Noch ist die genaue Zukunft des 56 Hektar großen Geländes der ehemaligen Zollernalb-Kaserne in Meßstetten (hier ein Archivbild aus 2014) offen. Die Bemühungen um eine erfolgreiche Konversion sind allerdings schon angelaufen. Bild: Hermann-Peter Steinmüller
Konversion für LEA-Gelände in Meßstetten nimmt Fahrt auf
Bild: Hermann-Peter Steinmüller
Meßstetten
21.04.2017 18:42
Derzeit laufen Gespräche über die Zukunft des 56-Hektar-Geländes, das bisher als Landeserstaufnahmestelle genutzt wird. Nach der Schließung zum 31. Dezember spricht Vieles spricht für ein Gewerbegebiet.

Nach der Schließung der Landeserstaufnahmestelle (LEA) zum 31. Dezember gewinnt die Frage der Konversion des ehemaligen Bundeswehrgeländes wieder an Bedeutung in der kommunalpolitischen Diskussion. Nun legt die Stadtverwaltung eine Art Zwischenbericht zum Stand der Umwandlung in eine zivile Nutzung vor. Für Bürgermeister Frank Schroft steht damit fest, dass die Stadtverwaltung trotz LEA das Thema Konversion nicht aus den Augen verloren hat.

Das Land Baden-Württemberg steht bei der Stadt Meßstetten in der Schuld. Darauf hatte bereits Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Vor-Ort-Besuch hingewiesen. Denn als das Land zu Beginn der Flüchtlingswelle einen Standort für eine weitere LEA suchte, waren die Meßstetter bereit, die Erstaufnahmestelle ohne nennenswerte Proteste zu akzeptieren. Die 2014 seit wenigen Monaten leerstehende ehemalige Luftwaffenkaserne bot dafür die räumlichen Voraussetzungen. Nun wird die LEA zum Jahresende geschlossen. Was soll dann mit dem Gelände passieren? Die Pläne, auf dem Areal ein modernes Großgefängnis zu bauen, scheiterten, weil sich die Landesregierung nach intensiven Diskussionen für den Standort Rottweil entschieden hat.

Wie Pressesprecher Reinhard Lindner berichtet, werden derzeit im Rathaus verschiedene Modelle für die Zukunft des 56 Hektar großen Areals durchgespielt. Das bedeutet aber nicht, dass die ganze Last der Umnutzung alleine bei der Meßstetter Kommunalverwaltung liegt. Es existiert bereits ein "Konversionsraum". Externes Fachwissen steuern das Regionalmanagement sowie Christoph Dickmanns und Konstantin Koch von der Kommunalentwicklung bei. Die beiden Fachbüros haben im Rathaus ein Büro eingerichtet, das von Judith Mootz betreut wird.

Konkrete Pläne gibt es nach ihrer Aussage noch nicht. Denn erst müssten Grundlagen geschaffen werden. Zunächst einmal muss das Areal von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft werden. In diesem Punkt zeigt sich Frank Schroft sehr zuversichtlich: "In den bisherigen Gesprächen wurden von den Vertretern der Bundesinteressen ausschließlich positive Signale ausgesendet."

Bevor es aber an den Kauf des Geländes geht, sind noch Fragen offen: Tritt die Stadt als Einzelkäufer auf oder soll im Fall der Verwirklichung eines möglichen interkommunalen Gewerbegebietes der dann gebildete Zweckverband als Käufer auftreten? Mootz: "Das alles sind Fragen, die in den kommenden Monaten erst geklärt werden müssen." Ein weiterer Planungsschritt umfasst die Bestandsaufnahme der bisherigen Infrastruktur. Was kann für ein eventuelles Gewerbegebiet übernommen werden? Was muss saniert werden und wo sind mögliche Erweiterungen im Wasser- oder Abwassernetz erforderlich? Aus Sicht der Stadtverwaltung spricht Vieles für ein Gewerbegebiet. Pressesprecher Linder: "Erstens gibt es im Zollernalbkreis derzeit keine größeren freien Gewerbeflächen, zweitens entspricht der Umfang des Konversionsgebietes in etwa dem Bedarf an Industrieflächen der im Konversionsraum zusammengefassten Gemeinden. " Diese Bedarfsanalyse wird dem Regionalmanagement-Lenkungskreis im Mai vorgelegt.

Konversion

Zum Konversionsraum gehören neben Meßstetten die Stadt Albstadt sowie die Umlandgemeinden Bitz, Nusplingen, Obernheim, Winterlingen, Straßberg und Schwenningen als einzige Kommune im Landkreis Sigmaringen. Judith Mootz betreut das Büro zweier Experten im Rathaus und sagt: "Der mögliche Industriepark, die Weiterentwicklung des früheren Bundeswehrareals ist nur ein Teil der Konversionsarbeit." Es gehe außerdem um Kommunalentwicklung wie Leerstandsmanagement oder Standortmarketing. Weitere Informationen im Internet unter www.konversionsraum-messstetten.de

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