Großeinsatz nach Angriff mit Kettensäge: Angreifer in der Schweiz festgenommen
Ein Polizist hinter der Absperrung in Schaffhausen.
Ein Polizist hinter der Absperrung in Schaffhausen. | Bild: MICHAEL BUHOLZER (AFP)
Einsatzkräfte sichern die Innenstadt von Schaffhausen ab.
Einsatzkräfte sichern die Innenstadt von Schaffhausen ab. | Bild: Ennio Leanza (KEYSTONE)
Die Innenstadt wurde teilweise abgeriegelt. | Bild: Schaffhauser Nachrichten
Bild: Schaffhauser Nachrichten
Bild: Schaffhauser Nachrichten
Bild: Schaffhauser Nachrichten
Schaffhausen
24.07.2017 21:33
Franz W. (51) stürmte am Montagmorgen mit einer Kettensäge in die Filiale der Krankenversicherung CSS an der Vorstadt in Schaffhausen und verletzte dort einen Mitarbeiter der Versicherung schwer. Der Täter wurde am Dienstagabend in Thalwil bei Zürich festgenommen.

Was wir wissen:

  • Franz W. ist am Montagmorgen mit einer Kettensäge in die Filiale der Krankenversicherung CSS an der Vorstadt in Schaffhausen eingedrungen und hat dort einen Mitarbeiter schwer verletzt (zunächst war von zwei Schwerverletzten die Rede). W. war anscheinend Kunde bei der Filiale.
  • Vier weitere Personen wurden leicht verletzt: Eine Person wurde dabei ebenfalls vom Täter angegriffen, zwei erlitten einen Schock, eine weitere wurde wohl beim Einsatz der Polizei verletzt. 
  • Der Täter ist weiterhin auf der Flucht und wird von der Polizei als gefährlich beschrieben. 
  • Laut der Schaffhauser Polizei handelt es sich um keinen Terrorakt.
  • Der Täter wird im größeren Umkreis der Stadt vermutet.
  • Um 15.30 Uhr konnten die in den Geschäften blockierten Menschen diese verlassen. 
  • Nach einem aktuellen Foto trägt er eine grüne Windjacke und schwarze Hosen. Ebenfalls hat er kurzes, braunes Haar und eine Stirnglatze.
  • Franz W. wurde am Dienstagabend in Thalwil bei Zürich durch die Polizei festgenommen.


Nach der Kettensägen-Attacke in Schaffhausen fahndet die Schweizer Polizei mit Spürhunden nach dem Täter. Über Nacht sei nichts Gravierendes passiert, hieß es am Dienstagmorgen vor der neuesten Lagebesprechung in der Einsatzzentrale. Ein Sprecher des Freiburger Polizeipräsidiums sagte am Dienstagmorgen, dass man auch auf deutscher Seite möglichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehe. „Diese sind aber nur sehr spärlich.“ 

Keine Hinweise für Flucht nach Deutschland

Das Polizeipräsidium Konstanz hatte nach Angaben eines Sprechers am Vortag ebenfalls einen Hubschrauber eingesetzt, zudem seien die Streifen verstärkt worden. Nach Auskunft des Lagezentrums des baden-württembergischen Innenministeriums gab es zunächst keine Anhaltspunkte, dass der Gesuchte die Grenze überschritten hat.

Auch das Polizeipräsidium in Konstanz hat „keine Informationen“, dass der 51-Jährige über die Grenze nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Alle entsprechenden Hinweise hätten sich als „nicht relevant“ herausgestellt. Das Polizeipräsidium arbeitet demnach mit den Schweizer Fahndern eng zusammen.

Wie die Schaffhauser Polizei mitteilt, läuft die Fahndung nach Franz W. immer noch auf Hochtouren. Nun wurde auch eine Sonderkommission gegründet. Laut den Beamten lief die Motorsäge während des Angriffs. Die Ermittlungen führten zu einem aktuellen Foto des Täters: Es zeigt ihn in grüner Windjacke und schwarzer Hose. Ebenfalls trägt er eine große schwarze Tasche mit sich, in der er möglicherweise die Kettensäge versteckt hatte. Auch ist auf dem Foto ersichtlich, dass der Täter eine Stirnglatze und braune kurze Haare hat:

Bisher suchte die Polizei mit folgender Personenbeschreibung und Fahndungsbildern nach dem Täter:

Der Täter Franz W. stürmte Montagmorgen gezielt in die Filiale der CSS-Versicherung an der Vorstadt in Schaffhausen und verletzte einen Mitarbeiter der Versicherung schwer (außer Lebensgefahr). Christina Wettstein, Mediensprecherin der CSS Schweiz Versicherung, bestätigte dies gegenüber der Schaffhauser Nachrichten. 
 

Täter immer noch flüchtig

Der 51-Jährige Franz W., der von der Polizei als ungepflegter, rund 186 Zentimeter großer Mann beschrieben wurde, sei weiterhin auf der Flucht. „Die Fahndung läuft“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagmorgen. Sein Auto wurde einige Stunden nach der Tat sichergestellt. Ob der Täter zu Fuß unterwegs ist oder mit einem anderen Fahrzeug, blieb zunächst unklar.
Da die Grenze nicht weit ist, könne er auch nach Deutschland geflohen sein, warnte Polizeieinsatzleiter Ravi Landolt am Montag. «Wir haben leider keine Ahnung wo sich der Täter aktuell befindet», erklärt er weiter.  Ebenfalls ist nicht bekannt, ob W. die Motorsäge noch mit sich trägt. «Wir können also noch keine Entwarnung geben», so der zuständige Staatsanwalt Peter Sticher. 

Die Polizei fahndete am Montag in der Umgebung der Stadt Schaffhausen teils bei strömendem Regen mit Spürhunden nach dem 51-Jährigen. W. sei der Schaffhauser Polizei bisher nicht bekannt gewesen. Er sei ein Sonderling, der sich die meiste Zeit im Wald aufhalte. Wie die Schweizer Zeitung 20minuten berichtete, habe eine in Feuerthalen wohnhafte Frau W. aber schon zwei mal bei der Polizei gemeldet. Der Mann habe während zwei Monaten auf einem nahe gelegenen Parkplatz campiert und habe die Frau und ihren Ehemann zwei Mal aufs Heftigste mündlich attackiert und grundlos angeschrien. Diese Vorfälle habe sie der Polizei gemeldet. Auf Anfrage der Schaffhauser Nachrichten meinte der Gemeindepräsident von Laufen-Uhwiesen, Rudolf Karrer, ihm seien keine Klagen von Bewohnern bekannt.  

Am Abend berichteten Reporter aus einem Wald wenige Kilometer südlich von Schaffhausen von möglichen Schüssen, aber die Kantonspolizei Zürich stellte per Twitter schnell klar: „Nach Medienberichten aus Flurlingen: Die gemeldeten Geräusche waren keine Schüsse.“

Ein Video von der Pressekonferenz der Schweizer Polizei am Nachmittag (Montag):  

Menschen saßen in Geschäften fest 


Die Polizei hatte die Geschäfte an der Vorstadt angewiesen, die Türen zu verriegeln und niemanden herein oder herauszulassen. In diversen Geschäften saßen bis 15.30 Uhr dutzende Betroffene fest. 

 
Ihre Meinung ist uns wichtig
5 Kommentare