Basel Tattoo 2017 in der Kaserne wieder ein voller Erfolg
Besondere Stimmung: Die Kaserne in Kleinbasel bietet eine passende Kulisse für die Show.
Besondere Stimmung: Die Kaserne in Kleinbasel bietet eine passende Kulisse für die Show. | Bild: Dorothee Soboll
Dudelsack-Klänge dürfen beim Tattoo nicht fehlen.
Dudelsack-Klänge dürfen beim Tattoo nicht fehlen. | Bild: Patrick Straub
Kanton Basel
23.07.2017 23:41
Traditionsbewusst und bunt: Das Publikum entlässt die Teilnehmer des diesjährigen Basel Tattoos mit tosendem Applaus. Der Zapfenstreich wartet mit vielen modernen Elementen auf.

Synchron, traditionsbewusst und trotzdem frisch: Das Publikum entlässt die Teilnehmer des Basel Tattoo zu Recht mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen.

  • Der erste Eindruck: Das wird voll. Eine halbe Stunde vor dem Beginn der Show tummeln sich die Besucher unten in der Arena, stärken sich mit „Chlöpfern“, der typischen Schweizer Brühwurst, oder ergattern Regenponchos und Sitzkissen. Die Ponchos können wohl in der Tasche bleiben, obwohl es vorher stark geregnet hat. Nahezu alle 8000 Sitzplätze im Hof der Kaserne sind besetzt.
  • Das Publikum: Die Besucher sind überwiegend in gesetztem Alter, mehr Männer als Frauen sind gekommen. Man kennt sich, das Tattoo scheint für viele Zuschauer ein jährliches Vergnügen zu sein. So werden Unterschiede deutlich. Kommentare wie „Früher waren es mehr Dudelsackspieler“ oder „Ah, die waren letztes Mal nicht so gut“, sind zu hören.
  • Die Show: Pünktlich um 21.30 Uhr beginnt die Veranstaltung. Genau zwei Stunden lang präsentieren sich insgesamt 1000 Teilnehmer aus elf Ländern und von vier Kontinenten. So unterschiedlich die Herkunft ist, so vielfältig sind die Darbietungen. Eines haben alle gemeinsam: Die Präzision ist beeindruckend. Ob sich die Formationen blockweise im Gleichschritt bewegen, einen Kreis bilden oder die Trommelstöcke durch die Luft fliegen: Am Ende des jeweiligen Parts stehen alle wieder an ihrem Platz und ziehen geordnet aus der Arena aus. Gelungen ist auch die Lichtshow.
    Zur jeweiligen Abordnung passend werden große, farbenprächtige Bilder an die Kasernenfassade projiziert.

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  • Die Musik: Die Genregrenzen verschwimmen, wenn Blechbläser Countrystücke spielen, kurz darauf martialische mittelalterliche Musik erklingt und später Franziska Wigger jodelt. Virtuose Alphornmelodien mischen sich mit Klängen aus den schottischen Highlands. Neben der Militärmusik im Marschrhythmus kommen immer wieder leise Töne vor. Bei der Vorführung des His Majesty The King’s Guard Band and Drill Teams aus Norwegen sind erst die Schritte zu hören, dann setzen Trommeln und Chor ein. Mit der „Ode an die Freude“ bekennen sich die Skandinavier auf Schweizer Boden klar zur Europäischen Union.
  • Die Smartphones: Das Publikum soll mithilfe einer App Teil der Show sein, wie der Veranstalter mitteilte. Dafür sollen die Besucher das Smartphone mit dem Bildschirm Richtung Platz halten. Dank Musikerkennung flackern die Displays zu bestimmten Zeiten in verschiedenen Farben oder sie blinken im Takt. Mit der angestrahlten Fassade entsteht ein schöner Effekt.
  • Der Sprecher: Souverän durchs Programm führt René Häfliger. Er kündigt die einzelnen Formationen an – und bekommt einen Szenenapplaus für den Kommentar zur US-amerikanischen Präsidialgarde: „Wir möchten darauf hinweisen, dass das auch die Garde der ehemaligen US-Präsidenten ist, nicht nur des aktuellen.“
  • Die Mischung: Das Basel Tattoo ist nicht nur laute Ufftata-Musik. Für jeden ist etwas dabei, seien es die grandiosen Tänzer aus Russland, die ballettähnliche Vorführung der Australierinnen oder die unterhaltsame Präsentation der Australian Army Band. Das Publikum quittiert besondere Leistungen gerne mit einem Zwischenapplaus.
  • Das Fazit: Das Basel Tattoo 2017 präsentiert sich modern und frisch, ohne auf die klassischen Elemente zu verzichten.
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