Lichterprozession kündigt sich an: Eine Hommage an Mutter Maria
Die alljährliche Lichterprozession zur Lourdesgrotte im Liebfrauental in Beuron gehört für viele Katholiken aus der gesamten Region zum festen Jahresablauf. Bilder: Hermann-Peter Steinmüller.
Die alljährliche Lichterprozession zur Lourdesgrotte im Liebfrauental in Beuron gehört für viele Katholiken aus der gesamten Region zum festen Jahresablauf. Bilder: Hermann-Peter Steinmüller.
Beuron
10.08.2017 16:42
Die Lourdesgrotte im Liebfrauental wird 125 Jahre alt, sei 92 Jahren führt eine Lichterprozession dorthin. Ein Blick auf den Ablauf und die Geschichte des Festes, das für viele Katholiken im Donautal fest zum Jahreskalender gehört.

Jedes Jahr das Gleiche und trotzdem immer wieder neu – das ist die Lichterprozession am Vorabend von Maria-Himmelfahrt. Für die Organisation und den Ablauf ist die Erzabtei Beuron verantwortlich. Das Ziel ist stets die Lourdesgrotte im Liebfrauental. Diese Grotte wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Die Lichterprozession hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zu einem Zeichen dafür entwickelt, dass die Marien-Gläubigkeit nach wie vor ihren festen Bestandteil in der Volksfrömmigkeit der Katholiken in der Region hat. Nicht nur ältere Menschen schließen sich dem Gebetszug an. Junge Leute, selbst Kinder sind unter den Gläubigen zu finden.

Es hat sich eine feste Ordnung entwickelt: Die Musikkapelle aus Irndorf begleitet die Prozession. Im Liebfrauental selbst ist es dann der Kirchenchor aus Buchheim, der der marianischen Feierstunde ihren musikalischen Reiz verleiht. Zahlreiche Gläubige warten Rosenkranz betend schon vor der kleinen Kapelle bei der Lourdesgrotte auf die Ankunft der Prozession. Wenn der Lichterzug dann eintrifft, ist es schon dunkel geworden. Jetzt erst kommen die dutzenden, wenn nicht gar hunderte von bunten Lichtern zur Geltung, die kurz zuvor in die vielen Nischen der Felswand gestellt worden sind.

Gebetsstätte gegen Gesundheit

Die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Liebfrauentals von 1992 zeigt die Geschichte des kleinen Marienheiligtums auf. 1875 mussten die Benediktiner in Folge des preußischen Kulturkampfs ihr erst 1863 bezogenes Kloster wieder verlassen. Kurz zuvor malte Bruder Markus Hummel ein Bild der schmerzhaften Gottesmutter und brachte es am Waldweg von Beuron zum Bronner Hof an der Stelle der heutigen Lourdesgrotte an. 1887 kehrten die Mönche wieder nach Beuron zurück. Unter ihnen befand sich Pater Cornelius Kniel. Der junge Geistliche war während seines Studiums schwer krank geworden.

Die Chronik berichtet weiter: "In dieser aussichtslosen Lage gelobten die Eltern des schwerkranken Klerikers der Gottesmutter, dass sie irgendwo im Donautal der Jungfrau Maria eine Stätte des Gebetes errichten wollten." Der Mönch wurde gesund und, als junger Pater nach Beuron zurückgekehrt, erinnerte er sich dankbar an das "stille Tal", an den einsamen Gnadenort und an das Muttergottesbild an der Felsenschlucht. Für diesen Ort ließen 1892 die Eltern eine lebensgroße Marienstatue anfertigen. Sie entstand für 800 Mark in der Mayischen Kunstanstalt in München. Der Fels wurde zu einer Grotte gerichtet. Die Figur der Bernadette stiftete 1952 die Mesnerfamilie Böhler aus Baienfurt bei Ravensburg.

Am Dreifaltigkeitssonntag 1892, es war der 12. Juni, wurde die Marienstatue in einer großen Prozession ins Liebfrauental gebracht. Die Festpredigt hielt Pater Cornelius, darin äußerte er Dankbarkeit und Vertrauen. Die erste Lichterprozession am Vorabend von Maria Himmelfahrt war am 14. August 1925. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Musikkapelle aus Irndorf und der Kirchenchor aus Buchheim dabei.

Ablauf und Anlass

  • Die Prozession beginnt am Montag, 14. August, 20 Uhr nach der Komplet vor der Abteikirche. Während der Marienandacht im Liebfrauental werden die mitgebrachten Kräuterbüschel gesegnet. Bei ungünstiger Witterung findet die Marienandacht in der Abteikirche statt.
  • Maria Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert und ist in manchen Ländern (Österreich, Liechtenstein, Teile der Schweiz) sowie Bundesländern (Saarland, Teile Bayerns) ein gesetzlicher Feiertag. Das Fest erinnert an die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“. Diese wird nicht in der Bibel beschrieben, wurde aber 1950 als bisher letztes katholisches Dogma von Papst Pius XII. verkündet.
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