim weichen. Aus diesen Gründen stehen Räte und Bürgermeister nach wie vor hinter dem Konzept rund um die Rehaklinik Irma. Und Sie? Stimmen Sie hier ab!

Für manchen Zuhörer war es bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause eine Schreckensnachricht: Für den Irma-Nachfolgebau – ohnehin ein Reizthema für einen Teil der Bevölkerung – sollen mindestens drei, möglicherweise auch vier Bäume im angrenzenden Hindenburgpark gefällt werden. Das haben Stadtbaumeister Holger Kurz und Architekt Michael Rebholz bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne für den Neubau angemerkt. "Es werden Bäume fallen, das wird nicht anders gehen", sagte Kurz. Doch nach wie vor signalisierten Bürgermeister Walter Klumpp und die Gemeinderäte bei der Sitzung, dass sie hinter dem Projekt stehen.

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"Es ist eine klare Zielsetzung, dass wir den Hindenburgpark in die Konzeption einbeziehen," sagte Bürgermeister Walter Klumpp. Damit werde der Park aufgewertet. Konkret heißt das also, dass ein Teil des Park-Geländes zwischen der alten Rehaklinik Irma und dem Fußweg zugunsten des Bauprojekts abgegeben werde.

Doch: Der alte, charakteristische Kastanienbaum an der Litfaßsäule am Parkrand werde erhalten bleiben, gab Michael Rebholz auf die Frage des Bad Dürrheimers Friedrich-Wilhelm Funke, Initiator der Unterschriftenliste gegen das Neubauprojekt, Entwarnung. Anders sieht es hingegen für drei Bäume aus, die hinten am Rande des Spazierweges von der Hofstraße in Richtung Park stehen. Die müssen weg, sagte Holger Kurz. Ob ein vierter Baum, weiter vorne am Weg, geschützt, und damit sein Abholzen verhindert werden könne, müsse noch geprüft werden, sagte Rebholz. "Es sind keine Bäume in der ersten Reihe betroffen", bestätigte Stadtbaumeister Kurz nun auch auf Nachfrage.

Ein Umstand, den die Räte akzeptierten. Wenn sich die Anlage insgesamt in den Park einfügt und es Ersatzbepflanzungen gibt, stehe die CDU nach wie vor hinter dem Projekt, sagte auch Fraktionssprecher Heinrich Glunz. "Man muss aber Wert darauf legen, dass der vordere Baum am Eingang des Parks erhalten bleibt." Es sei üblich, dass es in solchen Situationen zu einem ökologischen Ausgleich komme. Heißt: Für die gefällten Bäume werden neue gesetzt. So sieht es auch Wolfgang Kaiser (LBU). "Um ein sinnvolles Projekt voranzubringen, ist es bisweilen auch notwendig, Bäume zu fällen", sagte er. Natürlich müsse die "grüne Lunge der Stadt" erhalten werden, weswegen Ersatzbepflanzungen bindend seien. "Aber Entwicklung muss möglich sein." Noch habe es keine Ortsbegehung gegeben, sagte Bauhofleiter Michael Liedtke. "Die alten und wertvollen Bäume stehen aber rechts vom Spazierweg", gab auch er Entwarnung.

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