SRH-Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH ist im Aufwärtstrend
Am Krankenhausstandort Pfullendorf soll mittelfristig eine Akutgeriatrie entstehen. Pflegekräfte wurden schon entsprechend weiterqualifiziert, gesucht wird noch ein leitender Arzt. <em>Bild: Achim Mende</em>
Am Krankenhausstandort Pfullendorf soll mittelfristig eine Akutgeriatrie entstehen. Pflegekräfte wurden schon entsprechend weiterqualifiziert, gesucht wird noch ein leitender Arzt. | Bild: Achim Mende
Pfullendorf
09.08.2017 17:01
Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH mit den drei Krankenhausstandorten Bad Saulgau, Sigmaringen und Pfullendorf einen Gewinn von knapp einer Million Euro.

Optimismus war Trumpf bei der Bilanzpressekonferenz der SRH-Kliniken GmbH, denn 2016 verzeichneten alle drei Krankenhausstandorte steigende Patientenzahlen, eine bessere Auslastung und man erwirtschaftete fast eine Million Euro Gewinn. Der Überschuss lag sogar 400 000 Euro höher, aber die GmbH musste einen sogenannten "Mehrleistungsabschlag" zahlen. Diese Abgabe fällt dann an, wenn in Krankenhäusern quasi zu viele Patienten behandelt werden.

Das Geschäftsführerduo Melanie Zeitler-Dauner und Werner Stalla sowie Landrätin Stefanie Bürkle und Bürgermeister Thomas Kugler als Aufsichtsratsduo sieht sich in mit dem "starken Ergebnis 2016" in seiner Strategie bestätigt. Die innerbetrieblichen Abläufe werden optimiert, die Qualität permanent gesteigert und besonders die Zusammenarbeit der drei Klinikstandorte stetig erhöht. "Wir sind weg vom Inseldenken, hin zum Gruppendenken", brachte es Stalla auf den Punkt. Er wird in absehbarer Zeit die Geschäftsleitung der seit 1. Mai tätigen Zeitler-Dauner überlassen.

Diese zeigte sich stolz über erneute erfolgreiche Zertifizierung der regionalen Schlagfalleinheit, dem erfolgreichen Audit für die Kardiologie und besonders die 1,0-Gesamtnote des "Anna-Hauses" bei der unangemeldeten Qualitätsprüfung der stationären Pflegeeinrichtung.

Unterzeichnet wurde mittlerweile der Tarifvertrag SRH-Kliniken, in den alle Beschäftigten übergleitet werden, die vor dem 1. Januar 2017 ins Unternehmen eintraten, wobei die Mitarbeiter einen Besitzstand erhalten. An allen drei Standorten soll bis 1. Januar 2018 das Krankenhausinformationssystem Orbis eingeführt werden und wenn das drei Millionen teure Parkhaus beim Krankenhaus Sigmaringen bis Sommer 2018 fertiggestellt ist, dann wird es für alle Kliniken ein Parkraumbewirtschaftungskonzept geben, sprich dann werden überall Parkgebühren fällig.

Als Zukunftsthema bezeichnete Landrätin Bürkle die mittelfristig geplante Einrichtung einer Akutgeriatrie in Pfullendorf, wo man die Krankenschwestern schon weiterqualifziert, allerdings noch keinen leitenden Arzt gefunden habe. Für Für Bürgermeister Thomas Kugler ist die bislang vergebliche Suche Abbild des zunehmenden Ärztemangels im ländlichen Raum. Im September startet ein Arzt der SRH-Kliniken die 18-monatige Fortbildung "Zusatzweiterbildung Geriatrie", so dass man spätestens Frühjahr 2019 einen Facharzt hätte. Zu diesem Zeitpunkt wird noch am geplanten Neu-, beziehungsweise Erweiterungsbau in Sigmaringen gewerkelt, für das man bekanntlich vom Land einen Förderbescheid in Höhe von sechs Millionen Euro für die Planungen bekommen hat.

Dieser erste Bauabschnitt ist mit 98 Millionen Euro veranschlagt, wobei das Projekt 2018 in das Krankenhausförderprogramm des Landes aufgenommen wird, wie Werner Stalla erklärte. Die Restfinanzierung muss die Klinik GmbH stemmen, wobei eine Million Euro Gewinn für Zinsen und Abschreibungen nicht ausreichen werden, wie Aufsichtsratsvorsitzende Bürkle deutlich machte. Wenn der Neubau steht, werden Trakte im Altbau saniert, was aktuell mit 35 Millionen Euro veranschlagt wird. Auf die SÜDKURIER-Frage, wie diese Räume dann genutzt werden, weil die Gesamtbettenzahl in Sigmaringen mit rund 400 unverändert bleiben wird, erklärte Stalla, dass beispielsweise in der Psychiatrie die Doppelzimmer wegfallen und es dort nur noch Einzelzimmer geben wird.

Kliniken GmbH 2016

  • Die Zahl der Mitarbeiter betrug 1383 (2015: 1385) und die Zahl der Auszubildenden lag bei 84, darunter 73 in der Gesundheits- und Krankenpflege, sechs als operationstechnische Assistenz, drei als medizinische Fachangestellte und zwei als Duale Hochschulstudenten im Gesundheitsmanagement.
  • Die betrieblichen Erträge erhöhten sich um 2,6 Millionen Euro auf 100,067 Millionen Euro. Die Personalkosten erhöhten sich um 1,883 Mio. Euro auf 66,835 Millionen Euro und die Sachkosten reduzierten sich um rund 435 000 Euro auf 31,962 Millionen Euro.
  • Die Fallzahlen inklusive Geburtenabteilung und Psychiatrie erhöhten sich um 624 auf 22 879 Fälle. Die ambulante Fallzahl stieg um 2121 auf 63 252. Der Gewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 623 000 auf 968 000 Euro. Die Investitionen betrugen 9,21 Millionen Euro, davon 5,981 Millionen Euro für den Neubau und Geräteausstattung in Bad Saulgau.
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