Ein Schnitt und freie Bahn für Busse am neuen Bahnhof in Stein
Sie durchschneiden das rote Band: Martin Brändli, Hansueli Bühler, Jürg Amstutz und Michael Strub und geben damit den Busverkehr am neuen Bahnhofsvorplatz frei. Bild: David Rutschmann
Sie durchschneiden das rote Band: Martin Brändli, Hansueli Bühler, Jürg Amstutz und Michael Strub und geben damit den Busverkehr am neuen Bahnhofsvorplatz frei. Bild: David Rutschmann
Kanton Aargau
10.08.2017 20:41
In Stein ist der neue Bahnhofsvorplatz eröffnet worden. Die neue Visitenkarte kostet rund 800 000 Franken.

Stein/Aargau – Der Bahnhof in Stein ist auch für viele Bad Säckinger Pendler eine wichtige Anlaufstelle. Nun wurde mit der Umgestaltung des Bahnhof-Vorplatzes in den Augen der Gemeinde das Verkehrskonzept verbessert, Gemeindeammann Hansueli Bühler sprach bei der Einweihung von einer "Bahnhofsaufwertung". Pendler aus Bad Säckingen warten derweil weiter gespannt auf die Erweiterung der Park+Rail-Plätze, die kommendes Jahr in Form eines Parkhauses realisiert werden soll.

800 000 Franken zahlten die Gemeinde Stein, der Kanton Aargau und die SBB für die Neugestaltung. Ausgangslage dafür war die Tatsache, dass die Gelenkbusse der Postauto AG den Bahnhof nur umständlich anfahren konnten. Michael Strub, Projektleiter Infrastruktur in der Sektion öffentlicher Verkehr beim Kanton Aargau, erklärt, dass durch den Wegfall der Wendeschlaufe pro Fahrt 200 Meter eingespart werden. Somit würde jeder Postbus durch die Neugestaltung jährlich rund 3200 Kilometer Fahrtweg und ungefähr 1200 Liter Diesel einsparen.

Seit Februar befand sich der Bahnhofsvorplatz im Umbau. Drei neue Bushaltekanten, die barrierefreies Einsteigen ermöglichen sollen, stellen den Mittelpunkt des umgestalteten Bahnhofsvorplatzes dar. Dabei fahren nur zwei Buslinien den Busbahnhof an – in Richtung Frick und in Richtung Laufenburg, wie aus der elektronischen Informationsanzeige ersichtlich wird.

Die dritte Bushaltestelle soll einer potentiellen Linie im Entwicklungsschwerpunkt Sisslerfeld, die in Zukunft entstehen könnte, als Anfahrtspunkt dienen, so Strub. Die Idee einer Wiederaufnahme der Busverbindung zwischen Stein und Bad Säckingen wurden im vergangenen Jahr nach einvernehmlicher Analyse verworfen, weshalb in naher Zukunft wohl kein Bad Säckinger Bus den neuen Busbahnhof ansteuern wird.

Vor kurzem hingegen wurden Pläne geäußert, die die Bahnhöfe in Stein und Bad Säckingen mit Radwegen miteinander vernetzen soll. Hierfür wurden am neuen Bahnhofsvorplatz in Stein passende Grundlagen geschaffen. Anstatt der alten Unterstände für 24 Fahrräder konnten nun zwei neue Velo-Abstellplätze, einer davon zweistöckig, Platz für 88 Räder ermöglichen.

"Der neue Bahnhofsvorplatz steht für kombinierte Mobilität", so Jürg Amstutz, Projektleiter SBB Immobilien. Dadurch könne das Umsteigen schneller und bequemer erfolgen. 1600 Fahrgäste nutzen die Busterminals des Bahnhofs Stein-Säckingen täglich, wie Martin Brändli von Postauto Nordschweiz erläutert. Auf den Bahngleisen verkehren hingegen doppelt so viele Leute, pro Tag 3200 Menschen. Das angebotene Park+Rail neben dem Bahnhof ist momentan mit 132 Parkplätzen entsprechend ausgelastet und oft auch überlastet. Jürg Amstutz schätzt, dass ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge ein deutsches Kennzeichen hat und viele Pendler das Angebot bereits wahrnehmen würden.

Aktuell läuft daher das Baugesuch der SBB für ein dreistöckiges Parkdeck, das auf dem aktuellen Park-Rail-Platz entstehen und mindestens 250 Parkplätze schaffen soll. Diese werden, gemäß dem Park+Rail-Konzept, kostenpflichtig sein. Die Fahrrad-Abstellplätze im Bahnhofsbereich hingegen dürfen kostenlos genutzt werden.

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