Auf dem Balkenmäher von Engelswies nach Leipzig
Mit diesem umgebauten Balkenmäher Marke Eigenbau ist Immanuel Bayer auf große Fahrt von Engelswies ins etwa 600 Kilometer entfernte Leipzig.
Mit diesem umgebauten Balkenmäher Marke Eigenbau ist Immanuel Bayer auf große Fahrt von Engelswies ins etwa 600 Kilometer entfernte Leipzig. | Bild: Karl Mägerle
Vor seiner großen Fahrt nach Leipzig bedankte sich Immanuel Bayer (mit Hut) bei seinen Helfern (von links): Josef Bauer, Peter Lippke, Heinz Buhl, Peter Sieland und Kai Lippke.
Vor seiner großen Fahrt nach Leipzig bedankte sich Immanuel Bayer (mit Hut) bei seinen Helfern (von links): Josef Bauer, Peter Lippke, Heinz Buhl, Peter Sieland und Kai Lippke. | Bild: Karl Mägerle
Inzigkofen
09.08.2017 13:03
Immanuel Bayer fährt von Engelswies nach Leipzig – auf einem umgebauten Einachs-Balkenmäher. Das alte Gefährt erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 12,5 Stundenkilometer. In 15 Tagen will Bayer die 600 Kilometer lange Strecke schaffen.

Für eine 600 Kilometer lange Reise gibt es angenehmere Möglichkeiten, als sich mit einem ehemaligen Einachs-Balkenmäher auf den Weg zu machen. Doch genau das macht Immanuel Bayer, der unterwegs ist von Engelswies nach Leipzig. Am Samstag startete er die Tour mit seinem Gefährt, nach 15 Tagen will er Leipzig erreichen. Dort erwartet ihn seine Freundin, die zusammen mit Bayer eine Pension betreibt.

Die Heimfahrt sollte etwas Besonderes sein, ohne Hektik und Stress. Immanuel Bayers Wahl fiel auf einen Balkenmäher, Fabrikat Bucher, aus dem Jahr 1960 mit sieben bis acht PS. die Höchstgeschwindigkeit laut Fahrzeugbrief: 12,5 km/h – natürlich ohne Frontmähwerk. Im Werkraum seines Nachbarn Josef Bauer wurden Motor und Antrieb des Einachsmähers überprüft und die Idee umgesetzt, das Gefährt mit einem Anhänger-Aufbau für die Übernachtungen zu versehen. Immanuel Bayer konnte auch Peter und Kai Lippke, sowie Heinz Buhl und Peter Sieland für das Projekt begeistern. Gemeinsam ging es ans Werk, damit am Ende das Fahrzeug zugelassen werden konnte. Als der TÜV seinen Segen gab, war die Freude groß. Der Anhänger ist mit einem Solarzellenmodul versehen sowie mit Kanistern für Wasser und Benzin.

Mit der Firma CAD-Speed aus Nienhagen bei Hannover hat Immanuel Bayer sogar einen Sponsor gewonnen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf digitale Zahntechnik – größer könnte der Unterschied zum antiquierten Bucher-Einachser nicht sein.

"Es ist ein bisschen Abenteuer mit dabei, aber das ist das Schöne daran", sagt Immanuel Bayer über das Vorhaben. Viel Gepäck hat er nicht dabei: Matratze, Kocher, kurze und lange Hose, Hemd, Unterwäsche und Jacke sowie wasserfeste Kleidung. Große Straßen oder gar Autobahnen wird Immanuel Bayer meiden. "Ich werde mich mit meinem Gefährt gemächlich auf Landes- und Kreisstraßen oder sonstigen gekennzeichneten Wegen bewegen mit 12,5 Stundenkilometern", sagt er. Rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit wird er sich immer ein ruhiges Plätzchen für die Übernachtung suchen. Sein Gefährt hält er für robust. "Wir haben alles durchgecheckt, zur Not habe ich auch noch mein Fahrrad dabei." Bevor Bayer startet, holt Josef Bauer noch schnell ein Abschleppseil: "Man kann ja nie wissen, ob der Motor durchhält." Als Etappenziele hat Immanuel Bayer auch die Städte, Ulm, Nürnberg und Erfurt angepeilt. Ende August will er in Leipzig sein. "Doch kleine Abstecher sind möglich, denn Land und Leute kennenzulernen gehört auch dazu." Der Abschied fällt herzlich aus: Unter großem Hallo startet Bayer auf den Verbindungsweg in Richtung Menningen: Das Abenteuer hat begonnen.

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