Frühjahrskonzert in der Stadthalle: Musiker lassen keine Wünsche offen
Die Stadtmusik beweist einmal mehr ihr hohes Niveau. <em>Bild: Karlheinz Fahlbusch</em>
Die Stadtmusik beweist einmal mehr ihr hohes Niveau. Bild: Karlheinz Fahlbusch
Junge Talente gibt es immer wieder. So wie Adrian Sieger (rechts), der als Solist glänzt. <em>Bild: Karlheinz Fahlbusch</em>
Junge Talente gibt es immer wieder. So wie Adrian Sieger (rechts), der als Solist glänzt. Bild: Karlheinz Fahlbusch
Das Jugendblasorchester unter Leitung von Musikdirektor Thomas Stöhr (stehend) wird am 8. Mai bei den Wertungsspielen in Hohentengen teilnehmen. Einen brillanten Vorgeschmack gab es jetzt beim Frühlingskonzert am Samstagabend. <em>Bild: Karlheinz Fahlbusch</em>
Das Jugendblasorchester unter Leitung von Musikdirektor Thomas Stöhr (stehend) wird am 8. Mai bei den Wertungsspielen in Hohentengen teilnehmen. Einen brillanten Vorgeschmack gab es jetzt beim Frühlingskonzert am Samstagabend. Bild: Karlheinz Fahlbusch
Pfullendorf
26.03.2017 16:56
Vom Jugendblasorchester und der Stadtmusik kann man stets gute Qualität erwarten. Dies wurde auch beim Frühjahrskonzert am Samstagabend in der Stadthalle deutlich:

Stadtmusikdirektor Thomas Stöhr darf zufrieden sein. Am 8. Mai will er mit dem Jugendblasorchester beim Wertungsspiel in Hohentengen in der Stufe 3 antreten und hofft auf Unterstützung durch möglichst viele Musikfreunde aus Pfullendorf. Keine Frage: Diese Unterstützung sollte man auch geben. Denn die jungen Leute – als Jugendblasorchester zählen Orchester, die ausschließlich aus Musikern mit einem Alter bis zu 27 Jahren bestehen – sind motiviert und hervorragend ausgebildet. Der Klangkörper, den sie mit ihren Instrumenten bilden, ist wirklich beachtlich.

Schon mit dem ersten Stück Jubilance kam so richtig Begeisterung und Lebensfreude auf. Sehr akzentuiert, mal soft und mal dynamisch, das hatte Qualität und Unterhaltungswert. Das galt auch für "Eiger: Journey to the Summit“, ebenfalls aus der Feder von James Swearingen. Das Stück strotzt vor heldenhaften Themen und bildete einen Klangteppich aus musikalischen Stilen, um die emotionale Geschichte von John Harlin nachzuzeichnen.



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Der Amerikaner wollte 1966 die Eiger-Nordwand in einer Direktroute begehen, stürzte aber 400 Meter unterhalb des Gipfels tödlich ab. Diese Geschehen in Noten umzusetzen, das war eine Herausforderung für den Komponisten. Nicht minder aber auch für ein Orchester, dem die Interpretation zufällt. Das Jugendblasorchester meisterte diese schwierige Aufgabe mit Bravour. Das gilt auch für "Monterosi" von Jacob de Haan. Es ist ein feierliches Werk mit lyrischen Tendenzen, das den prächtigen, vollen Klang des Blasorchesters voll zur Geltung kommen ließ. Mit Adrian Sieger am Altsaxophon (er hat in der Hector Kinderakademie das Saxophon für sich entdeckt, nachdem er erst Akkordeon gelernt hatte) hat man in Pfullendorf ein Talent, von dem man bestimmt noch hören wird.

Bei der Rock-Ballade "Purple Rain" zeigte sich der junge Mann von seiner besten Seite. Das gilt auch für Sarah Hain und Julia Spähler. Die Aufgabe als Moderatorinnen bewältigen nämlich sie problemlos und stets mit viel Charme.

 

Vom Stil her ganz anders, von der Motivation und der Begeisterung für die Musik gleich, präsentierte sich ein kleines Ensemble der Bläserklasse der Hector Kinderakademie. Erst ist im Oktober vergangenen Jahres haben die Kids angefangen und boten jetzt Kinderlieder wie „Hänschen klein“ oder „Bruder Jakob“. Völlig unaufgeregt standen die Mädchen und Jungs auf der Bühne vor dem Jugendblasorchester. Beim wohlverdienten Applaus strahlten sie dann übers ganze Gesicht, auch die kleine Ansagerin Larissa Japs tat dies.

Beim Stichwort "Sahara" denkt man ein Wüste, wo es recht öde zugeht. Musikalisch sieht das ganz anders aus. Das Werk von Thierry Deleruyelle beschreibt die unterschiedlichen Landschaften der Sahara. Verschiedene Instrumentengruppen stellen die jeweiligen Besonderheiten dar. Sowohl eine sehr rhythmische Passage mit viel Schlagwerk als auch ein choralartiger Teil mit wunderschönen Blechbläserpassagen machen das Werk zu einem wunderbaren und anspruchsvollen Stück. Das Orchester meisterte die große Aufgabe problemlos und zeigte dann bei "Apollo 11", dass historische Ereignisse, wie die erste Landung auf dem Mond, durchaus auch musikalisch nachvollzogen werden können. Dieses mitreißende Werk von Otto M. Schwarz lässt einen dieses Ereignis Schritt für Schritt vom Countdown bis zur Landung auf dem Mond neu erleben. Mit dem Ohrwurm "One Moment in Time"“ ging es dann sowohl für die Musiker als auch für das Publikum in die Pause.

Danach legte die Stadtmusik mit einem Medley aus Titeln von Phil Collins für sich selbst die Messlatte gleich recht hoch. Der Sprung darüber hinweg klappte bestens und mit "Birdland" von Josef Zawinul machte das Orchester deutlich, dass es auch die unterschiedlichen Stilarten des Jazz beherrscht. Ein richtiger Ohrwurm ist der "Baby Elephant Walk" von Henri Mancini. Den Filmfans bestens aus "Hatari" bekannt, den Radiofans ebenfalls im Ohr und vom Orchester brillant interpretiert. So schön kann ein Abend in der Stadthalle sein. Und dann kamen noch die Swinging Twenties mit "Chicago" von John Kander und Fred Ebb als Abschluss. Da konnte man so richtig stolz sein auf das Orchester. Mit einem Marsch als Zugabe endete dann ein Konzert, das keine Wünsche offengelassen hat.

Akteure

Das Jugendblasorchester wurde im Jahr 1997 gegründet und hat derzeit 45 Mitglieder im Alter bis 27 Jahre.

Die Stadtmusik besteht derzeit aus über 60 Instrumentalisten.

Die Hector- Kinderakademie fördert seit November 2010 motivierte und begabte Grundschüler. (kf)

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